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Bevölkerung

Wie hat sich die Kohortenfertilität der Frauenjahrgänge entwickelt?

Kinderzahl je Frau nach GeburtsjahrgängenBild vergrößern

Zwischen den Frauenjahrgängen im früheren Bundesgebiet einerseits und in den neuen Ländern andererseits zeigen sich Unterschiede sowohl im aktuellen Niveau, als auch in der bisherigen Entwicklung der Geburtenhäufigkeit. Die in den 1930er Jahren geborenen Frauen brachten in beiden Teilen Deutschlands im Durchschnitt noch etwa gleich viele Kinder zur Welt: die endgültige Kinderzahl der Frauen dieser Kohorten lag bei über 2 Kindern je Frau. Innerhalb der nächsten dreißig Jahre ging die endgültige Kinderzahl je Frau im früheren Bundesgebiet um etwa 25% zurück. Besonders schnell sank sie zwischen den Jahrgängen 1934 (2,2) und 1943 (1,8). Dieser Rückgang spiegelte den Übergang vom stark ausgeprägten familienorientierten Geburtenverhalten in den Zeiten des sogenannten Babybooms (Ende der 1950er bis Mitte der 1960er Jahre) zu neuen Lebensverläufen wider, die sich infolge des sozialen Wandels um das Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre herausgebildet haben. Danach hat sich der Rückgang fortgesetzt, er verlief aber langsamer. Die Frauen der Kohorte 1962, die im Jahr 2011 das 50. Lebensjahr erreichten, haben im früheren Bundesgebiet durchschnittlich 1,6 Kinder zur Welt gebracht.

In der ehemaligen DDR ging die endgültige Kinderzahl der Frauenjahrgänge zwischen den Kohorten 1934 und 1947 von 2,1 auf 1,8 Kinder je Frau ähnlich wie in Westdeutschland zurück. Danach verharrte sie allerdings mehr als ein Jahrzehnt auf diesem relativ hohen Niveau.

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Wie aus dem Schaubild "Zusammengefasste Geburtenziffer der Kalenderjahre" ersichtlich, sank das jährliche Geburtenniveau auch in der ehemaligen DDR Anfang der 1970er Jahre beträchtlich. Der Geburtenrückgang war hier aber von kurzer Dauer: bereits ab 1976 nahm die zusammengefasste Geburtenziffer der Kalenderjahre wieder zu. Die endgültige Kinderzahl der Frauenjahrgänge wurde von diesem kurzen Rückgang nicht beeinträchtigt.

Eine neue Entwicklung in der Kohortenfertilität der ostdeutschen Frauen markiert die Kohorte 1960. Die endgültige Kinderzahl der Kohorten 1960 und 1962 ist im Vergleich zu den Kohorten der 1950er Jahre gesunken.

In den nächsten fünf Jahren wird die endgültige Kinderzahl je Frau voraussichtlich weiter sinken. So haben beispielsweise die Frauen des Jahrgangs 1967 bis zum Alter von 44 Jahren durchschnittlich 1,5 Kinder geboren. Ihre endgültige Kinderzahl im Alter von 49 Jahren wird höchstwahrscheinlich geringer ausfallen als die des Jahrgangs 1962 (1,6).

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

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