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Bevölkerung

Was ist der Mikrozensus?

Der Mikro­zensus ist die größte jährliche Haus­halts­befragung der amtlichen Statistik in Deutsch­land. Es werden fast 1 % der Bevölkerung in Deutsch­land zu ihren Arbeits- und Lebens­bedingungen befragt. Bereits seit 1957 gibt es den Mikro­zensus, in den neuen Ländern (einschließlich Berlin-Ost) seit 1991. Der Mikro­zensus stellt Daten zur Bevölkerungs­struktur sowie zur wirtschaft­lichen und sozialen Lage der Bevölkerung bereit. Mit Informationen zu Familie und Lebens­partnerschaft, Haus­halten, Arbeits­markt und Erwerbs­tätigkeit, Beruf, Ausbildung und Migration hat sich der Mikro­zensus zu einer wichtigen Daten­quelle entwickelt. Genutzt werden die Statistiken von Verantwortlichen aus Parlamenten und Verwaltung, von der Wissenschaft wie auch von den Medien und der breiten Öffentlichkeit.

Um die Situation auf dem europäischen Arbeits­markt beurteilen zu können, sind Daten zur Erwerbs­tätigkeit und Beschäftigung unver­zichtbar. Das Frage­programm des Mikro­zensus enthält deshalb seit 1968 auch Fragen, die zufällig ausgewählte Personen in allen EU-Staaten beantworten. Diese Fragen sind Teil der Arbeits­kräfte­stich­probe der Europäischen Union. Die Verknüpfung beider Fragen­programme entlastet die Befragten insgesamt, Aufwand und Kosten werden reduziert. Die Daten dieser Arbeits­kräfte­stich­probe sind Grund­lage für gemein­schaftliche EU-Programme zu mehr Beschäftigung, besserer Ausbildung und gegen Arbeits­losigkeit.

Wie werden die Befragten ausgewählt?

Beim Mikrozensus werden nicht direkt die Personen ausgewählt, die befragt werden, sondern die Gebäude, in denen die Personen wohnen. Dazu wird das Bundes­gebiet in Flächen mit etwa gleich vielen Wohnungen eingeteilt. Von diesen Flächen (Auswahl­bezirke) werden nach einem mathematisch-statistischen Zufalls­verfahren rund 1 % ausgewählt. So wird gewähr­leistet, dass jede dieser Flächen die gleiche Wahr­scheinlich­keit hat, für die Befragung ausgewählt zu werden.

Alle ausgewählten Wohnungen oder Gemeinschafts­unterkünfte (z. B.Alten­heime oder Gefängnisse) werden viermal im Abstand von etwa einem Jahr in die Erhebung einbezogen. Jedes Jahr wird ein Viertel der in der Stich­probe enthaltenen Flächen ausge­tauscht und durch ein neues ersetzt. Dieses Verfahren der soge­nannten partiellen Rotation gewähr­leistet in Kombination mit den Wieder­holungs­befragungen eine hohe Genauigkeit der Ergebnisse.

Wie läuft die Befragung ab?

Die Fragen des Mikro­zensus können entweder im persönlichen Gespräch zusammen mit den geschulten Inter­viewerinnen oder Interviewern der Statistischen Landesämter beantwortet werden. So stellt das Interview für die Befragten die geringste zeitliche Belastung dar, da die Inter­viewerinnen und Interviewer die Antworten direkt in den Laptop eingeben und auch unmittelbar bei Rückfragen weiterhelfen können. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, selbst einen schriftlichen Frage­bogen auszufüllen.

Es ist nicht unbedingt nötig, dass alle Haus­halts­mitglieder bei der Befragung anwesend sind. Die Antworten können von einer volljährigen Person stell­vertretend für alle Haus­halts­mitglieder erteilt werden (so genannte Proxy-Interviews). Um jedoch eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung zu erhalten, muss für alle Mitglieder eines ausgewählten Haushalts Auskunft gegeben werden. Von der Auskunfts­pflicht kann niemand befreit werden, auch nicht alters- oder krankheits­bedingt.

Gibt es eine gesetzliche Grundlage?

Grundlage für die Mikro­zensus­befragung ist das Mikro­zensus­gesetz in Verbindung mit dem Bundes­statistik­gesetz. Dort sind unter anderem die gesetz­liche Auskunfts­pflicht, der Einsatz von Inter­viewerinnen und Interviewern (so genannte Erhebungs­beauftragte) oder das Trennen und Löschen von Hilfs­merkmalen geregelt. Das Mikro­zensus­gesetz beschreibt daneben, welche Themen­blöcke bzw. welche einzelnen Merkmale zu erheben sind. Es gibt auch vor, in welchem Turnus (z. B. jährlich oder alle vier Jahre) diese zu erheben sind.

Die in den Mikro­zensus integrierte Arbeits­kräfte­stich­probe der Europäischen Union wird in der Verordnung (EG) Nr. 577/98 geregelt. Merkmale, die aus­schließlich Merkmale der EU-Arbeits­kräfte­stich­probe darstellen, sind stets mit frei­williger Auskunfts­erteilung verbunden.

Wo finde ich Ergebnisse des Mikrozensus?

Ausgewählte Bundes­ergebnisse des Mikrozensus finden Sie in unserem Internet­angebot unter "Zahlen und Fakten" auf den jeweils thematisch passenden Seiten. Umfangreiche Daten stehen Ihnen im Bereich Publikationen sowie in unserer Daten­bank GENESIS-Online zur Verfügung.

Neben Bundes­ergebnissen sind auch vielfältige Ergebnisse für die Länder sowie teilweise regional tiefer gegliedert verfügbar, die von den jeweiligen Statistischen Landesämtern veröffentlicht werden.

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Detailliertere Angaben, beispielsweise zur Grund­gesamtheit, zur Zahl der befragten Personen und Haushalte, zu den Geheim­haltungs­vorschriften und -verfahren, zur Daten­aufbereitung (einschließlich Hoch­rechnung), zu den stich­proben­bedingten und nicht-stichprobenbedingten Fehlern sowie zur räumlichen und zeitlichen Vergleich­barkeit enthält der jährlich zu erstellende Qualitäts­bericht des Mikro­zensus.

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