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Bevölkerung

Personen mit Migrationshintergrund

Im Jahr 2005 wurde der Themen­komplex Migration und Integration neu in das Erhebungs­programm des Mikrozensus aufgenommen. Seither ist es möglich, zwischen der Bevölkerung mit Migrations­hintergrund und der Bevölkerung ohne Migrations­hintergrund zu unterscheiden. Diese Kategorien ergänzen die bisherige Unterscheidung nach Deutschen und Ausländerinnen und Ausländern, die wegen der inzwischen großen Zahl von (Spät-) Aussiedlern und Eingebürgerten als immer weniger aussagekräftig angesehen wurde. Die hier verwendete Abgrenzung der Bevölkerung mit Migrations­hintergrund berücksichtigt den Wunsch, den Blick bei Migration und Integration nicht nur auf die Zuwanderer selbst – das heißt die eigentlichen Migranten – zu richten, sondern auch ihre in Deutschland geborenen Nach­kommen einzuschließen.

Zur Bevölkerung mit Migrations­hintergrund zählen alle Personen, die die deutsche Staats­angehörigkeit nicht durch Geburt besitzen oder die mindestens ein Elternteil haben, auf das dies zutrifft. Im Einzelnen haben folgende Gruppen nach dieser Definition einen Migrationshintergrund: Ausländer, Eingebürgerte, (Spät-) Aussiedler und die Kinder dieser drei Gruppen.

Die Vertriebenen des Zweiten Welt­krieges und ihre Nachkommen gehören nicht zur Bevölkerung mit Migrations­hintergrund, da sie und ihre Eltern mit deutscher Staats­angehörigkeit geboren sind. Daneben gibt es noch eine kleine Gruppe von Personen, die mit deutscher Staats­angehörigkeit im Ausland geboren sind und deren beide Eltern keinen Migrations­hintergrund haben. Im Mikrozensus 2015 betrifft dies hochgerechnet 25 000 Personen. Diese Personen wurden während eines Auslands­aufenthalts der Eltern geboren, z.B. während eines Auslands­studiums oder einer Beschäftigung im Ausland. Diese im Ausland geborenen Personen haben aber keinen Migrations­hintergrund, weil sie selbst und ihre Eltern mit deutscher Staats­angehörigkeit geboren sind.

Migrationshintergrund im engeren und im weiteren Sinn

Zur besseren Vergleichbarkeit im Zeitablauf wird zwischen der Bevölkerung mit Migrations­hintergrund im engeren und im weiteren Sinn unterschieden. Dies hat folgenden Hintergrund:

Eine Person, die aufgrund ihrer eigenen Merkmale eigentlich keinen Migrations­hintergrund hat, jedoch Eltern hat, die ausländisch, eingebürgert, oder (Spät-) Aussiedler sind, kann nur dann als Person mit Migrations­hintergrund identifiziert werden, wenn sie mit ihren Eltern im gleichen Haushalt lebt. Falls die Person jedoch nicht mehr im Haushalt seiner Eltern lebt, fehlen die Angaben zu den Eltern. Man wird für diese Person den Migrations­hintergrund nur dann entdecken können, wenn die Person explizit nach den Migrations­merkmalen der Eltern gefragt wird.

Dies geschieht nur in den Jahren 2005, 2009 und 2013. Daher können in diesen Jahren mehr Personen identifiziert werden, die nur aufgrund der Eltern einen Migrations­hintergrund haben. Ausländer, Eingebürgerte und (Spät-) Aussiedler können in allen Jahren in gleicher Anzahl identifiziert werden, da sich ihr Migrations­hintergrund bereits aus ihren persönlichen Eigenschaften ableitet.

Der Migrationshintergrund im engeren Sinn bedeutet, dass nur die Informationen über die Eltern verwendet werden, die auch im gleichen Haushalt leben. Der Migrations­hintergrund im weiteren Sinn bedeutet, dass alle Informationen über die Eltern genutzt werden. Die Definition des Migrationshintergrunds ist gleichwohl in allen Jahren identisch.
Um die Jahre 2005, 2009 und 2013 mit den übrigen Jahren vergleichen zu können, wird für Zeit­vergleiche immer der Migrations­hintergrund im engeren Sinn verwendet.

Zuordnung der Bevölkerung nach Herkunftsland

Das Herkunftsland der Personen wird über das Konzept der "erweiterten Staats­angehörigkeit" annäherungsweise bestimmt. Dazu werden verschiedene Merkmale herangezogen. Für Ausländer wird dabei die (erste) Staats­angehörigkeit, für Eingebürgerte die Staats­angehörigkeit vor Ein­bürgerung und für (Spät-) Aussiedler die Staatsangehörigkeit vor dem Zuzug als (Spät-) Aussiedler herangezogen. Bei Personen mit Migrationshintergrund, die als Deutsche geboren wurden, wird die derzeitige bzw. frühere Staatsangehörigkeit der Eltern herangezogen, sofern diese Informationen vorliegen. Wenn die Informationen nicht vorliegen, werden sie als "ohne Angabe" nachgewiesen. Wenn die derzeitige bzw. frühere Staatsangehörigkeit der Eltern­teile nicht identisch ist (z.B. Vater ist Portugiese, Mutter ist Spanierin), werden sie ebenfalls als "ohne Angabe" nachgewiesen.

Der differenzierten Auswertung der im Mikrozensus enthaltenen Herkunfts­gruppen sind gewisse Grenzen gesetzt. So können gesonderte Auswertungen nur für größere Nationalitäten­gruppen und häufig auftretende sozialstrukturelle Merkmale erfolgen. Andernfalls wäre die Gruppengröße zu klein und die erforderliche Mindest­zellbesetzung aus Gründen der Datenqualität und –belastbarkeit nicht mehr zu gewährleisten.

Darüber hinaus wird im Papier­fragebogen des Mikrozensus eine verkürzte Version der Staats­angehörigkeitsliste verwendet als im Computer-gestützten Interview. Im Papierfragebogen werden lediglich 73 Staaten einzeln aufgeführt, die übrigen werden in Gruppen zusammengefasst (z.B.: "sonstiges Afrika"). Daher sind Aus­wertung­en zu einzelnen Herkunfts­ländern nur möglich, wenn diese im Papier­frage­bogen auch einzeln erfasst werden. Gruppierte Herkunfts­länder können auch nur gruppiert ausgewertet werden.

Für weitergehende Informationen zum Fragekomplex Migration und Integration im Mikrozensus siehe Kapitel I "Methodische Bemerkungen und Übersicht über die Ergebnisse" und Anhang 1 "Personen mit Migrations­hintergrund – Auf dem Weg zu einer definitorischen Abgrenzung" der Fachserie 1 Reihe 2.2 Bevölkerung mit Migrationshintergrund.

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