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Bevölkerung

Personen mit Migrationshintergrund

Im Jahr 2005 wurde der Themen­komplex Migration und Integration neu in das Erhebungs­programm des Mikrozensus aufgenommen. Seither ist es möglich, zwischen der Bevölkerung mit Migrations­hintergrund und der Bevölkerung ohne Migrations­hintergrund zu unterscheiden. Diese Kategorien ergänzen die bisherige Unterscheidung nach Deutschen und Ausländerinnen und Ausländern, die wegen der inzwischen großen Zahl von (Spät-) Aussiedlern und Eingebürgerten als immer weniger aussagekräftig angesehen wurde. Die hier verwendete Abgrenzung der Bevölkerung mit Migrations­hintergrund berücksichtigt den Wunsch, den Blick bei Migration und Integration nicht nur auf die Zuwanderer selbst – das heißt die eigentlichen Migranten – zu richten, sondern auch ihre in Deutschland geborenen Nach­kommen einzuschließen.

Zur Bevölkerung mit Migrations­hintergrund zählen alle Personen, die die deutsche Staats­angehörigkeit nicht durch Geburt besitzen oder die mindestens ein Elternteil haben, auf das dies zutrifft. Im Einzelnen haben folgende Gruppen nach dieser Definition einen Migrationshintergrund: Ausländer, Eingebürgerte, (Spät-) Aussiedler, Personen, die durch die Adoption deutscher Eltern die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben, sowie die Kinder dieser vier Gruppen.

Die Vertriebenen des Zweiten Welt­krieges und ihre Nachkommen gehören nicht zur Bevölkerung mit Migrations­hintergrund. Daneben gibt es noch eine kleine Gruppe von Personen, die mit deutscher Staats­angehörigkeit im Ausland geboren sind und deren beide Eltern keinen Migrations­hintergrund haben. Im Mikrozensus 2017 betrifft dies hochgerechnet 34 000 Personen. Diese Personen wurden während eines Auslands­aufenthalts der Eltern geboren, z.B. während eines Auslands­studiums oder einer Beschäftigung im Ausland. Diese im Ausland geborenen Personen haben aber keinen Migrations­hintergrund, weil sie selbst und ihre Eltern mit deutscher Staats­angehörigkeit geboren sind.

Migrationshintergrund im engeren und im weiteren Sinn

Zur besseren Vergleichbarkeit im Zeitablauf wird zwischen der Bevölkerung mit Migrations­hintergrund im engeren und im weiteren Sinn unterschieden. Dies hat folgenden Hintergrund:

Eine Person, die aufgrund ihrer eigenen Merkmale eigentlich keinen Migrations­hintergrund hat, jedoch Eltern hat, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft durch Geburt besitzen, kann nur dann als Person mit Migrations­hintergrund identifiziert werden, wenn sie mit ihren Eltern im gleichen Haushalt lebt. Falls die Person jedoch nicht mehr im Haushalt seiner Eltern lebt, fehlen die Angaben zu den Eltern. Man wird für diese Person den Migrations­hintergrund nur dann entdecken können, wenn die Person explizit nach den Migrations­merkmalen der Eltern gefragt wird.

Dies geschieht nur in den Jahren 2005, 2009 und 2013. Daher können in diesen Jahren mehr Personen identifiziert werden, die nur aufgrund der Eltern einen Migrations­hintergrund haben. Ausländer, Eingebürgerte, (Spät-) Aussiedler und Personen, die durch die Adoption deutscher Eltern die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben, können in allen Jahren in gleicher Anzahl identifiziert werden, da sich ihr Migrations­hintergrund bereits aus ihren persönlichen Eigenschaften ableitet.

Der Migrationshintergrund im engeren Sinn bedeutet, dass nur die Informationen über die Eltern verwendet werden, die auch im gleichen Haushalt leben. Der Migrations­hintergrund im weiteren Sinn bedeutet, dass alle Informationen über die Eltern genutzt werden. Die Definition des Migrationshintergrunds ist gleichwohl in allen Jahren identisch.
Um die Jahre 2005, 2009 und 2013 mit den übrigen Jahren vergleichen zu können, wird für Zeit­vergleiche immer der Migrations­hintergrund im engeren Sinn verwendet.

Zuordnung der Bevölkerung nach Herkunftsland

Für die Bestimmung des Herkunftslands der Personen werden verschiedene Merkmale herangezogen. Das Herkunftsland wird für Personen, die im Ausland geboren sind, über den Geburtsstaat bestimmt. Bei Personen, die in Deutschland geboren sind, wird der Geburtsstaat der Eltern herangezogen. Sollten die Geburtsstaaten der Eltern verschieden sein (z.B. Spanien und Portugal), wird das Herkunftsland des Kindes auf „unbestimmt“ gesetzt. Sind sowohl die Person als auch beide Eltern in Deutschland geboren, wird die ausländische Staatsangehörigkeit bzw. die Staatsangehörigkeit vor der Einbürgerung der Person bzw. der Eltern herangezogen.

Der differenzierten Auswertung der im Mikrozensus enthaltenen Herkunfts­gruppen sind gewisse Grenzen gesetzt. So können gesonderte Auswertungen nur für größere Nationalitäten­gruppen und häufig auftretende sozialstrukturelle Merkmale erfolgen. Andernfalls wäre die Gruppengröße zu klein und die erforderliche Mindest­zellbesetzung aus Gründen der Datenqualität und –belastbarkeit nicht mehr zu gewährleisten.

Darüber hinaus wird im Papier­fragebogen des Mikrozensus eine verkürzte Version der Staatenliste verwendet als im Computer-gestützten Interview. Im Papierfragebogen werden lediglich 73 Staaten einzeln aufgeführt, die übrigen werden in Gruppen zusammengefasst (z.B.: "sonstiges Afrika"). Daher sind Aus­wertung­en zu einzelnen Herkunfts­ländern nur möglich, wenn diese im Papier­frage­bogen auch einzeln erfasst werden. Gruppierte Herkunfts­länder können auch nur gruppiert ausgewertet werden.

Für weitergehende Informationen zum Fragekomplex Migration und Integration im Mikrozensus siehe Kapitel I "Methodische Bemerkungen und Übersicht über die Ergebnisse" der Fachserie 1 Reihe 2.2 Bevölkerung mit Migrationshintergrund.

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2018

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