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Einkommen, Konsum, Lebensbedingungen

LEBEN IN EUROPA (EU-SILC)

Was beschreibt LEBEN IN EUROPA?

LEBEN IN EUROPA ist die Bezeichnung der deutschen Befragung im Rahmen der europaweit durchgeführten Gemeinschafts­statistik über Einkommen und Lebens­bedingungen (European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC)). Themen der Befragung sind neben den verschiedenen Bestandteilen des Einkommens weitere wichtige Lebens­bereiche wie etwa die Wohnsituation oder die Gesundheit. European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC) ist die Standard­datenquelle für die Messung von Armut und Lebens­bedingungen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Rechtsgrundlage der Erhebung ist die Verordnung (EG) Nummer 1177/2003 des Europäischen Parlamentes und des Rates in Verbindung mit dem Bundesstatistikgesetz. European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC) wird seit 2005 in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie in Norwegen und Island durchgeführt. Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten, werden Europäische Union (EU)-weit die gleichen Merkmale erhoben. Für die Erhebungs methoden gelten verbindliche Mindeststandards. Die Befragung wurde insbesondere auf die Berechnung vergleichbarer Indikatoren für die soziale Eingliederung (sogenannte Laeken -Indikatoren) zugeschnitten und ist damit eine wichtige Basis für die Europäische Sozialpolitik.

Wie wird LEBEN IN EUROPA erhoben?

Die Grundgesamtheit von LEBEN IN EUROPA sind Personen in privaten Haushalten in Deutschland am Hauptwohnsitz. Ausgenommen sind Personen in Anstalts­haushalten und Personen ohne festen Wohnsitz. Die Stichprobe für die Erhebung muss als Zufallsauswahl gezogen werden. Auswahl­grundlage für LEBEN IN EUROPA bildet die Dauerstich­probe befragungs­bereiter Haushalte (HAUSHALTE HEUTE). HAUSHALTE HEUTE ist eine Kooperation zwischen privaten Haushalten und der amtlichen Statistik. Grundlage von HAUSHALTE HEUTE ist der Mikrozensus, die größte Haushalts­befragung in Deutschland. Die Teilnehmer des Mikrozensus werden nach Abschluss des letzten Mikrozensus­interviews gefragt, ob sie bereit sind, von Zeit zu Zeit auf freiwilliger Basis an Befragungen der amtlichen Statistik teilzunehmen. Da die Haushalte aus dem auf einer Zufallsauswahl beruhenden Mikrozensus angeworben werden, können Stichproben auf Basis von HAUSHALTE HEUTE als mehrstufige Zufallsauswahl betrachtet werden. (In einer Übergangsphase bis 2007 wurde ein Teil der deutschen Stichprobe über eine repräsentative Quotenauswahl gewonnen.)

Für LEBEN IN EUROPA werden jedes Jahr in Deutschland rund 14 000 Haushalte befragt. Die Haushalte werden in vier aufeinander folgenden Jahren befragt, was eine Auswertung der Ergebnisse im Längsschnitt erlaubt. Die Befragung wird schriftlich durchgeführt, und zwar mit Hilfe eines Haushalts­fragebogens für die Erfassung von Haushalts­merkmalen (zum Beispiel zur Wohnsituation) und eines Personen­fragebogens für jedes Haushalts­mitglied ab 16 Jahren. Der Personen­fragebogen enthält unter anderem Fragen zur Erwerbssituation, zum persönlichen Einkommen und zur Gesundheit. Die Befragung der Haushalte erfolgt jeweils einmal pro Jahr, und zwar in der ersten Jahreshälfte. Die Durchführung der Feldarbeit und die Erfassung der Daten erfolgen dezentral in den Statistischen Ämtern der Länder. Anschließend erfolgt im Statistischen Bundesamt die Daten­aufbereitung für europäische Zwecke sowie die Veröffentlichung des Bundesergebnisses. Zur Datenaufbereitung gehört auch die Imputation von fehlenden Einkommensangaben, denn die EU-Standards sehen vor, dass fehlende Einkommensangaben nachträglich durch geeignete statistische Methoden zu ergänzen sind. Im Statistischen Bundesamt wird hiefür ein eigens für LEBEN IN EUROPA entwickeltes Imputations­verfahren eingesetzt. Die erhobenen Daten werden anhand des Mikrozensus auf die Gesamt­bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland hochgerechnet. Als Hochrechnungs­merkmale dienen unter anderem das Geschlecht, das Alter, das Haushaltsnetto­einkommen sowie der Haushaltstyp.

Wann werden die Ergebnisse von LEBEN IN EUROPA veröffentlicht?

Die Veröffentlichung erster Ergebnisse aus LEBEN IN EUROPA erfolgt jährlich im Herbst. Erläuterungen, Tabellen, Publikationen und Qualitätsberichte stehen im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes zum kostenlosen Download bereit. Die Armutsindikatoren, die aus LEBEN IN EUROPA berechnet werden, werden zudem im Rahmen der regelmäßigen Frühjahrsberichte der Europäischen Kommission der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden die Armutsindikatoren aller EU-Mitgliedstaaten in der Online-Datenbank von Eurostat, dem Statistischen Amt der europäischen Gemeinschaften, veröffentlicht und können dort kostenlos heruntergeladen werden.

Wie genau sind die Ergebnisse von LEBEN IN EUROPA?

Die Erhebung ist so gestaltet, dass mögliche Fehler minimiert und kontrolliert werden. Dennoch sind Stich­proben­statistiken grundsätzlich immer mit einem Unschärfebereich behaftet, auch wenn sie mit der größten Gründlichkeit durchgeführt werden. Bei jeder statistischen Messung treten stichprobenbedingte und nicht­stichproben­bedingte Fehler (zum Beispiel Messfehler) auf, die zwar begrenzt, aber nicht völlig vermieden werden können.

LEBEN IN EUROPA ist repräsentativ für die gesamte Bevölkerung Deutschlands. Bei der Aufbereitung von LEBEN IN EUROPA wird eine Vielzahl von Plausibilitäts­kontrollen durchgeführt. Nach jeder Erhebung wird der Stichprobenzufallsfehler für die Europäische Union (EU) -Hauptindikatoren berechnet. Das Ergebnis dieser Fehlerrechnung wird im Rahmen eines obligatorischen Qualitätsberichts der deutschen European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC)-Erhebung an Eurostat übermittelt.

Ausführlichere Informationen zu Leben in Europa können dem nationalen Qualitätsbericht entnommen werden.

Zeichenerklärung zu den Tabellen:
/ = Keine Angabe, da aufgrund der geringen Fallzahl (weniger als 30 Haushalte) der Zahlenwert nicht sicher genug ist (relativer Standardfehler von 20 % oder mehr).
() = Aussagewert eingeschränkt, da der Zahlenwert aufgrund der Fallzahl (zwischen 30 bis unter 100) statistisch relativ unsicher ist (relativer Standardfehler von 10 % bis unter 20 %).
= Nichts vorhanden.
. = Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten.
X = Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll.

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