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Einkommen, Konsum, Lebensbedingungen

Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)

Was beschreibt die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe?

Die Einkommens- und Verbrauchs­stichprobe (EVS) ist eine wichtige amtliche Statistik über die Lebens­verhältnisse privater Haushalte in Deutschland. Sie liefert unter anderem statistische Informationen über die Ausstattung mit Gebrauchs­gütern, die Einkommens-, Vermögens- und Schulden­situation sowie die Konsumausgaben privater Haushalte. Einbezogen werden dabei die Haushalte aller sozialen Gruppierungen, so dass die EVS ein repräsentatives Bild der Lebens­situation nahezu der Gesamt­bevölkerung in Deutschland zeichnet.

Die Ergebnisse der EVS bilden eine wichtige Daten­grundlage insbesondere für die Armuts- und Reichtums­berichterstattung der Bundes­regierung sowie für die Bemessung des regelsatz­relevanten Verbrauches im Rahmen der Grundsicherung. Im System der amtlichen Statistik werden die Ergebnisse der EVS über die Konsumausgaben der privaten Haushalte für die Neufestsetzung des Wägungs­schemas der Verbraucher­preisstatistik verwendet und dienen als Datenbasis für die Verwendungs­rechnung der Volkswirtschaft­lichen Gesamt­rechnungen.

Wie wird die Einkommens- und Verbrauchs­stichprobe erhoben?

Die Durchführung der EVS erfolgt in enger Abstimmung und Zusammen­arbeit zwischen dem Statistischen Bundesamt und den Statistischen Landesämtern. Die organisatorische und technische Vorbereitung liegt beim Statistischen Bundesamt, während die Anwerbung der Haushalte und deren Befragung den Landesämtern obliegt. Die Erhebungs­aufbereitung und zentrale Ergebnis­ermittlung wiederum erfolgt durch das Statistische Bundesamt.

Rechtsgrundlage für die Erhebung ist das Gesetz über die Statistik der Wirtschafts­rechnungen privater Haushalte in der im Bundes­gesetzblatt Teil III, Gliederungs­nummer 708-6, veröffentlichten bereinigten Fassung, das durch Artikel 5 des Gesetzes vom 21. Juli 2016 (BGBl. I Seite 1773) geändert worden ist.

Die EVS wird alle fünf Jahre durchgeführt. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Teilnahme besteht nicht, das heißt, alle Haushalte nehmen auf freiwilliger Basis an der EVS teil. Es werden rund 60 000 private Haushalte in Deutschland im Rahmen der EVS befragt, darunter rund 14 000 Haushalte in den neuen Ländern und Berlin. Die EVS ist damit die größte Erhebung dieser Art innerhalb der Europäischen Union. Im früheren Bundesgebiet findet die EVS seit 1962/63 statt, in den neuen Ländern und Berlin seit 1993.

Die EVS ist eine Quoten­stichprobe, das heißt, alle Haushalte werden nach einem vorgegebenen Quotenplan ausgewählt und befragt. Die Grund­gesamtheit der Haushalte wird dabei anhand bestimmter Quotierungs­merkmale in Gruppen gegliedert. Für jede Gruppe wird die Quote als die Zahl der jeweils zu befragenden Haushalte vorgegeben. In Anlehnung an den Mikrozensus erfolgt zunächst die Aufteilung der Grund­gesamtheit der Haushalte auf die Bundesländer. Im zweiten Schritt wird dann je Bundesland die Haushalts­gesamtheit nach den Quotierungs­merkmalen Haushaltstyp, soziale Stellung der Haupteinkommens­person und Haushaltsnettoeinkommen gruppiert. Für jede der so gewonnenen Quotierungs­zellen wird die jeweils zu befragende Zahl der Haushalte ermittelt.

Hinsichtlich des Erhebungs­ablaufs und -designs gliedert sich die EVS in vier Erhebungsteile. Im Teil Allgemeine Angaben werden neben den soziodemo­grafischen und sozioöko­nomischen Grund­daten der Haushalte und Einzel­personen, die Wohnsituation sowie die Ausstattung mit Gebrauchs­gütern erfasst. Ihre Angaben dazu können die Haushalte auch online abgeben. Der Fragebogen Geld- und Sach­vermögen umfasst Angaben zum Geldvermögen- und Immobilienvermögen sowie zu Konsumentenkredit- und Hypotheken­schulden der Haushalte.

Den dritten Erhebungs­teil der EVS bildet das Haushaltsbuch, in dem die teilnehmenden Haushalte drei Monate lang (Quartals­anschreibung) alle ihre Einnahmen und Ausgaben registrieren. Dabei erfolgt eine zeitliche Gleichverteilung der Anschreibung, das heißt jeweils ein Viertel aller an der EVS teilnehmenden Haushalte schreibt je ein Quartal des Berichtsjahres an.

Den abschließenden Erhebungsteil stellt das Feinauf­zeichnungsheft für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren dar. Jeder fünfte an der EVS beteiligte Haushalt listet dabei jeweils einen Monat lang detailliert alle Ausgaben für Speisen und Getränke nach Mengen und Preisen auf.

Wann werden die Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe veröffentlicht?

Die Ergebnisse der EVS aus den Allgemeinen Angaben stehen üblicher­weise ab Herbst des Erhebungs­jahres zur Verfügung. Die Ergebnisse aus dem Geld- und Sach­vermögen werden im zweiten Quartal des auf das Erhebungs­jahr folgenden Jahres veröffentlicht. Rund zwei Jahre nach dem Erhebungsjahr werden die Ergebnisse aus dem Haushalts­buch veröffentlicht. Die Fachserien und Querschnitts­veröffent­lichungen des Statistischen Bundesamtes zu diesen Themen stehen auf den Internet­seiten des Statistischen Bundesamtes als kostenlose Downloads unter der Rubrik Publikationen zur Verfügung. Darüber hinaus werden zu verschiedenen Themen Ergebnisse in Pressemitteilungen bekannt gegeben, die ebenfalls im Internet­angebot des Statistischen Bundesamtes abrufbar sind.

Wie genau ist die Einkommens- und Verbrauchs­stichprobe?

Auf Grund der großen Zahl der befragten Haushalte und der Vielzahl der bei der Aufbereitung durchgeführten Plausibilitäts­kontrollen weisen die aus der EVS gewonnenen Ergebnisse ein hohes Maß an Genauigkeit und Verlässlichkeit auf. Durch die per Quotenplan vorgegebene Berück­sichtigung aller sozialen Gruppierungen und die Hochrechnung der ermittelten Ergebnisse am jeweils aktuellen Mikrozensus ist sicher­gestellt, dass repräsentative Ergebnisse für nahezu alle Haushalte gewonnen werden. Lediglich für Personen in Gemeinschafts­unterkünften und Anstalten können aus der EVS keine Angaben gewonnen werden, da sie gemäß dem verwendeten Haushaltsbegriff nicht berücksichtigt werden. Ferner liefert die EVS keine Angaben für Haushalte mit einem monatlichen Haushaltsnetto­einkommen von 18 000 Euro und mehr, da diese in der Regel nicht in so ausreichender Zahl an der Erhebung teilnehmen, dass gesicherte Aussagen über ihre Lebens­verhältnisse getroffen werden können.

Ausführlichere Informationen zur EVS können den Qualitätsberichten entnommen werden.

Zeichenerklärung zu den Tabellen:
/ = keine Angabe, da aufgrund der geringen Haushaltszahlen (weniger als 25 Haushalte) der Zahlenwert nicht sicher genug ist (relativer Standardfehler von 20 % oder mehr).
() = Aussagewert eingeschränkt, da der Zahlenwert aufgrund der Haushaltszahlen (25 bis unter 100 Haushalte) statistisch relativ unsicher ist (relativer Standardfehler 10 % bis unter 20 %).
= nichts vorhanden.
. = Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten.
X = Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll.

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