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Öffentliche Finanzen & Steuern

Statistik über die vierteljährlichen Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts

Was beschreibt die Statistik über die vierteljährlichen Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts?

Die vierteljährliche Schuldenstatistik liefert aktuelle vorläufige Angaben über den Schuldenstand der Kernhaushalte und Extrahaushalte von Bund, Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden.

Im Unterschied zur jährlichen Schuldenstatistik wird hier die Gesamtverschuldung des Öffentlichen Gesamthaushalts ohne die Sozialversicherung dargestellt. Zu beachten ist zudem, dass bis zum 4.Quartal 2015 vierteljährlich die Kreditmarktschulden und nicht die Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich nachgewiesen werden.

Erfasst werden die Schuldenstände jeweils zum Quartalsende nach Art der Schulden (zum Beispiel Kassenkredite und Kredite).Eine Anpassung an die Abgrenzung und Veröffentlichungsweise der jährlichen Schuldenstatistik erfolgt ab dem 1.Quartal 2016 mit Veröffentlichung im September 2016.

Zusammen mit den Ergebnissen aus der jährlichen Schuldenstatistik und der Statistik über das Finanzvermögen des Öffentlichen Gesamthaushalts bildet die vierteljährliche Schuldenstatistik die Grundlage für die Stabilitätsberichterstattung im Rahmen des europäischen Haushaltsüberwachungsverfahrens an die Europäische Kommission. Ihre Daten dienen zudem als Entscheidungsgrundlage für die Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Wie werden die Daten ermittelt?

Die vierteljährliche Schuldenstatistik wird jeweils zum Quartalsende des Berichtszeitraumes als Totalerhebung durchgeführt. Die Schulden der Kernhaushaltes des Bundes, der Kernhaushalte der Länder sowie der Extrahaushalte in mehrheitlichem Bundesbesitz werden zentral durch das Statistische Bundesamt erhoben, die der übrigen Einheiten i. d. R. dezentral von den jeweiligen Statistischen Landesämtern nach dem Sitzlandprinzip.

Die Rechtsgrundlagen dafür sind das Finanz- und Personalstatistikgesetz (FPStatG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. Februar 2006 (BGBl. I S. 438), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 02. März 2016 (BGBl. I S. 342) geändert worden ist, in Verbindung mit dem Bundesstatistikgesetz (BStatG) vom 22. Januar 1987 (BGBl. I S. 462, 565), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 21.Juli 2016 (BGBl. I S. 1768) geändert worden ist. Erhoben werden die Angaben nach § 5 Nummer 4 FPStatG.

Wann werden die Quartalsergebnisse der Statistik über die Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts veröffentlicht?

Die vorläufigen Quartalsergebnisse werden jeweils am Ende des folgenden Quartals in einer Pressemitteilung veröffentlicht und auf unserer Homepage als Tabelle bereitgestellt. Zusätzlich werden die vorläufigen Ergebnisse der vierteljährlichen Schuldenstatistik zusammen mit den Ausgaben und Einnahmen in der Fachserie 14 Reihe 2 "Vierteljährliche Kassenergebnisse des Öffentlichen Gesamthaushalts" veröffentlicht.

Wie genau sind die Ergebnisse der Statistik über die vierteljährlichen Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts?

Die Datengenauigkeit einer Statistik lässt sich vor allem an der Häufigkeit des Auftretens von stichprobenbedingten und nicht-stichprobenbedingten Fehlern beurteilen. Da es sich bei der Schuldenstatistik um eine Totalerhebung handelt, können nur nicht-stichprobenbedingte Fehler, wie Zuordnungsfehler oder Antwortausfälle, auftreten. Durch den Einsatz von umfangreichen Plausibilitätsprüfungen, die einer stetigen Anpassung unterliegen, konnten die nicht-stichprobenbedingten Fehler in der vierteljährlichen Schuldenstatistik auf ein Minimum reduziert werden. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Daten von Bund, Ländern, Gemeinden/Gemeindeverbänden und ihrer Extrahaushalte aus sehr unterschiedlichen Verwaltungsunterlagen zusammengeführt werden müssen. Zudem werden die Ergebnisse dieser Statistik auf Grund ihrer Aktualität aus vorläufigen Rechnungsabschlüssen entnommen.

Weiterführende Informationen

Kontaktformular

Revisionen in der amtlichen Statistik

In der amtlichen Statistik bezeichnet Revision eine Überarbeitung bereits veröffentlichter Ergebnisse, weil neue, bisher nicht verfügbare Daten hinzukommen und in die Berechnung einbezogen werden oder indem methodische und konzeptionelle Änderungen (auch rückwirkend) vorgenommen werden.

Lesen Sie in unserer allgemeinen Revisionspolitik mehr zur Definition von Revisionen, zu verschiedenen Typen von Revisionen sowie zu deren Grundsätzen und Gründen. Revisionszyklen für einzelne Statistiken sind im Revisionskalender veröffentlicht.

Methodenpapiere

Fachbegriffe der Finanz- und
Personalstandsstatistiken

Titelbild: Fachbegriffe der Finanz- und Personalstatistiken

Fachbegriffe der Finanz- und Personalstatistiken

Die Finanz- und Personal­statistiken haben die Aufgabe, die öffentlichen Finanzen und das Personal im öffent­lichen Dienst umfassend und tief gegliedert ab­zu­bilden. Um auch bei sich wandelnden Rahmen­bedingungen relevante und zuverlässige Daten bereit­zustellen, werden die Konzepte und Methoden in bestimmten Abständen über­arbeitet. Die Finanz- und Personal­statistiken sind auf eine erweiterte Ab­grenzung des Öffentlichen Gesamt­haushalts nach dem Schalen­konzept über­gegangen. Danach umfasst der Öffentliche Gesamt­haushalt die Kern­haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden/Gemeinde­ver­bänden und der Sozial­versicherung, die Finanz­anteile der Europäischen Union und die öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unter­nehmen, die zum Staats­sektor zählen (Extra­haushalte). Diese Erweiterung erfordert die Anpassung von Definitionen, Methoden­beschreibungen und Fach­veröffentlichungen. Die folgenden Definitionen geben die finanz- und personal­statistischen Fachbegriffe wieder.

Liste der
Extrahaushalte

Titelbild: Fachbegriffe der Finanz- und Personalstatistiken

Liste der Extrahaushalte 2017

Extrahaushalte sind alle öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, die nach den Vorgaben des Europäischen Systems der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ESVG 2010) zum Sektor Staat gehören:

  • Die Einheit wird von den Gebietskörperschaften des Staates (Bund, Länder, Gemein­den/Ge­meinde­verbände) sowie der Sozial­versicherung kontrolliert, das heißt sie ist aus den Kern­haus­halten der staatlichen Ebenen aus­gegliedert, aber die Gebiets­körper­schaften oder die Sozial­versicherungen halten die Mehrheit des Kapitals oder des Stimmrechts der Einheit.
  • Die Einheit wird überwiegend vom Staat finanziert und ist ein Nichtmarktproduzent. Bei Nicht­markt­produ­zenten liegt der Eigen­finanzierungs­grad, das heißt das Verhältnis von Umsatzerlösen zu Produktions­kosten unter 50%. Eine Ausnahme gilt für sogenannte Hilfs­betriebe des Staates, bei denen der Eigen­finanzierungs­grad bei 50 % oder darüber liegt, die aber mehr als 80 % ihres Umsatzes mit Einheiten des Staates (Kern- und Extra­haushalte) erwirtschaften. Diese Hilfs­betriebe zählen auch zu den Extrahaushalten.

Die Liste der Extrahaushalte umfasst die Einheiten, die zum 1. Januar des Berichtsjahres nach dem ESVG 2010 zum Sektor Staat zählen (Ausgaben ab 2013) .

Für nähere Informationen zu öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen und deren Zuordnung zum Staats­sektor wird auf den Aufsatz: Schmidt, N.: "Aus­gliederungen aus dem Kern­haushalt: Öffentliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen" in Wirtschaft und Statistik 02/2011, Seite 154 ff., verwiesen.

Öffentliche Fonds, Einrichtungen
und Unternehmen

Titelbild: Wirtschaft und Statistik

Ausgliederungen aus den Kernhaushalten: öffentliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen

In diesem Aufsatz aus "Wirtschaft und Statistik" wird die finanzstatistische Abgrenzung der öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen näher erläutert sowie die statistische Erhebung der relevanten Berichtseinheiten vorgestellt.

Neues Finanz- und
Personalstatistikgesetz 2013

Titelbild: Wirtschaft und Statistik

Neues Finanz- und Personalstatistikgesetz 2013

Am 1. Dezember 2013 sind umfassende Änderungen des Finanz- und Personal­statistik­ge­setzes (FPStatG) in Kraft getreten. Weitere bedeutende Änderungen werden zum 1. Januar 2015 folgen. Hauptziel der anstehenden Gesetzesänderungen ist es, den Datenbedarf der Europäischen Union (EU) abzudecken, der sich im Zuge der europäischen Staats­schulden­krise erhöht hat. Dadurch wurden auch die Anforderungen an die Finanz­statistiken der Mitglied­staaten der EU deutlich erhöht.

Dieser Beitrag aus "Wirtschaft und Statistik" orientiert sich am Auf­bau der Neu­fassung des FPStatG und arbeitet die jeweils vorgesehenen Änderungen heraus.

Zusatzinformationen

Auf einen Blick

Öffentliche Finanzen in Milliarden Euro
Ausgaben20161 326,1
Einnahmen20161 351,9
Finanz­ierungs­saldo201625,8
Schulden­standQ II/ 20171 977,8
Steuer­einnahmenQ I/ 2017181,5
Gemein­schaft­steuernQ I/ 2017134,5
Bundes­steuernQ I/ 201723,4
Landes- und Gemeinde­steuernQ I/ 201722,4

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