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Soziales

Asylbewerberleistungen: 25 % weniger Leistungsberechtigte im Jahr 2016

Die Zahl der Personen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) zum Jahresende 2016 in Deutschland bezogen haben, war deutlich geringer als im Jahr zuvor. Rund 728 000 Personen erhielten demnach Leistungen nach dem AsylbLG. Gegenüber dem Vorjahr (975 000 Personen) entspricht dies einem Rückgang von 25 %. Von den Empfängerinnen und Empfängern waren 66 % männlich und 34 % weiblich. Fast 31 % aller Leistungsberechtigten waren noch nicht volljährig, rund 68 % im Alter zwischen 18 und 64 Jahren und nur etwa 1 % bereits 65 Jahre oder älter.

Leistungs­berechtigt sind Ausländerinnen und Ausländer, die sich tatsächlich im Bundes­gebiet aufhalten und eine der in § 1 AsylbLG aufgeführten Voraussetzungen erfüllen (Aufenthalts­gestattung, Aufenthalts­erlaubnis zum subsidiären Schutz, Duldung, Abschiebungs­androhung noch nicht oder nicht mehr vollziehbar, Ehegatten, Lebenspartner oder minderjährige Kinder, noch nicht gestattete Einreise über einen Flughafen sowie Folge- oder Zweitantrag). Ausländerinnen und Ausländer die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Zuerkennung der Flüchtlings­eigenschaft erhalten oder als Asylberechtigte anerkannt sind, sind hingegen nicht leistungsberechtigt nach dem AsylbLG und werden in dieser Statistik nicht berücksichtigt.

Mit 64 % kamen zum Jahresende 2016 die meisten Regelleistungs­empfängerinnen und -empfänger aus Asien. Je 17 % stammten aus Europa und Afrika. Knapp 30 % der 463 000 Hilfe­bezieherinnen und -bezieher aus Asien stammten aus Afghanistan. Des Weiteren kamen rund 120 000 Personen aus Syrien und 84 000 Personen aus dem Irak. Von den 124 000 europäischen Leistungs­bezieherinnen und -beziehern waren rund 41 000 im Besitz eines serbischen, kosovarischen oder montenegrinischen Passes oder stammten aus den Vorgängerstaaten. Aus der Russischen Föderation kamen 27 000 Personen und aus Albanien 20 000 Personen.

Zum Jahresende 2016 erhielten 78 % der Regelleistungs­empfängerinnen und -empfänger Grundleistungen. Die Grundleistungen nach dem AsylbLG sollen den Lebensbedarf an Ernährung, Unterkunft, Heizung, Kleidung, Gesundheits- und Körperpflege sowie Gebrauchs- und Verbrauchs­gütern des Haushalts vorrangig in Form von Sachleistungen decken. Für persönliche Bedürfnisse des täglichen Lebens wird zusätzlich ein monatlicher Geldbetrag gezahlt.

Bei Vorliegen der gesetzlichen Voraus­setzungen nach § 2 AsylbLG – also nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland – werden den Leistungs­berechtigten anstelle der Grundleistungen erhöhte Sätze der Hilfe zum Lebensunterhalt entsprechend den Leistungen des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII) gewährt. Ende 2016 betrug deren Anteil an allen Regelleistungs­empfängerinnen und -empfängern 22 %.

Neben den Regelleistungen können nach dem AsylbLG auch besondere Leistungen in speziellen Bedarfssituationen gewährt werden, etwa bei Krankheit, Schwangerschaft oder Geburt. Zum Jahresende 2016 erhielten 312 000 Personen besondere Leistungen, die zumeist parallel zu den Regelleistungen erbracht wurden. Darunter waren 2 100 Empfängerinnen und Empfänger, die ausschließlich Anspruch auf besondere Leistungen hatten.

Weitere Daten erhalten Sie in unserer Fachserie 13 Reihe 7 "Leistungen an Asylbewerber".

Zusatzinformationen

Auf einen Blick

Empfänger von Sozialhilfe
Grund­sicherung12/20161 025 903
Hilfe zur Pflege2015450 674
Wohn­geld­haushalte2016631 481
Asyl­bewerber­leistungen2016728 239
Kinder- und Jugend­hilfe
Ausgaben in Mil­liar­den Euro201540,7
Sozial­bericht­erstattung
Mindest­sicherungs­quote20159,7 %

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