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Indikatoren

Aufgaben und Methodik

Erfüllungsaufwand

Das relevante Maß für Bürokratie und Grundlage der Messungen ist der Erfüllungs­aufwand. Er umfasst den Zeitaufwand und die Kosten, die den Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft und der Verwaltung durch die Befolgung einer gesetzlichen Vorgabe entstehen. Dies können Informations­pflichten, konkrete Handlungs­anweisungen, die Erfüllung von Auflagen oder die Einhaltung von Grenzwerten sein.

Erfüllungsaufwand messen

Mit Hilfe der Messung des Erfüllungsaufwands werden bestehende bundes­rechtliche Regelungen analysiert. Basierend auf diesen Ergebnissen werden Vorschläge zur Reduktion der Belastung entwickelt. Das Statistische Bundesamt übernimmt als neutraler Dienst­leister für die Bundes­regierung und den Nationalen Normen­kontrollrat die Messung des Erfüllungs­aufwands und bei Bedarf die Schätzung von Änderungen der Belastung aus Regelungs­vorhaben. Auf Grundlage des Gesetzes zur Einsetzung eines Nationalen Normen­kontrollrates (§8 NKRG) ermittelt das Statistische Bundesamt die Kosten dort wo sie entstehen – bei den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und in den Ämtern und Behörden. Die Befragungen sind freiwillig und werden telefonisch oder persönlich durchgeführt. Die erhobenen Daten zu den Normen und ihrer Belastung werden öffentlich zugänglich gemacht und der Bestand systematisch fortgeschrieben. So können alle Interessierten die Entwicklungen beim Bürokratieabbau verfolgen und sich in den Prozess einbringen. Die Mess­ergebnisse fließen in die Gesetzgebung ein und sind somit eine der Entscheidungs­grundlagen für bessere Rechtsetzung. Bei bestehenden Regelungen zeigen sie Ansätze für Verbesserungen auf und ermöglichen so systematischen Bürokratie­abbau.

Bürokratiekosten

Bürokratiekosten sind eine Bestandteil des Erfüllungs­aufwandes. Dabei handelt es sich um diejenigen Kosten, die durch die Erfüllung von Informations­pflichten entstehen. Mit den Informations­pflichten sind Anträge, Meldungen, Statistiken oder Nachweise gemeint, also der klassische "Papierkram". Als methodische Grundlage dient das Standardkosten-Modell. Relevant für dieses international standardisiertes Verfahren ist die für die Erfüllung der Pflicht benötigte Zeit und die dabei entstandenen Zusatz­kosten der Betroffenen. Bei Unternehmen wird der ermittelte Zeitaufwand mit Hilfe der üblichen Stunden­lohnsätze monetarisiert. Diese Aufwände je Fall werden mit der Gesamtzahl der jedes Jahr in Deutschland auftretenden Fälle multipliziert und ergeben die aus der Vorgabe entstehende jährliche Gesamt­belastung. Zur Messung des gesamten Erfüllungs­aufwand wurde das Standardkosten-Modell erweitert.

Publikationen

Methodenhandbuch zum
Standardkosten-Modell

Titelbild: Methodenhandbuch der Bundesregierung zur Einführung des Standardkosten-Modells

Methodenhandbuch der Bundesregierung zur Einführung des Standardkosten-Modells

Die Bundesregierung hat mit Kabinettbeschluss vom 25. April 2006 entschieden, das in mehreren europäischen Ländern bereits etablierte Standardkosten-Modell (SKM) auch in Deutschland einzuführen. Bei diesem Modell handelt es sich um einen methodischen Ansatz, mit dem ein wesentlicher Ausschnitt bestehender bürokratischer Belastungen systematisch ermittelt wird: Gemessen werden die Belastungen der Wirtschaft, der Bürger und der Verwaltung, die auf gesetzlich vorgeschriebenen Informations- und Berichtspflichten (Anträge, Formulare, Statistiken, Nachweise etc.) beruhen – mithin staatlich veranlasst sind.

Leitfaden zum
Erfüllungsaufwand

Titelbild: Leitfaden zur Ermittlung und Darstellung des Erfüllungsaufwands in Regelungsvorhaben der Bundesregierung

Leitfaden zur Ermittlung und Darstellung des Erfüllungsaufwands in Regelungsvorhaben der Bundesregierung

Das relevante Maß für Bürokratie und Grundlage der Messungen ist der Erfüllungsaufwand. Er umfasst den Zeitaufwand und die Kosten, die den Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft und der Verwaltung durch die Befolgung einer gesetzlichen Vorgabe entstehen.

Zusatzinformationen

Amtlich-einfach

Piktogramm: amtlich-einfach

Auf der Webseite amtlich-einfach finden Sie Informationen und Ergebnisse zur Zu­friedenheit von Privat­personen und Unter­nehmen mit der öffentlichen Verwaltung.

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