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Indikatoren

Gender Pay Gap

Der Gender Pay Gap ist die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes (ohne Sonderzahlungen) der Frauen und Männer im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer.

Beschäftigte in der Landwirtschaft, in der öffent­lichen Verwaltung sowie in Betrieben mit bis zu zehn Beschäftigten werden nicht berücksichtigt.

Der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern ist ein Indiz für mangelnde Gleichbehandlung. Allerdings ist er auf vielfältige Ursachen zurückzuführen. Frauen und Männer unterscheiden sich in ihren Erwerbsbiografien und der Wahl von Berufsfeldern. Dies führt häufig zu unterschiedlichen Karriereverläufen und Verdienstunterschieden.

Gender Pay Gap nach ausgewählten WirtschaftszweigenBild vergrößern

Frauen verdienen 21 % weniger

Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen lag 2016 um 21 % niedriger als der Verdienst der Männer. Die Unterschiede fielen in Westdeutschland (und Berlin) mit 23 % deutlich höher aus als im Osten (7 %).

Gender Pay Gap seit Jahren konstant

Seit 2002 ist der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern fast konstant. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Verdienstabstand bis zum Jahr 2030 auf 10 % zu senken.

Überall verdienen Männer mehr als Frauen

Der Gender Pay Gap war 2016 je nach Branche sehr unterschiedlich. Am größten war er bei der „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftli­chen und technischen Dienstleistungen“ (31 %), gefolgt vom Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung (29 %), den Banken und Versicherungen (28 %), dem Verarbeitenden Gewerbe sowie dem Bereich Information und Kommunikation (beide 25 %). Auch im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, wo traditionell Männer stärker vertreten sind als Frauen, waren die Verdienstunterschiede mit 23 % relativ hoch.

In den Wirtschaftszweigen „Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseiti­gung von Umweltverschmutzungen“ (6 %) sowie „Verkehr und Lagerei“ (7 %) fiel der Gender Pay Gap relativ gering aus. Hier waren allerdings nur wenige Frauen beschäftigt. In keinem einzigen Wirtschaftszweig verdienten Frauen mehr als Männer.

Auffallend ist, dass das Verdienstgefälle im öffentlichen Bereich weniger stark ausgeprägt ist, als im privatwirtschaftlichen Unternehmen. Der Verdienstabstand ist mit 9 % im öffentlichen Dienst wesentlich geringer als in der Privatwirt­schaft (23 %).

Einkommensunterschiede zwischen Frauen1 und Männern in %
JahreDeutschlandFrüheres
Bundesgebiet
Neue Länder

1 Unbereinigte Werte.

Quelle: Verdienststrukturerhebung 2006;

fortgeschätzt mit Ergebnissen der vierteljährlichen Verdiensterhebung.

200623246
200723246
200823246
200923246
201022247
201122247
201222248
201322238
201422239
201521238
201621237


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Prozentualer Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern, bezogen auf den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern.

Quelle
Verdienststrukturerhebung, vierteljährliche Verdiensterhebung

Hinweise zur Interpretation
Bei der Interpretation der Werte sollte berücksichtigt werden, dass es sich um den unbereinigten Gender Pay Gap handelt. Aussagen zum Unterschied in den Verdiensten von weiblichen und männlichen Beschäftigten mit gleichem Beruf, vergleichbarer Tätigkeit und äquivalentem Bildungsabschluss sind damit nicht möglich.
Der unbereinigte Gender Pay Gap (GPG) wird berechnet für alle NACE - Gruppen mit Ausnahme der Landwirtschaft, Fischerei, öffentliche Verwaltung, private Haushalte und exterritoriale Organisationen in Betrieben mit mindestens 10 Beschäftigten.
Die Grundgesamtheit besteht aus allen Arbeitnehmern, ohne Altersbeschränkung oder Einschränkung der Stundenzahl. Teilzeiterwerbstätige sind enthalten.
Der Bruttostundenlohn (unter Verwendung des arithmetischen Mittels) beinhaltet bezahlte Überstunden und schließt außerordentliche Zahlungen aus.

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

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