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Indikatoren

Befristet Beschäftigte

Wie hoch ist der Anteil der befristeten Arbeitsverträge bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern? Bei der Berechnung der Befristungsquote werden alle abhängig Beschäftigten ab 25 Jahren berücksichtigt.
Jüngere Arbeitnehmer, die sich im Übergang vom Bildungs- zum Beschäftigungssystem befinden und häufig befristete Verträge haben, fließen nicht in die Berechnung ein. Auch die Gruppe der Auszubildenden, in der befristete Beschäftigung weit verbreitet ist, wird dadurch weitgehend nicht berücksichtigt. Der Indikator erfasst daher nicht das ganze Ausmaß befristeter Beschäftigung.

Befristet Beschäftigte in EU-Staaten nach GeschlechtBild vergrößern

Jeder zwölfte Arbeitsvertrag hat ein Verfallsdatum

2016 waren in Deutschland 8,5 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 25 Jahren befristet beschäftigt. Die Befristungsquote von Frauen mit 8,9 % und Männern mit 8,2 % unterscheidet sich dabei im Vergleich zu früher kaum mehr. 25 Jahre zuvor fiel der Unterschied noch etwas größer aus. 1991 waren 6,9 % der Frauen und 5,2 % der Männer in einem befristeten Arbeitsverhältnis beschäftigt. Die meisten, (56,8 %), der befristet Beschäftigten besaßen 2016 einen Arbeitsvertrag mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr. Bei 21,2 % der Befragten betrug die Befristung ein bis unter zwei Jahre, bei weiteren 11,2 % zwei bis unter drei Jahre. 10,8 % gaben an, einen Vertrag mit einer Laufzeit von mehr als drei Jahren zu besitzen.

Befristungen steigen seit 2015 leicht an

Seit 1991 ist die Befristungsquote von 5,9 % um rund drei Prozentpunkte auf 8,5 % angestiegen. Zu beachten ist, dass der Anstieg auf Grund methodischer Änderungen etwas überzeichnet dargestellt wird. Der Anteil legte in der Vergangenheit meist in konjunkturellen Schwächephasen stärker zu, während er in Aufschwungphasen leicht zurückging. In Folge der Finanzmarktkrise ging der Anteil befristet Beschäftigter dagegen im Jahr 2009 sogar leicht ab, um in den beiden darauffolgenden Jahren wieder moderat anzusteigen. Ab 2012 sank die Befristungsquote erneut. Seit 2015 steigt der Anteil der Beschäftigten wieder leicht an.

Abhängig Beschäftigte1 mit befristetem Arbeitsvertrag
in %
JahrAlter von ... bis ... Jahren
Ins-
gesamt
25 bis 3435 bis 4445 bis 5455 bis 6465 +

1 Abhängig Beschäftigte ab 25 Jahre.

Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung

19915,98,45,04,44,412,8
19935,78,44,94,13,39,6
19956,29,35,34,24,15,4
19976,510,15,54,04,45,3
19997,411,96,64,74,34,6
20016,811,35,94,44,47,0
20036,512,15,43,94,27,2
20058,015,96,74,64,57,7
20078,517,07,25,14,57,1
20098,617,77,05,34,57,9
20118,918,77,45,54,46,5
20128,617,87,35,24,26,6
20138,317,77,14,93,87,0
20148,217,37,44,63,67,1
20158,417,97,64,63,67,3
20168,518,17,84,73,87,5

Deutschland im europäischen Mittelfeld

Im europäischen Vergleich lag Deutschland im Jahr 2016 mit einer Befristungsquote von 8,5 % unter dem EU-Durchschnitt von 11,3 % und bewegte sich im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsländern im Mittelfeld. Besonders hoch waren die Befristungsquoten in Polen mit rund 23,8 % und Spanien mit 23,6 %. Zu den sechs Ländern mit Befristungsquoten unter 5 % gehörten das Vereinigte Königreich, Bulgarien, Lettland, Estland, Litauen sowie Rumänien, welches die niedrigste Befristungsquote hatte (1,2 %). Im internationalen Vergleich ist eine niedrigere Befristungsquote jedoch nicht immer mit höherer Beschäftigungssicherheit gleichzusetzen, da die nationalen Regelungen des Kündigungsschutzes unterschiedlich sind.

In den meisten Staaten waren die Befristungsquoten der Frauen höher. Deutschland zählte hier zu den Ländern mit den geringsten Unterschieden zwischen Männern und Frauen.

Mit jeweils etwa 11,9 % waren in Deutschland die Befristungsquoten für Angehörige akademischer Berufe sowie für Hilfsarbeitskräfte und 9,9 % in Dienstleistungsberufen am höchsten.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteile der befristeten Beschäftigten ab 25 Jahre an allen abhängig Beschäftigten ab 25 Jahre.

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Für die Ergebnisse zur befristeten Beschäftigung gibt es zusätzliche Hinweise:
Der Anstieg der befristetet Beschäftigten ist durch das geänderte Hochrechnungsverfahren im Jahr 2005 im Vergleich zu 2004 überzeichnet.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

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