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Indikatoren

Qualität der Arbeit

Dimension 3: Arbeitszeit, Ausgleich von Beruf und Privatleben

Information zur Dimension 3

Ein großer Teil der Bevölkerung verbringt seine Zeit mit Arbeit. Menschen arbeiten einerseits, um Geld zu verdienen. Denn auch der Verdienst ist nur im Verhältnis zum Zeitaufwand sinnvoll zu beurteilen. Auch deshalb ist die Arbeitszeit eine weitere Dimension der "Qualität von Erwerbstätigkeit".
Der Umfang der Arbeitsstunden spielt eine wichtige Rolle: "zu viel" wird hier häufig ebenso negativ wahrgenommen wie "zu wenig". Allerdings gibt es neben dem Umfang der Arbeitszeit ebenso den Aspekt der Flexibilität von Arbeitszeit. Sind Arbeitszeiten frei wählbar oder findet die Arbeitszeit zu ungewöhnlichen Tageszeiten (etwa in der Nacht) statt?
Eben weil die Arbeitszeit einen sehr großen Anteil einnimmt, wird häufig auf die Bedeutung eines Ausgleichs von beruflichen und privaten Belangen hingewiesen. Die richtige Balance ist nicht nur wichtig für Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit des Erwerbstätigen, sondern auch für das Miteinander von Familie und Beruf.

Wöchentliche Arbeitszeit

Wie viele Stunden arbeiten die Erwerbstätigen gewöhnlich pro Woche? Die Arbeitszeit ist ein wesentliches Merkmal für die Qualität der Arbeit, da sie sowohl eine Beziehung zur Bezahlung wie auch zur Arbeitsbelastung sowie zur Möglichkeit des Ausgleichs beruflicher und privater Belange hat. Die Gruppe der Erwerbstätigen setzt sich aus Arbeitnehmern, Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen zusammen.

Durchschnittliche Wochenarbeitszeit (in Stunden)Bild vergrößern

2016 arbeiteten Vollzeiterwerbstätige rund 41 Stunden pro Woche

35,1 Stunden betrug die gewöhnliche Wochenarbeitszeit aller Erwerbstätigen in Deutschland 2016. Da die Arbeitszeit erheblich von dem Anteil der Erwerbstätigen in Teilzeit abhängig ist, sollten Voll- (41,3 Stunden pro Woche) und Teilzeiterwerbstätige (19,1 Stunden) jedoch getrennt voneinander betrachtet werden.



Arbeitszeit seit 1991 rückläufig

Insgesamt hat die gewöhnliche Wochenarbeitszeit seit 1991 (38,4 Stunden) um rund 3 Stunden abgenommen. Bei separater Betrachtung der Voll- und Teilzeiterwerbstätigen fällt jedoch auf, dass die Arbeitszeit besonders bei den Vollzeiterwerbstätigen über die Jahre relativ konstant geblieben ist. Bei den Teilzeiterwerbstätigen ist ein leichter Rückgang von 20,0 (1991) auf 19,1 Stunden (2016) zu verzeichnen. Die mittlere Arbeitszeit aller Erwerbstätigen wird dabei von dem steigenden Anteil Erwerbstätiger in Teilzeit beeinflusst. Dieser betrug 14 % von allen Erwerbstätigen im Jahr 1991 und stieg bis 2016 auf 28 % an.

Durchschnittliche normalerweise geleistete
Wochenarbeitszeit im Jahr 2016
in Stunden
Landin StundenVeränderung
gegenüber
dem Vorjahr
in Stunden
Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung.
Niederlande30,3-0,2
Dänemark32,9-0,6
Norwegen33,8 0,1
Schweiz34,8 0,0
Deutschland35,1-0,1
Irland35,9 0,0
Schweden36,4 0,1
Österreich36,5-0,1
Vereinigtes Königreich36,6-0,1
Finnland36,7-0,1
Italien37,0 0,0
Europäische Union (28 Länder)37,1 0,0
Belgien37,0-0,1
Frankreich37,3 0,1
Luxemburg37,5 0,1
Spanien37,7-0,1
Litauen38,5 0,2
Malta38,6 0,2
Estland38,4-0,2
Lettland38,7-0,3
Slowenien39,3 0,0
Portugal39,4-0,0
Kroatien39,4-0,1
Zypern39,1-0,4
Island39,3-0,3
Ungarn39,7-0,1
Rumänien39,9-0,1
Slowakei40,1-0,1
Tschechische Republik40,3-0,2
Polen40,7 0,0
Bulgarien40,8 0,0
Ehem. Republik Mazedonien41,7-0,2
Griechenland42,3 0,1
Türkei46,8-0,6

Wöchentliche Arbeitszeit liegt unter dem europäischen Durchschnitt

Deutschland lag 2016 mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 35,1 Stunden etwas unter dem europäischen Durchschnitt (37,1 Stunden). Besonders viel arbeiteten die Erwerbstätigen in der Türkei (46,8 Stunden), während Niederlande mit 30,3 Wochenarbeitsstunden den geringsten Wert aufwies. Auch hier ist zu beachten, dass der Wert von dem Anteil der Erwerbstätigen in Teilzeit in einem Land beeinflusst wird. Niederlande weist für Voll- und Teilzeiterwerbstätige mit 40,9 (Vollzeit) bzw. 19,9 Stunden pro Woche (Teilzeit) ähnliche Werte wie die Bundesrepublik auf.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Arithmetisches Mittel der normalerweise geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen (ab 15 Jahre) pro Woche.

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Es wird empfohlen die Arbeitszeit differenziert nach Voll- und Teilzeittätigen zu betrachten, da der Anteil der Teilzeitbeschäftigten sich auf die Arbeitszeit auswirkt.

Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Wöchentliche Arbeitszeit pro Haushalt

Wie viele Stunden arbeiten die Erwerbstätigen gewöhnlich pro Woche? Und wie hoch ist die Zahl der Arbeits­stunden in einem Haushalt?
Die Arbeitszeit ist ein wesentliches Merkmal für die Qualität der Arbeit, da sie sowohl eine Beziehung zur Bezahlung wie auch zur Arbeits­belastung sowie zur Möglichkeit des Ausgleichs beruflicher und privater Belange hat.

In vielen Haushalten ist mehr als eine Person erwerbstätig

Pro Haushalt wurde im Jahr 2016 in Deutschland gewöhnlich 35,4 Stunden pro Woche gearbeitet. Betrachtet man aber nur die Haushalte, in denen mindestens eine Person erwerbstätig ist, so erhöht sich die Zahl auf 53,7 Stunden pro Woche. Diese im Verhältnis zu der Zahl der erwerbstätigen Einzel­personen hohe Wochen­arbeitszeit lässt darauf schließen, dass in vielen Erwerbstätigen­haushalten mehr als eine Person erwerbstätig ist.

Durch­schnittliche normalerweise geleistete Wochen­arbeitszeit
pro Haushalt

Jahr

Arbeits­stunden pro Haushalt
Insgesamtmit Erwerbs­tätigen
Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung.
200533,353,8
200633,453,6
200734,054,0
200834,354,1
200934,354,1
201034,454,2
201134,954,3
201235,054,2
201334,953,9
201434,953,8
201534,753,4
201635,453,7

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Arithmetisches Mittel der normaler­weise geleisteten Arbeits­stunden pro Woche und Haushalt, bzw. Haushalt mit Erwerbstätigen.

Quelle
Mikrozensus

Hinweise zur Interpretation
Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungs­eckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeni­nformationen.

Überlange Arbeits­zeiten

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen mit überlangen Arbeitszeiten? In die Berechnung fließen alle Berufstätigen in Vollzeit ein, die in der Regel mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Die Angaben beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten. Die Definition von „überlanger“ Arbeitszeit richtet sich nach den internationalen Konventionen.

Hinter dem Durchschnittswert für die wöchentliche Arbeitszeit (siehe 3.1) verbirgt sich eine große Bandbreite von Arbeitszeiten, die zum Teil (weit) über und unter dem Durchschnitt liegen. Beides kann problematisch sein: Zu lange Arbeitszeiten können belastend sein, da nicht genügend Zeit für das Privatleben zur Verfügung steht. Jobs mit (zu) kurzen Arbeitszeiten führen meist zu Gehaltseinbußen und werden zum Teil ausgeübt, weil gerade keine Tätigkeit mit höherer Stundenzahl zu finden ist (siehe 3.5).

Vollzeiterwerbstätige, die mehr als 48 Stunden pro Woche arbeitenBild vergrößern

11 % aller Vollzeiterwerbstätigen arbeiten mehr als 48 Stunden pro Woche

2016 gaben 11,4 % der Vollzeiterwerbstätigen an, gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche zu arbeiten. Solche langen Arbeitszeiten betreffen vor allem Männer: 13,8 % der Männer, aber nur 6,7 % der Frauen machten entsprechende Angaben.


Steigendes Alter, längere Arbeitszeiten

Grundsätzlich gilt: Je älter, desto länger die Arbeitszeiten. Nur 1,9 % der Vollzeiterwerbstätigen im Alter von 15 bis 24 Jahren arbeiteten 2016 mehr als 48 Stunden wöchentlich. Dieser Anteil steigt mit zunehmendem Alter, sodass von den Vollzeittätigen zwischen 55 und 64 Jahren 14,4 % mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiteten.

Überlanges Arbeiten bei Führungskräften fast normal

Einer der Gründe für die deutlichen Altersunterschiede ist der hohe Anteil überlanger Arbeitszeiten bei Führungskräften, die eher in den höheren Altersgruppen zu finden sind. 34,8 % der Vollzeiterwerbstätigen in Leitungs- und Führungs­positionen arbeiteten 2016 gewöhnlich mehr als 48 Stunden – bei den Erwerbstätigen ohne Führungsaufgaben lag dieser Anteil mit 10 % deutlich niedriger. Landwirtschaftliche Fachkräfte (36,3 %) und Erwerbstätige in akademischen Berufen (17,2 %) arbeiteten ebenfalls häufig länger. Am seltensten traten lange Arbeitszeiten bei vollzeittätigen Hilfsarbeitskräften (3,2 %), bei Bürokräften und kaufmännischen Angestellten (4,3 %) sowie bei Handwerkern (5,8 %) auf.

Vollzeiterwerbstätige,die normalerweise mehr als
48 Stunden pro Woche arbeiten im Jahr 2016
in %
Merkmal %
Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung.
Insgesamt11,4
Männer13,8
Frauen6,7
Stellung im Beruf
Selbstständige mit Beschäftigten60,8
Solo-Selbstständige39,6
Arbeitnehmer6,5
Mithelfende Familienangehörige38,0

Selbständige arbeiten am häufigsten mehr als 48 Stunden

Sucht man die Gruppe, die am häufigsten über 48 Wochenstunden arbeitet, so wird man bei den Selbstständigen fündig: 50,6 % aller Selbstständigen arbeiten besonders lang. Selbstständige mit Beschäftigten (60,8 %) sogar wesentlich öfter als Solo-Selbstständige (39,6 %). Im Vergleich dazu arbeiten nur 6,5 % aller vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so viele Stunden.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Vollzeiterwerbstätige (ab 15 Jahre), die normalerweise 49 Stunden oder mehr pro Woche arbeiten an allen Vollzeiterwerbstätigen (ab 15 Jahre).

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Es wird empfohlen Selbstständige und Arbeitnehmer, bzw. Führungskräfte differenziert zu betrachten, da Selbstständige und Führungskräfte wesentlich häufiger lange Arbeitszeiten haben, als (sonstige) Arbeitnehmer.

Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Abend- und Nachtarbeit

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die regelmäßig abends oder nachts arbeiten? Unberücksichtigt bleiben dabei Erwerbstätige, die nur gelegentlich zu diesen Zeiten arbeiten. Grundlage der Berechnungen ist die Selbsteinschätzung der Befragten.

Neben dem Umfang der geleisteten Arbeitsstunden ist für die Lebensqualität von Bedeutung, zu welchen Zeiten gearbeitet wird. Abend- und Nachtarbeit werden auch als ungewöhnliche oder atypische Arbeitszeiten bezeichnet.

Erwerbstätige in Abend- und NachtarbeitBild vergrößern

Immer öfter wird bis spät gearbeitet

Der Anteil der Erwerbstätigen, die abends arbeiten, ist zwischen 1992 (15,5 %) und 2016 (25,2 %) um 9,7 Prozentpunkte gestiegen. Der Anteil derjenigen, die regelmäßig nachts arbeiten, hat dagegen nur leicht von 7,6 % auf 8,5 % zugenommen. Männer arbeiteten dabei fast doppelt so häufig nachts (10,8 %) wie Frauen (5,8 %).



Abend- und Nachtarbeit im Jahr 2016
in %
Person arbeitet ständig
oder regelmäßig
Selbstständige mit
Beschäftigten
Arbeitnehmer
Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung.
Abends43,624,0
Nachts5,98,9

Selbstständige haben später Feierabend

Knapp die Hälfte der Selbstständigen, die über Beschäftigte verfügen (43,6 %), hat 2016 regelmäßig zwischen 18 und 23 Uhr gearbeitet. Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern war es hingegen nur jede vierte Person (24,0 %). Bei der Nachtarbeit war das Verhältnis umgekehrt: Nur 5,9 % der Selbstständigen mit Beschäftigten, jedoch 8,9 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verdienten ihr Geld, während andere schliefen.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen (ab 15 Jahre), die angeben, dass sie ständig oder regelmäßig am Abend, beziehungsweise in der Nacht arbeiten an allen Erwerbstätigen (ab 15 Jahre).

Abendarbeit liegt vor, wenn die Erwerbstätigkeit ständig (= an jedem Arbeitstag) oder regelmäßig (= regelmäßig, aber nicht an jedem Arbeitstag) zwischen 18 Uhr und 23 Uhr ausgeübt wird.
Nachtarbeit liegt vor, wenn die Erwerbstätigkeit ständig (= an jedem Arbeitstag) oder regelmäßig (= regelmäßig, aber nicht an jedem Arbeitstag) zwischen 23 Uhr und 6 Uhr ausgeübt wird.

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Selbstständige arbeiten häufiger am Abend, als Arbeitnehmer. Nachts allerdings arbeiten Arbeitnehmer etwas häufiger als Selbstständige. Daher sollten diese Gruppen differenziert betrachtet werden.

Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Wochenendarbeit

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die regelmäßig samstags oder sonntags arbeiten? Unberücksichtigt bleiben dabei Erwerbstätigen, die nur gelegentlich am Wochenende arbeiten. Grundlage der Berechnungen ist die Selbsteinschätzung der Befragten.

Neben dem Umfang der geleisteten Arbeitsstunden ist für die Lebensqualität von Bedeutung, zu welchen Zeiten gearbeitet wird: Wochenendarbeit, aber auch Abend- oder Nachtarbeit werden als ungewöhnliche oder atypische Arbeitszeiten bezeichnet.

Erwerbstätige, die samstags und sonntags arbeiten nach WirtschaftssektorenBild vergrößern

Das Ende des Wochenendes?

Immer häufiger wurde nicht nur unter der Woche, sondern auch am Wochenende gearbeitet. Der Anteil der Erwerbstätigen, die samstags arbeiten, stieg von 21,1 % (1992) auf 25,3 % (2016). Der Anteil der Sonntagsarbeiterinnen und -arbeiter stieg von 10,4 % auf 14,1 %. Dazu hat vermutlich auch die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten beigetragen.



Wochenendarbeit im Jahr 2016
in %
Person arbeitet ständig
oder regelmäßig
Selbstständige mit
Beschäftigten
Arbeitnehmer
Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung.
Samstags50,923,4
Sonntags23,613,3
Samstags und Sonntags22,812,5

Vor allem Selbstständige sind am Wochenende im Einsatz

Mehr als die Hälfte der Selbstständigen mit Beschäftigten (50,9 %) arbeiteten 2016 am Samstag. Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern waren es 23,4 %. Sonntags arbeiten wesentlich weniger Menschen, es zeigten sich jedoch ähnliche Unterschiede: Fast jeder vierte selbstständige Person war auch sonntags im Einsatz (23,6 %), bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nur gut jeder Zehnte (13,3 %).

Personen, die sonntags arbeiten, arbeiten auch häufig am Samstag. 13,3 % der Erwerbstätigen arbeiten ständig oder regelmäßig an beiden Tagen des Wochenendes.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen (ab 15 Jahre), die angeben, dass sie ständig oder regelmäßig samstags, bzw. sonntags arbeiten an allen Erwerbstätigen (ab 15 Jahre).

Samstagsarbeit liegt vor, wenn die Erwerbstätigkeit ständig (= an jedem Samstag) oder regelmäßig (= regelmäßig, aber nicht an jedem Samstag) samstags ausgeübt wird.
Sonntagsarbeit liegt vor, wenn die Erwerbstätigkeit ständig (= an jedem Sonntag) oder regelmäßig (= regelmäßig, aber nicht an jedem Sonntag) sonntags ausgeübt wird.

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Selbstständige arbeiten häufiger am Samstag und Sonntag, als Arbeitnehmer. Daher sollten diese Gruppen differenziert betrachtet werden.

Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Flexible Arbeitszeiten

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die in flexiblen Arbeitszeitmodellen arbeiten?
Flexible Arbeitszeitmodelle zeichnen sich durch einen gewissen Gestaltungsspielraum der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bezug auf die von ihnen geforderte Arbeitszeit aus. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit kann dabei zum Beispiel durch die Einführung von gleitendem Beginn und Ende der Arbeitszeit oder durch die Einrichtung von Arbeitszeitkonten ermöglicht werden.

Bei einer Gleitzeitregelung können die Beschäftigten den Beginn und das Ende ihrer Arbeitszeit frei bestimmen. Sie müssen dabei lediglich die festgelegten Kernzeiten und die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit einhalten. Bei einem Arbeitszeitkonto muss die vereinbarte Stundenanzahl erreicht werden, ohne dass genaue Vorgaben über die tägliche Arbeitszeit vorgegeben sind. Telearbeit zeichnet sich dadurch aus, dass die Beschäftigten ihre Arbeit zum Teil oder komplett von Zuhause oder unterwegs aus erledigen können.

Flexible Arbeitszeiten bieten den Arbeitnehmern Möglichkeiten, ihr Privatleben besser mit ihrem Beruf in Einklang zu bringen. So können zum Beispiel familiäre Verpflichtungen besser wahrgenommen und die Freizeit effektiver genutzt werden. Aber auch für den Arbeitgeber können sich Vorteile aus der flexibilisierten Arbeitszeit ergeben: sie sorgt womöglich für eine erhöhte Motivation und Betriebsbindung der Beschäftigten. Beide Aspekte können sich wiederum positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirken.

Formen flexibler ArbeitszeitBild vergrößern

38 % der Beschäftigten arbeiteten 2010 in flexiblen Arbeitszeitmodellen

2010 hatten 37,8 % aller Beschäftigten von 15 bis 64 Jahren flexible Arbeitszeitregelungen. Rund ein Viertel der Beschäftigten konnte Arbeitszeitkonten nutzen, 10,7 % können über Gleitzeit Beginn und Ende ihrer täglichen Arbeit an ihre privaten Belange anpassen. Dagegen hatten 60,4 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer starre Arbeitszeitregelungen mit festem Arbeitsbeginn und -ende.

Der Anteil von Beschäftigten mit flexiblen Arbeitszeiten unterschied sich zwischen den Geschlechtern nur wenig: Er betrug bei den Männern 38,6 % und lag damit geringfügig höher als bei den Frauen (36,9 %).

Arbeitnehmer in flexiblen Arbeitszeitmodellen
nach Wirtschaftsbereichen im Jahr 2010
in %
Wirtschaftsbereiche%
Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung.
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei39,8
Produzierendes Gewerbe (ohne Baugewerbe)25,9
Baugewerbe38,2
Dienstleistungsbereich insgesamt28,2
Handel, Verkehr und Gastgewerbe62,9
Information und Kommunikation70,9
Finanz- und Versicherungsdienstleister58,1

Flexible Arbeitszeiten im Kommunikations- und Informationsbereich am häufigsten

Mit 70,9 % war der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit flexiblen Arbeitszeitmodellen 2010 im Bereich Kommunikation und Information am größten. Auch im Handel, Verkehr und Gastgewerbe (62,9 %) sowie bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern (58,1 %) arbeiteten mehr als die Hälfte der Beschäftigten in solchen Modellen.

Überwiegend starren Arbeitszeiten waren dagegen erwartungsgemäß die Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe ausgesetzt. Von ihnen hatten nur 25,9 % flexible Arbeitszeiten. Im Dienstleistungsbereich betrug der Anteil 28,2 %.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer (15 - 64 Jahre) in flexiblen Arbeitszeitmodellen an allen Arbeitnehmern (15 - 64 Jahre).

"Flexible Arbeitszeit" liegt vor, wenn folgende Arbeitszeitgestaltung möglich ist:
- Gleitzeit/Arbeitszeitkonten,
- festgelegte Arbeitsstundenzahl, aber flexible Verteilung der Stunden über den Tag hinweg,
- freie Gestaltung der Arbeitszeit.

Quelle
Mikrozensus (Zusatzerhebung 2010)

Hinweise zur Interpretation
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte

Teilzeittätige, die gerne Vollzeit arbeiten würden, aber auf dem Arbeitsmarkt keine entsprechende Stelle finden konnten, werden auch als unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte bezeichnet. Als Basis für die folgenden Ausführungen dienten die Angaben von Befragten zum Hauptgrund für ihre Teilzeitbeschäftigung.

Der Indikator berechnet sich aus dem Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten ab 15 Jahren an allen Teilzeitbeschäftigten ab 15 Jahren. Unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte müs­sen häufig Einbußen beim Verdienst und bei der Altersvorsorge in Kauf nehmen.

Gründe für Teilzeittätigkeit nach GeschlechtBild vergrößern

Jede neunte Teilzeitkraft will Vollzeit arbeiten

Im Jahr 2016 gingen 11,5 Millionen Personen einer Teilzeittätigkeit nach. 11,2 % von ihnen betrachteten die Teilzeitarbeit als Notlösung. Sie gaben als Grund für ihre Teil­zeit­tä­tig­keit an, keine Vollzeitstelle gefunden zu haben. 15,4 % der teilzeitbeschäftigten Männer und knapp 10,1 % der Frauen waren eigentlich auf der Suche nach einem Vollzeitjob.

Nicht nur Berufseinsteiger sind von unfreiwilliger Teilzeitbeschäftigung betroffen. In allen unter­suchten Altersklassen (mit Ausnahme der über 64-Jährigen) betrug der Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten über 9 Prozent (von 9,2 % bei 15- bis 24-Jährigen bis zu 13,7 % bei den 55- bis 64-Jährigen).

Anteil der unfreiwillig  TeilzeitbeschäftigtenBild vergrößern

Zahl der Betroffenen bleibt hoch

Im Jahr 2016 sahen sich weniger Personen in unfreiwilliger Teilzeit (11,2 %) als noch wenige Jahre zuvor (2010: 20,8 %). Der Anteil der unfreiwillig Teil­zeit­tä­tigen lag allerdings nach wie vor deutlich höher als im Jahr 1992 (5,4 %).

Der stärkste Anstieg erfolgte zwischen 2002 und 2006. In diesem Zeitraum hatte die Zahl der Mini-Jobs als Folge gesetzlicher Änderungen deutlich zu­ge­nom­men. Ab 2005 dürfte der Anstieg durch Änderungen bei Erhebungs- und Hochrechnungsverfahren im Mikrozensus etwas überzeichnet sein, dies ändert aber nichts am allgemeinen Trend.

Hohe unfreiwillige Teilzeitbeschäftigung im Handel, Verkehr und Gastgewerbe

Besonders viele unfreiwillig in Teilzeit Beschäftigte arbeiteten 2016 im Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (15,1 %) sowie im Bereich der Un­ter­neh­mens­dienst­leis­tun­gen (12,3 %). Unfreiwillige Teilzeitbeschäftigung scheint allerdings auch dort allmählich an Bedeutung zu verlieren. In den zuvor genannten Bereichen lagen die Anteile im Jahr 2010 noch jeweils bei über 25 %.

Unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte im Jahr 2016
in %
Alter von ... bis ... JahrenInsgesamtFrauenMänner

/ = Keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug

Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung.

15 bis 249,29,58,8
25 bis 3413,411,119,6
35 bis 449,57,126,7
45 bis 5412,611,323,5
55 bis 6413,712,618,1
65 und älter/1,1/
Insgesamt11,210,115,4

Familienpflichten sind für Frauen wichtigster Grund für Teilzeit

Neben dem Umstand, keine Vollzeitstelle gefunden zu haben, gibt es noch weitere Gründe für Teilzeitbeschäftigung. Ein großer Teil der Erwerbstätigen arbeitet aus familiären Gründen in Teilzeit: 2016 nannten 23,2 % die Betreuung von Kindern oder anderen Angehörigen als Grund, 15,9 % sonstige familiäre Ver­pflich­tun­gen. Frauen übten deutlich häufiger eine Teilzeitbeschäftigung wegen familiärer Pflichten aus als Männer. 2016 nannten 47,0 % der Frauen einen der beiden genannten Gründe, aber gerade einmal 9,8 % der Männer.

36,1 % der Teilzeitbeschäftigten gaben an, sich aus anderen Gründen keine Vollzeittätigkeit zu wünschen, weitere 9,9 % nannten eine Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme als Grund ihrer Teil­zeit­tä­tig­keit. Inwiefern bei diesen Gruppen Teilzeitarbeit freiwillig ausgeübt wird, kann nicht abschließend geklärt werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Ver­än­de­run­gen bei Angeboten für Kin­der­be­treu­ung und Pflege Wünsche nach Vollzeit- oder Teilzeitarbeit beeinflussen.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Teilzeitbeschäftigte (ab 15 Jahren), die keine Vollzeitstelle gefunden haben, an allen Teilzeitbeschäftigten (ab 15 Jahren).

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Als unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte gelten alle Teilzeiterwerbstätigen, die als Hauptgrund für die Teilzeittätigkeit angeben, keine Dauerstelle gefunden zu haben. Diese Definition kann insofern verwirrend sein, als auch bei den anderen Gründen für die Ausübung von Teilzeittätigkeiten nicht zwangsläufig von einer "freiwilligen" Entscheidung ausgegangen werden kann, beispielsweise wenn die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen der Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung im Wege stehen.

Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Erwerbsbeteiligung von Eltern

In welchem Verhältnis steht die Erwerbsbeteiligung von Eltern zu der von Personen ohne Kinder?
Die Erwerbstätigenquoten von Eltern zeigen, in welchem Maße sich Väter und insbesondere Mütter im Zuge der Familiengründung aus dem Berufsleben zurückziehen.
Bei der Erwerbstätigenquote der Eltern handelt es sich um alle aktiv erwerbstätigen Eltern gemessen an der Bevölkerung. Als aktiv erwerbstätig gelten Personen, die in der Woche vor der Befragung gearbeitet haben. Personen im Urlaub, Sonderurlaub oder in Elternzeit werden nicht mitgezählt.

Der Indikator betrachtet alle Eltern im Alter von 20 bis 49 Jahren mit mindestens einem Kind unter 6 Jahren.

Eine ausgewogene Balance beruflicher und privater Lebensgestaltung ist eine Grundvoraussetzung für Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Für viele Menschen in der Familiengründungsphase ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von zentraler Bedeutung für die Lebensqualität.

Erwerbstätigenquote von Eltern mit jüngstem Kind unter 6 Jahren nach Anzahl der Kinder und GeschlechtBild vergrößern

Mütter stellen den Beruf für die Familie häufiger zurück

Die Erwerbstätigenquote von Eltern mit mindestens einem Kind unter 6 Jahren lag im Jahr 2016 bei 61,8 %, die von Personen ohne Kinder oder mit Kindern über 6 Jahre sind mit 75,4 % seltener aktiv erwerbstätig als Väter mit mindestens einem Kind unter 6 Jahren (82,8 %). Bei Frauen ist das umgekehrt: 70,8 % der Frauen ohne Kinder oder mit Kindern über 6 Jahre sind aktiv erwerbstätig, aber nur 46,7 % der Mütter mit mindestens einem Kind unter 6 Jahren.





Erwerbstätigenquote von Eltern im Alter von
20 - 49 Jahren mit Kindern unter 6 Jahren
im Jahr 2016 in %
Anzahl der KinderInsgesamtFrauenMänner
Quelle: Ergebnis des Mikrozensus.
1 Kind62,946,782,8
2 Kinder64,447,483,9
3 und mehr Kinder53,033,975,7
Insgesamt61,844,882,0

Erwerbstätigkeit von Eltern sinkt ab dem dritten Kind

Die Erwerbsbeteiligung von Eltern mit einem oder zwei Kindern lag 2016 auf einem ähnlichen Niveau. Während Eltern mit einem Kind zu 62,9 % erwerbstätig waren, arbeiteten 64,4 % der Eltern mit zwei Kindern. Bei Eltern mit mindestens drei Kindern - wovon mindestens eines im Vorschulalter ist - betrug der Anteil 53,0 %. Demnach ist die Erwerbsbeteiligung bei zwei Kindern am höchsten.

Bei getrennter Betrachtung von Müttern und Vätern zeigen sich die gleichen Tendenzen, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau. Während Mütter mit einem Kind nur 46,7 % erwerbstätig waren, lag der Anteil bei den Vätern mit 82,8 % deutlich höher. Bei mindestens drei Kindern nimmt der Unterschied zwischen Müttern und Vätern noch stärker zu: Väter mit mindestens drei Kindern gingen zu 75,8 % einer Erwerbstätigkeit nach. Unter den Müttern betrug dieser Anteil mit 33,9 % weniger als halb so viel.

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Erwerbstätigenquote von aktiv erwerbstätigen Frauen und Männern (im Alter von 20 bis 49 Jahren) mit Kindern unter 6 Jahren in der Familie.

Aktive Erwerbstätigkeit liegt vor, wenn eine Person in der Berichtswoche gearbeitet hat.

Quelle
Mikrozensus

Hinweise zur Interpretation
Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Eltern, die Teilzeit arbeiten

Wie hoch ist der Anteil von Vätern und Müttern, die in Teilzeit arbeiten?
Eine hohe Erwerbsbeteiligung insbesondere von Müttern steht nicht allein für eine ausgeglichene Integration in den Arbeitsmarkt. Auch der Umfang der Arbeitszeit muss berücksichtigt werden.

Einbezogen werden nur berufstätige Eltern zwischen 20 und 49 Jahren mit mindestens einem Kind unter 6 Jahren, die in der Woche vor der Befragung gearbeitet haben. Personen im Urlaub, Sonderurlaub oder in Elternzeit werden nicht mitgezählt.

Auch bei Eltern gilt: Erwerbstätigkeit ist nicht gleich Erwerbstätigkeit. Teilzeitarbeit ermöglicht einerseits, Beruf und Familie zeitlich besser zu vereinbaren. Andererseits bedeutet reduzierte Arbeitszeit häufig auch, auf Teile des Verdienstes und der Altersvorsorge zu verzichten sowie eingeschränkte Karrieremöglichkeiten in Kauf zu nehmen.

Teilzeitquoten erwerbstätiger Eltern mit jüngstem Kind unter 6 Jahren nach Anzahl der Kinder und GeschlechtBild vergrößern

Teilzeit ist bei berufstätigen Müttern die Regel, bei Vätern die Ausnahme

Im Jahr 2016 waren 61,8 % aller Eltern mit Kindern unter sechs Jahren erwerbstätig. Dabei waren 94,0 % der erwerbstätigen Väter vollzeitbeschäftigt, während nur 6,0 % einer Teilzeittätigkeit nachgingen. Bei den Müttern war das Verhältnis umgekehrt und fiel insgesamt weniger drastisch aus: von ihnen gingen 28,1 % einer Vollzeit- und 71,9 % einer Teilzeitbeschäftigung nach. Mit steigender Kinderzahl wächst auch der Anteil der Väter in Teilzeitjobs, wenn auch nur leicht. Während 5,8 % der Väter mit einem Kind im Vorschulalter eine Stelle mit reduziertem Stundenumfang haben, arbeiteten 8,2 % der Väter mit drei und mehr Kindern Teilzeit.





Teilzeiterwerbstätige im Alter von 20 bis 49 Jahren mit Kindern unter/ab 6 Jahren im Jahr 2016
in %
MerkmalInsgesamtFrauenMänner
Quelle: Ergebnis des Mikrozensus.
Eltern mit Kindern unter 6 Jahren
Vollzeiterwerbstätig68,128,194,0
Teilzeiterwerbstätig31,971,96,0
Eltern mit Kindern ab 6 Jahren
Vollzeiterwerbstätig60,434,695,7
Teilzeiterwerbstätig39,665,44,3

Teilzeit: Kinder machen den Unterschied

Personen, die keine Kinder im Vorschulalter haben, gleichen eher der Verteilung der erwerbstätigen Gesamtbevölkerung. Bei ihnen ist die Erwerbstätigenquote größer (73,0 %) als bei Eltern mit mindestens einem Kind im Vorschulalter. Frauen, die keine Kinder unter sechs Jahren haben, sind - im Gegensatz zu Männern - häufiger vollzeitbeschäftigt. Während 92,3 % der Männer ohne Kinder im Vorschulalter einer Vollzeittätigkeit nachgehen, beträgt der Anteil bei den Frauen 43,3 %.

Mütter machen demnach nach der Geburt Ihrer Kinder viel häufiger berufliche Abstriche als ihre Partner. Allerdings nutzen in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern viele Mütter die Möglichkeit, durch Teilzeitarbeit den Kontakt zum Berufsleben zu halten.

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Teilzeitquote von aktiv erwerbstätigen Frauen und Männern (im Alter von 20 bis 49 Jahren) mit Kindern unter 6 Jahren/ab 6 Jahren in der Familie.

Aktive Erwerbstätigkeit liegt vor, wenn eine Person in der Berichtswoche gearbeitet hat.

Quelle
Mikrozensus

Hinweise zur Interpretation
Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Zeitaufwand für den Weg zum Arbeitsplatz

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die am Tag länger als 30 Minuten zum Arbeitsplatz pendeln?

Angegeben wird der Anteil der Erwerbstätigen im Alter von 15 Jahren und älter, die länger als eine halbe Stunde für die einfache Strecke zum Arbeitsplatz benötigen.

Je schneller der Weg zur Arbeitsstätte zurückgelegt wird, umso mehr Zeit bleibt für Freizeit, Familie und Freunde. Daher ist der Zeitaufwand für das Pendeln zum Arbeitsplatz ein wichtiger Indikator für den Ausgleich zwischen beruflichen und privaten Belangen.

Zeitaufwand für den Weg zur ArbeitBild vergrößern

Zwei Drittel brauchen weniger als 30 Minuten zum Arbeitsplatz

Im Jahr 2016 pendelten 69,7 % der Berufstätigen kürzer als 30 Minuten zum Arbeitsplatz. Gut ein Fünftel (22,1 %) brauchten mehr als 30 Minuten zum Arbeitsplatz, waren aber weniger als eine Stunde unterwegs. Lediglich 4,8 % brauchten länger als eine Stunde zur Arbeit.

Der Anteil derer, die länger als eine Stunde zur Arbeit pendeln, ist damit seit 1991 nahezu konstant geblieben. Dagegen ist der Anteil derer, die zwischen 30 und 60 Minuten Fahrzeit auf sich nehmen seit 1991 um rund vier Prozentpunkte angestiegen.

Frauen sind kürzer unterwegs

Um zum Arbeitsplatz zu gelangen, brauchten Männer länger als Frauen. Während 24,2 % der Frauen mindestens 30 Minuten für ihren Arbeitsweg benötigten, lag der Anteil bei den Männern bei 29,5 %. Frauen gingen häufiger Teilzeittätigkeiten nach, für die der Arbeitsweg kürzer ausfiel.

Selbstständige haben kürzere Wege

Selbstständige hatten kürzere Wege zum Arbeitsplatz. Während 28,1 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer länger als 30 Minuten zur Arbeit unterwegs waren, traf dies nur auf 13,2 % der Selbstständigen, die Beschäftigte haben, zu. Nahezu jeder zweite Selbstständige mit Beschäftigten (43,4 %) brauchte kürzer als zehn Minuten. Dies traf nur auf jeden fünften Ar­beit­neh­mer zu.


Voll- und Teilzeiterwerbstätige nach Pendeldauer im Jahr 2016 in %
PendeldauerInsgesamt
Quelle: Ergebnis des Mikrozensus
Vollzeiterwerbstätige
unter 10 Minuten19,2
10 bis unter 30 Minuten47,1
30 bis unter 60 Minuten24,4
1 Stunde und länger5,6
ständig wechselnde Arbeitsstätte3,7
Teilzeiterwerbstätige
unter 10 Minuten29,8
10 bis unter 30 Minuten48,5
30 bis unter 60 Minuten16,4
1 Stunde und länger2,9
ständig wechselnde Arbeitsstätte2,4

Teilzeiterwerbstätige haben kürzere Arbeitswege

29,8 % der Teilzeiterwerbstätigen benötigen unter 10 Minuten für ihren Arbeitsweg. Bei den Vollzeiterwerbstätigen hingegen lag der Anteil bei nur 19,2 %. Während 24,4 % der Erwerbstätigen in Vollzeit zwischen 30 Minuten und 1 Stunde unterwegs waren, waren es bei den Teilzeiterwerbstätigen nur 16,4 %. Knapp die Hälfte der Erwerbstätigen - egal ob in Teilzeit oder Vollzeit - benötigte jedoch 10 bis 30 Minuten für den einfachen Arbeitsweg.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen, die für die einfache Wegstrecke zu ihrer Arbeit über 30 Minuten benötigen an allen Erwerbstätigen mit gültigen Angaben zur Pendeldauer.

Quelle
Mikrozensus

Hinweise zur Interpretation
Selbstständige arbeiten häufiger von zu Hause und haben daher eine geringere Pendeldauer, als Arbeitnehmer. Daher sollten diese Gruppen differenziert betrachtet werden.

Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Personen in Elternzeit

Wie hoch ist der Anteil von Müttern und Vätern in Elternzeit?

Elternzeit bezeichnet den Zeitraum unbezahlter Freistellung von der Arbeit nach der Geburt eines Kindes. Der Anspruch auf Elternzeit besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Bis zu 12 Monate der Elternzeit können auch noch auf den Zeitraum zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes übertragen werden. Die Elternzeit kann zwischen den Elternteilen aufgesplittet oder nur von einem Elternteil in Anspruch genommen werden.

Der Indikator zeigt den Anteil der Mütter und Väter in Elternzeit gemessen an allen Eltern, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Als Eltern mit Job gelten auch Personen, die länger als drei Monate vom Arbeitsplatz abwesend sind.

Berücksichtigt werden alle Mütter und Väter im Alter von 20 bis 49 Jahren, deren jüngstes Kind unter 6 Jahren ist.

Frauen nehmen Elternzeit deutlich häufiger in Anspruch als Männer

Im Jahr 2016 waren fast ein Viertel aller Mütter, deren jüngstes Kind unter 6 Jahren ist, in Elternzeit. Unter den Vätern traf dies nur auf knapp 1,5 % zu.

Die Elternzeitquote sinkt mit zunehmendem Alter der Mutter. Während in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen der Anteil der Mütter in Elternzeit bei gut 34,4 % lag, belief sich dieser bei den 30- bis 39-Jährigen nur noch auf 25,4 %. Unter den 40- bis 49-jährigen Müttern betrug dieser Anteil lediglich noch 10,6 %.  Bei Vätern lassen sich keine bedeutsamen Altersunterschiede erkennen.

Elternzeitquote bei Eltern mit Kindern unter 3 Jahren deutlich höher

Die Elternzeitquote bei Müttern, deren jüngstes Kind unter drei Jahren ist, lag 2016 mit einem Anteil von 42,4 % rund 18 Prozentpunkte höher als bei Müttern mit Kindern unter 6 Jahren (24,9 %). Dies lässt vermuten, dass Mütter den Anspruch auf Elternzeit häufig bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes geltend machen.

Bei den Vätern, deren jüngstes Kind unter drei Jahren ist, stieg zwar der Anteil der Personen in Elternzeit an, dies muss jedoch vor dem Hintergrund der ohnehin geringen Elternzeitquote von Vätern betrachtet werden.

Anteil der Eltern in Elternzeit an allen erwerbstätigen Eltern 2016 in %
Eltern mit Kind
InsgesamtMännerFrauen
Quelle: Ergebnis des Mikrozensus.
jüngstes Kind unter 3 Jahren20,92,442,4
jüngstes Kind unter 6 Jahren12,71,524,9

Elternzeitquote steigt von 2008 auf 2016 um ein Drittel an

Der Anteil der Eltern in Elternzeit, deren jüngstes Kind unter 6 Jahren ist, hat in den letzten sieben Jahren von 9,2 % auf 12,7 % um ein Drittel zugenommen.

Schwankte der Anteil der Mütter in Elternzeit bis einschließlich 2010 um die 20 %, so stieg dieser Anteil seit 2011 um gut drei Prozentpunkte auf 24,9 % im Jahr 2016 an.

Bei den Vätern zeigt sich der Anstieg der Elternzeitquote deutlicher, wenn auch auf einem deutlich geringeren Niveau. Der Anteil der Väter in Elternzeit war im Jahr 2016 mit 1,5 % 2,5 mal so hoch als im Jahr 2008 (0,6 %).


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der erwerbstätigen Personen in Elternzeit mit jüngstem Kind unter 3 bzw. 6 Jahren in der Familie an allen erwerbstätigen Personen mit jüngstem Kind unter 3 bzw. 6 Jahren in der Familie.

Quelle
Mikrozensus

Hinweise zur Interpretation
Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Erwerbstätige, die mehr als eine Tätigkeit ausüben

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die mehr als eine Tätigkeit ausüben?

Die sogenannte "Zweitjobquote" drückt aus, wie groß der Anteil derjenigen ist, die neben ihrer haupt­beruflichen Tätigkeit eine oder mehrere weitere Tätigkeiten ausüben. Berücksichtigt werden dabei Personen im Alter von 15 Jahren und älter.

Nebenjobs können insbesondere dann als zeitliche Belastung empfunden werden, wenn sie aus­geübt werden, da der Verdienst aus dem Hauptjob nicht ausreicht. Sie können aber auch interessan­te Erfahrungen und lukrative Zusatzverdienste bei gut Verdienenden bedeuten.

Erwerbstätige mit mehr als einer TätigkeitBild vergrößern

Anstieg der Zweitjobquote

2016 hatten 5,3 % aller Erwerbstätigen in Deutsch­land neben ihrer Haupttätigkeit mindestens eine weitere Tätigkeit. Damit standen im Jahr 2016 gut 2 Millionen Personen in mindestens einem weiteren Arbeitsverhältnis. Diese Zahl hat sich seit 2011 um 0,8 Prozentpunkte erhöht.

Am häufigsten waren Mehrfachbeschäftigungen bei Erwerbstätigen im mittleren Alter: So betrug der Anteil der Personen mit einer weiteren Tätigkeit bei den 35- bis 44-Jährigen 6,3 % und bei den 45- bis 54-Jährigen 5,9 %. Junge Menschen unter 25 Jahre (3,7 %) und Personen über 65 Jahre (2,4 %) hatten seltener zwei oder mehr Tätigkeiten.

Nach Geschlecht gab es dagegen geringere Unterschiede: 6,0 % der erwerbstätigen Frauen und 4,8 % der erwerbstätigen Männer gingen einer weiteren Beschäftigung nach. Hintergrund für den höheren Anteil bei den Frauen ist, dass Mehrfachbeschäftigungen häufiger bei Teilzeiterwerbstätigen vorkommen, bei denen wiederum der Frauenanteil deutlich höher ist. Immer mehr Erwerbstätige üben mehr als eine Tätigkeit aus. Seit 1992 hat sich der Wert fast verdreifacht.


Anteil der Erwerbstätigen, die mehr als eine Tätigkeit ausüben an allen Erwerbstätigen in %
JahrInsgesamtMännerFrauen
Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung.
19912,02,31,6
19921,82,11,4
19932,02,21,7
19941,92,11,6
19952,72,92,5
19962,42,72,1
19972,62,72,3
19982,82,92,6
19992,52,72,3
20002,42,52,1
20012,42,52,2
20022,22,42,0
20032,52,62,3
20042,72,72,7
20053,43,33,4
20063,53,43,6
20073,73,63,9
20083,73,54,0
20093,73,44,1
20103,73,44,0
20114,54,24,9
20124,74,35,1
20134,84,45,3
20145,04,65,4
20155,04,65,5
20165,34,86,0

36,3 % sind im Zweitjob selbstständig

Die meisten Erwerbstätigen mit einer zweiten oder weiteren Tätigkeit waren in ihrem Zweitjob als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer tätig (62,5 %). Eine weitere große Gruppe war im Zweitjob selbstständig ohne eigene Beschäftigte (33,4 %). Dagegen gaben sehr wenige Befragte an, in der Nebentätigkeit selbstständig mit Beschäftigten (2,9 %) oder mithelfendes Familienmitglied (1,2 %) zu sein.

8,2 Wochenstunden im Nebenjob

Im Nebenjob arbeiteten Erwerbstätige im Durchschnitt 8,2 Stunden pro Woche. Dabei war die Arbeitszeit bei im Zweitjob Selbstständigen mit Beschäftigten (13,3 Stunden) deutlich länger als bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (7,6 Stunden) oder Soloselbstständigen (8,5 Stunden).

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen (ab 15 Jahre), die mehr als eine Tätigkeit ausüben

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Selbstständige und Teilzeitbeschäftigte haben häufiger eine Nebentätigkeit als (sonstige) Arbeitnehmer.

Im Vergleich zu anderen Statistiken (insbesondere der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit) weist die Arbeitskräfteerhebung einen deutlich geringeren Anteil von Erwerbstätigen mit mehreren Tätigkeiten nach. Hintergrund ist, dass die Arbeitskräfteerhebung auf die Auskunft der Befragten zurückgreift, während die Beschäftigungen auf den gesetzlich vorgeschriebenen Meldungen zur Sozialversicherung basiert.

Die Fragestellung in der Arbeitskräfteerhebung wurde von 2004 auf 2005 geändert, so dass die Vergleichbarkeit zwischen diesen beiden Jahren eingeschränkt ist.

Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

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