Qualität der Arbeit
- Arbeitszeit, Ausgleich von
Beruf und Privatleben
Dimension 3: Arbeitszeit, Ausgleich von Beruf und Privatleben
- Information zur Dimension 3
- Wöchentliche Arbeitszeit
- Wöchentliche Arbeitszeit pro Haushalt
- Überlange Arbeitszeiten
- Abend- und Nachtarbeit
- Wochenendarbeit
- Flexible Arbeitszeiten
- Unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte
- Erwerbsbeteiligung von Eltern
- Eltern, die Teilzeit arbeiten
- Zeitaufwand für den Weg zum Arbeitsplatz
- Personen in Elternzeit
- Erwerbstätige, die mehr als eine Tätigkeit ausüben
Information zur Dimension 3
Arbeitszeit und der Ausgleich beruflicher und privater Belange
Ein großer Teil der Bevölkerung verbringt seine Zeit mit Arbeit. Menschen arbeiten einerseits, um Geld zu verdienen. Denn auch der Verdienst ist nur im Verhältnis zum Zeitaufwand sinnvoll zu beurteilen. Auch deshalb ist die Arbeitszeit eine weitere Dimension der "Qualität von Erwerbstätigkeit".
Der Umfang der Arbeitsstunden spielt eine wichtige Rolle: "zu viel" wird hier häufig ebenso negativ wahrgenommen wie "zu wenig". Allerdings gibt es neben dem Umfang der Arbeitszeit ebenso den Aspekt der Flexibilität von Arbeitszeit. Sind Arbeitszeiten frei wählbar oder findet die Arbeitszeit zu ungewöhnlichen Tageszeiten (etwa in der Nacht) statt?
Eben weil die Arbeitszeit einen sehr großen Anteil einnimmt, wird häufig auf die Bedeutung eines Ausgleichs von beruflichen und privaten Belangen hingewiesen. Die richtige Balance ist nicht nur wichtig für Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit des Erwerbstätigen, sondern auch für das Miteinander von Familie und Beruf.
Wöchentliche Arbeitszeit
rWie viele Stunden arbeiten die Erwerbstätigen gewöhnlich pro Woche? Die Arbeitszeit ist ein wesentliches Merkmal für die Qualität der Arbeit, da sie sowohl eine Beziehung zur Bezahlung wie auch zur Arbeitsbelastung sowie zur Möglichkeit des Ausgleichs beruflicher und privater Belange hat. Die Gruppe der Erwerbstätigen setzt sich aus Arbeitnehmern, Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen zusammen.
2015 arbeiteten Vollzeiterwerbstätige 41 Stunden pro Woche
35,2 Stunden betrug die gewöhnliche Wochenarbeitszeit aller Erwerbstätigen in Deutschland 2015. Da die Arbeitszeit erheblich von dem Anteil der Erwerbstätigen in Teilzeit abhängig ist, sollten Voll- (41,4 Stunden pro Woche) und Teilzeiterwerbstätige (19,0 Stunden) jedoch getrennt voneinander betrachtet werden.
Arbeitszeit seit 1991 rückläufig
Insgesamt hat die gewöhnliche Wochenarbeitszeit seit 1991 (38,4 Stunden) um rund 3 Stunden abgenommen. Bei separater Betrachtung der Voll- und Teilzeiterwerbstätigen fällt jedoch auf, dass die Arbeitszeit besonders bei den Vollzeiterwerbstätigen über die Jahre relativ konstant geblieben ist. Bei den Teilzeiterwerbstätigen ist ein leichter Rückgang von 20 (1991) auf 19 Stunden (2015) zu verzeichnen. Die mittlere Arbeitszeit aller Erwerbstätigen wird dabei von dem steigenden Anteil Erwerbstätiger in Teilzeit beeinflusst. Dieser betrug 14 % von allen Erwerbstätigen im Jahr 1991 und stieg bis 2015 auf 28 % an.
| Land | in Stunden | Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Stunden |
|---|---|---|
| Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung. | ||
| Niederlande | 30,1 | – 0,1 |
| Dänemark | 33,5 | 0,0 |
| Norwegen | 33,7 | – 0,2 |
| Schweiz | 34,8 | 0,0 |
| Deutschland | 35,2 | – 0,1 |
| Irland | 35,9 | 0,3 |
| Schweden | 36,3 | 0,0 |
| Österreich | 36,6 | – 0,1 |
| Vereinigtes Königreich | 36,7 | 0,0 |
| Finnland | 36,8 | 0,0 |
| Italien | 37,0 | 0,1 |
| Europäische Union (28 Länder) | 37,1 | – 0,1 |
| Belgien | 37,1 | 0,0 |
| Frankreich | 37,2 | 0,0 |
| Luxemburg | 37,4 | 0,0 |
| Spanien | 37,8 | – 0,1 |
| Litauen | 38,3 | 0,2 |
| Malta | 38,4 | 0,4 |
| Estland | 38,6 | – 0,3 |
| Lettland | 39,0 | – 0,1 |
| Slowenien | 39,3 | 0,0 |
| Portugal | 39,4 | – 0,3 |
| Kroatien | 39,5 | – 0,4 |
| Zypern | 39,5 | 0,1 |
| Island | 39,6 | 0,0 |
| Ungarn | 39,8 | 0,0 |
| Rumänien | 39,8 | – 0,2 |
| Slowakei | 40,2 | – 0,3 |
| Tschechische Republik | 40,5 | 0,1 |
| Polen | 40,7 | 0,0 |
| Bulgarien | 40,8 | 0,0 |
| Ehem. Republik Mazedonien | 41,9 | – 0,1 |
| Griechenland | 42,2 | 0,3 |
| Türkei | 47,4 | – 0,3 |
Wöchentliche Arbeitszeit liegt unter dem europäischen Durchschnitt
Deutschland lag 2015 mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 35,2 Stunden etwas unter dem europäischen Durchschnitt (37,1 Stunden). Besonders viel arbeiteten die Erwerbstätigen in der Türkei (47,4 Stunden), während Niederlande mit 30,1 Wochenarbeitsstunden den geringsten Wert aufwies. Auch hier ist zu beachten, dass der Wert von dem Anteil der Erwerbstätigen in Teilzeit in einem Land beeinflusst wird. Niederlande weist für Voll- und Teilzeiterwerbstätige mit 40,9 (Vollzeit) bzw. 19,7 Stunden pro Woche (Teilzeit) ähnliche Werte wie die Bundesrepublik auf.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Arithmetisches Mittel der normalerweise geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen (ab 15 Jahre) pro Woche.
Quelle
Arbeitskräfteerhebung
Hinweise zur Interpretation
Es wird empfohlen die Arbeitszeit differenziert nach Voll- und Teilzeittätigen zu betrachten, da der Anteil der Teilzeitbeschäftigten sich auf die Arbeitszeit auswirkt.
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011 - 2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.
Wöchentliche Arbeitszeit pro Haushalt
Wie viele Stunden arbeiten die Erwerbstätigen gewöhnlich pro Woche? Und wie hoch ist die Zahl der Arbeitsstunden in einem Haushalt?
Die Arbeitszeit ist ein wesentliches Merkmal für die Qualität der Arbeit, da sie sowohl eine Beziehung zur Bezahlung wie auch zur Arbeitsbelastung sowie zur Möglichkeit des Ausgleichs beruflicher und privater Belange hat.
In vielen Haushalten ist mehr als eine Person erwerbstätig
Pro Haushalt wurde im Jahr 2015 in Deutschland gewöhnlich 35 Stunden pro Woche gearbeitet. Betrachtet man aber nur die Haushalte, in denen mindestens eine Person erwerbstätig ist, so erhöht sich die Zahl auf 53 Stunden pro Woche. Diese im Verhältnis zu der Zahl der erwerbstätigen Einzelpersonen hohe Wochenarbeitszeit lässt darauf schließen, dass in vielen Erwerbstätigenhaushalten mehr als eine Person erwerbstätig ist.
Jahr | Arbeitsstunden pro Haushalt | |
|---|---|---|
| Insgesamt | mit Erwerbstätigen | |
| Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung. | ||
| 2005 | 33,3 | 53,8 |
| 2006 | 33,4 | 53,6 |
| 2007 | 34,0 | 54,0 |
| 2008 | 34,3 | 54,1 |
| 2009 | 34,3 | 54,1 |
| 2010 | 34,4 | 54,2 |
| 2011 | 34,9 | 54,3 |
| 2012 | 35,0 | 54,2 |
| 2013 | 34,9 | 53,9 |
| 2014 | 34,9 | 53,8 |
| 2015 | 34,7 | 53,4 |
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Arithmetisches Mittel der normalerweise und tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden pro Woche und Haushalt, bzw. Haushalt mit Erwerbstätigen.
Quelle
Mikrozensus
Hinweise zur Interpretation
Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011-2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.
Überlange Arbeitszeiten
Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen mit überlangen Arbeitszeiten? In die Berechnung fließen alle Berufstätigen in Vollzeit ein, die in der Regel mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Die Angaben beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten. Die Definition von „überlanger“ Arbeitszeit richtet sich nach den internationalen Konventionen.
Hinter dem Durchschnittswert für die wöchentliche Arbeitszeit (siehe 3.1) verbirgt sich eine große Bandbreite von Arbeitszeiten, die zum Teil (weit) über und unter dem Durchschnitt liegen. Beides kann problematisch sein: Zu lange Arbeitszeiten können belastend sein, da nicht genügend Zeit für das Privatleben zur Verfügung steht. Jobs mit (zu) kurzen Arbeitszeiten führen meist zu Gehaltseinbußen und werden zum Teil ausgeübt, weil gerade keine Tätigkeit mit höherer Stundenzahl zu finden ist (siehe 3.5).
Jeder Achte arbeitet mehr als 48 Stunden pro Woche
Jede achte vollzeiterwerbstätige Person (12 %) gab 2015 an, gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche zu arbeiten. Solche langen Arbeitszeiten betreffen vor allem Männer: 14 % der Männer, aber nur 7 % der Frauen machten entsprechende Angaben.
Steigendes Alter, längere Arbeitszeiten
Grundsätzlich gilt: Je älter, desto länger die Arbeitszeiten. Nur 2 % der Vollzeiterwerbstätigen im Alter von 15 bis 24 Jahren arbeiteten 2015 mehr als 48 Stunden wöchentlich. Dieser Anteil steigt mit zunehmendem Alter, sodass von den Vollzeittätigen zwischen 45 und 64 Jahren 15 % mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiteten.
Überlanges Arbeiten bei Führungskräften fast normal
Einer der Gründe für die deutlichen Altersunterschiede ist der hohe Anteil überlanger Arbeitszeiten bei Führungskräften, die eher in den höheren Altersgruppen zu finden sind. 36 % der Vollzeiterwerbstätigen in Leitungs- und Führungspositionen arbeiteten 2015 gewöhnlich mehr als 48 Stunden – bei den Erwerbstätigen ohne Führungsaufgaben lag dieser Anteil mit 10 % deutlich niedriger. Landwirtschaftliche Fachkräfte (37 %) und Erwerbstätige in akademischen Berufen (18 %) arbeiteten ebenfalls häufig länger. Am seltensten traten lange Arbeitszeiten bei vollzeittätigen Hilfsarbeitskräften(3 %), bei Bürokräften und kaufmännischen Angestellten (4 %) sowie bei Handwerkern (6 %) auf.
| Merkmal | % |
|---|---|
| Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung. | |
| Insgesamt | 11,9 |
| Männer | 14,5 |
| Frauen | 7,0 |
| Stellung im Beruf | |
| Selbstständige mit Beschäftigten | 62,2 |
| Solo-Selbstständige | 40,2 |
| Arbeitnehmer | 6,7 |
| Mithelfende Familienangehörige | 38,4 |
Selbständige arbeiten am häufigsten mehr als 48 Stunden
Sucht man die Gruppe, die am häufigsten über 48 Wochenstunden arbeitet, so wird man bei den Selbstständigen fündig: 52 % aller Selbstständigen arbeiten besonders lang. Selbstständige mit Beschäftigten (62 %) sogar wesentlich öfter als Solo-Selbstständige (40 %). Im Vergleich dazu arbeiten nur 7,0 % aller vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so viele Stunden.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Vollzeiterwerbstätige (ab 15 Jahre), die normalerweise 49 Stunden oder mehr pro Woche arbeiten an allen Vollzeiterwerbstätigen (ab 15 Jahre).
Quelle
Arbeitskräfteerhebung
Hinweise zur Interpretation
Es wird empfohlen Selbstständige und Arbeitnehmer, bzw. Führungskräfte differenziert zu betrachten, da Selbstständige und Führungskräfte wesentlich häufiger lange Arbeitszeiten haben, als (sonstige) Arbeitnehmer.
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011-2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.
Abend- und Nachtarbeit
Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die regelmäßig abends oder nachts arbeiten? Unberücksichtigt bleiben dabei Erwerbstätige, die nur gelegentlich zu diesen Zeiten arbeiten. Grundlage der Berechnungen ist die Selbsteinschätzung der Befragten.
Neben dem Umfang der geleisteten Arbeitsstunden ist für die Lebensqualität von Bedeutung, zu welchen Zeiten gearbeitet wird. Abend- und Nachtarbeit werden auch als ungewöhnliche oder atypische Arbeitszeiten bezeichnet.
Immer öfter wird bis spät gearbeitet
Der Anteil der Erwerbstätigen, die abends arbeiten, ist zwischen 1994 (15 %) und 2015 (26 %) um zehn Prozentpunkte gestiegen. Der Anteil derjenigen, die regelmäßig nachts arbeiten, hat dagegen nur leicht von 8 % auf 9 % zugenommen. Männer arbeiteten dabei fast doppelt so häufig nachts (11 %) wie Frauen (6 %).
| Person arbeitet ständig oder regelmäßig | Selbstständige mit Beschäftigten | Arbeitnehmer |
|---|---|---|
| Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung. | ||
| Abends | 44,8 | 24,5 |
| Nachts | 6,6 | 9,1 |
Selbstständige haben später Feierabend
Fast die Hälfte der Selbstständigen, die über Beschäftigte verfügen (45 %), hat 2015 regelmäßig zwischen 18 und 23 Uhr gearbeitet. Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern war es hingegen nur jede vierte Person (25 %). Bei der Nachtarbeit war das Verhältnis umgekehrt: Nur 7 % der Selbstständigen mit Beschäftigten, jedoch 9 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verdienten ihr Geld, während andere schlafen.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen (ab 15 Jahre), die angeben, dass sie ständig oder regelmäßig am Abend, beziehungsweise in der Nacht arbeiten an allen Erwerbstätigen (ab 15 Jahre).
Abendarbeit liegt vor, wenn die Erwerbstätigkeit ständig (= an jedem Arbeitstag) oder regelmäßig (= regelmäßig, aber nicht an jedem Arbeitstag) zwischen 18 Uhr und 23 Uhr ausgeübt wird.
Nachtarbeit liegt vor, wenn die Erwerbstätigkeit ständig (= an jedem Arbeitstag) oder regelmäßig (= regelmäßig, aber nicht an jedem Arbeitstag) zwischen 23 Uhr und 6 Uhr ausgeübt wird.
Quelle
Arbeitskräfteerhebung
Hinweise zur Interpretation
Selbstständige arbeiten häufiger am Abend, als Arbeitnehmer. Nachts allerdings arbeiten Arbeitnehmer etwas häufiger als Selbstständige. Daher sollten diese Gruppen differenziert betrachtet werden.
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011 - 2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.
Wochenendarbeit
Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die regelmäßig samstags oder sonntags arbeiten? Unberücksichtigt bleiben dabei Erwerbstätigen, die nur gelegentlich am Wochenende arbeiten. Grundlage der Berechnungen ist die Selbsteinschätzung der Befragten.
Neben dem Umfang der geleisteten Arbeitsstunden ist für die Lebensqualität von Bedeutung, zu welchen Zeiten gearbeitet wird: Wochenendarbeit, aber auch Abend- oder Nachtarbeit werden als ungewöhnliche oder atypische Arbeitszeiten bezeichnet.
Das Ende des Wochenendes?
Immer häufiger wurde nicht nur unter der Woche, sondern auch am Wochenende gearbeitet. Der Anteil der Erwerbstätigen, die samstags arbeiten, stieg von 21 % (1992) auf 26 % (2015). Der Anteil der Sonntagsarbeiter und -arbeiterinnen stieg von 10 % auf 14 %. Dazu hat vermutlich auch die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten beigetragen.
| Person arbeitet ständig oder regelmäßig | Selbstständige mit Beschäftigten | Arbeitnehmer |
|---|---|---|
| Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung. | ||
| Samstags | 52,5 | 23,7 |
| Sonntags | 24,8 | 13,3 |
| Samstags und Sonntags | 23,9 | 12,4 |
Vor allem Selbstständige sind am Wochenende im Einsatz
Mehr als die Hälfte der Selbstständigen mit Beschäftigten (52 %) arbeiteten 2015 am Samstag. Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern waren es 24 %. Sonntags arbeiten wesentlich weniger Menschen, es zeigten sich jedoch ähnliche Unterschiede: Jede vierte selbstständige Person war auch sonntags im Einsatz (25 %), bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nur knapp jede achte (13 %).
Personen, die sonntags arbeiten, arbeiten auch häufig am Samstag. 13 % der Erwerbstätigen arbeiten ständig oder regelmäßig an beiden Tagen des Wochenendes.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen (ab 15 Jahre), die angeben, dass sie ständig oder regelmäßig samstags, bzw. sonntags arbeiten an allen Erwerbstätigen (ab 15 Jahre).
Samstagsarbeit liegt vor, wenn die Erwerbstätigkeit ständig (= an jedem Samstag) oder regelmäßig (= regelmäßig, aber nicht an jedem Samstag) samstags ausgeübt wird.
Sonntagsarbeit liegt vor, wenn die Erwerbstätigkeit ständig (= an jedem Sonntag) oder regelmäßig (= regelmäßig, aber nicht an jedem Sonntag) sonntags ausgeübt wird.
Quelle
Arbeitskräfteerhebung
Hinweise zur Interpretation
Selbstständige arbeiten häufiger am Samstag und Sonntag, als Arbeitnehmer. Daher sollten diese Gruppen differenziert betrachtet werden.
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011-2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.
Flexible Arbeitszeiten
Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die in flexiblen Arbeitszeitmodellen arbeiten?
Flexible Arbeitszeitmodelle zeichnen sich durch einen gewissen Gestaltungsspielraum der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bezug auf die von ihnen geforderte Arbeitszeit aus. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit kann dabei zum Beispiel durch die Einführung von gleitendem Beginn und Ende der Arbeitszeit oder durch die Einrichtung von Arbeitszeitkonten ermöglicht werden.
Bei einer Gleitzeitregelung können die Beschäftigten den Beginn und das Ende ihrer Arbeitszeit frei bestimmen. Sie müssen dabei lediglich die festgelegten Kernzeiten und die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit einhalten. Bei einem Arbeitszeitkonto muss die vereinbarte Stundenanzahl erreicht werden, ohne dass genaue Vorgaben über die tägliche Arbeitszeit vorgegeben sind. Telearbeit zeichnet sich dadurch aus, dass die Beschäftigten ihre Arbeit zum Teil oder komplett von Zuhause oder unterwegs aus erledigen können.
Flexible Arbeitszeiten bieten den Arbeitnehmern Möglichkeiten, ihr Privatleben besser mit ihrem Beruf in Einklang zu bringen. So können zum Beispiel familiäre Verpflichtungen besser wahrgenommen und die Freizeit effektiver genutzt werden. Aber auch für den Arbeitgeber können sich Vorteile aus der flexibilisierten Arbeitszeit ergeben: sie sorgt womöglich für eine erhöhte Motivation und Betriebsbindung der Beschäftigten. Beide Aspekte können sich wiederum positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirken.
38 % der Beschäftigten arbeiteten 2010 in flexiblen Arbeitszeitmodellen
2010 hatten 38 % aller Beschäftigten von 15 - 64 Jahren flexible Arbeitszeitregelungen. Rund ein Viertel der Beschäftigten konnte Arbeitszeitkonten nutzen, knapp 11 % Prozent können über Gleitzeit Beginn und Ende ihrer täglichen Arbeit an ihre privaten Belange anpassen. Dagegen hatten 60 % der Arbeitnehmer starre Arbeitszeitregelungen mit festem Arbeitsbeginn und -ende.
Der Anteil von Beschäftigten mit flexiblen Arbeitszeiten unterschied sich zwischen den Geschlechtern nur wenig: Er betrug bei den Männern 39 % und lag damit geringfügig höher als bei den Frauen (37 %).
| Wirtschaftsbereiche | % |
|---|---|
| Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung. | |
| Land- und Forstwirtschaft, Fischerei | 39,8 |
| Produzierendes Gewerbe (ohne Baugewerbe) | 25,9 |
| Baugewerbe | 38,2 |
| Dienstleistungsbereich insgesamt | 28,2 |
| darunter: | |
| Handel, Verkehr und Gastgewerbe | 62,9 |
| Information und Kommunikation | 70,9 |
| Finanz- und Versicherungsdienstleister | 58,1 |
Flexible Arbeitszeiten im Kommunikations- und Informationsbereich am häufigsten
Mit 71 % war der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit flexiblen Arbeitszeitmodellen 2010 im Bereich Kommunikation und Information am größten. Auch im Handel, Verkehr und Gastgewerbe (63 %) sowie bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern (58 %) arbeiteten mehr als die Hälfte der Beschäftigten in solchen Modellen.
Überwiegend starren Arbeitszeiten waren dagegen erwartungsgemäß die Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe ausgesetzt. Von ihnen hatten nur 26 % flexible Arbeitszeiten. Auch im Dienstleistungsbereich betrug der Anteil weniger als 30 %.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer (15 - 64 Jahre) in flexiblen Arbeitszeitmodellen an allen Arbeitnehmern (15 - 64 Jahre).
"Flexible Arbeitszeit" liegt vor, wenn folgende Arbeitszeitgestaltung möglich ist:
- Gleitzeit/Arbeitszeitkonten,
- festgelegte Arbeitsstundenzahl, aber flexible Verteilung der Std. über den Tag hinweg,
- freie Gestaltung der Arbeitszeit.
Quelle
Mikrozensus (Zusatzerhebung 2010)
Hinweise zur Interpretation
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011 - 2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.
Unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte
Teilzeittätige, die gerne Vollzeit arbeiten würden, aber auf dem Arbeitsmarkt keine entsprechende Stelle finden konnten, werden auch als unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte bezeichnet. Als Basis für die folgenden Ausführungen dienten die Angaben von Befragten zum Hauptgrund für ihre Teilzeitbeschäftigung.
Der Indikator berechnet sich aus dem Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten über 15 Jahren an allen Teilzeitbeschäftigten über 15 Jahren. Unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte müssen häufig Einbußen beim Verdienst und bei der Altersvorsorge in Kauf nehmen.
Jede siebte Teilzeitkraft will Vollzeit arbeiten
Im Jahr 2015 gingen gut 11 Millionen Personen einer Teilzeittätigkeit nach. 13 % von ihnen betrachteten die Teilzeitarbeit als Notlösung. Sie gaben als Grund für ihre Teilzeittätigkeit an, keine Vollzeitstelle gefunden zu haben. In den letzten Jahren ist der Anteil unfreiwillig Teilzeitbeschäftigter deutlich zurückgegangen (von 21 % im Jahr 2010 ). Rund 18 % der teilzeitbeschäftigten Männer und knapp 12 % der Frauen waren eigentlich auf der Suche nach einem Vollzeitjob.
Nicht nur Berufseinsteiger sind von unfreiwilliger Teilzeitbeschäftigung betroffen. In allen untersuchten Zehnjahresaltersklassen (mit Ausnahme der über 64-Jährigen) betrug der Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten über 10 Prozent (von 10,1 % bei 15- bis 24-Jährigen bis zu 15,4 % bei den 55- bis 64-Jährigen).
Zahl der Betroffenen bleibt hoch
Im Jahr 2015 sahen sich weniger Personen in unfreiwilliger Teilzeit (13 %) als noch wenige Jahre zuvor (2010: 21 %). Der Anteil der unfreiwillig Teilzeittätigen lag allerdings nach wie vor deutlich höher als im Jahr 1992 (5 %).
Der stärkste Anstieg erfolgte zwischen 2002 und 2006. In diesem Zeitraum hatte die Zahl der Mini- Jobs als Folge gesetzlicher Änderungen deutlich zugenommen. Ab 2005 dürfte der Anstieg durch Änderungen bei Erhebungs- und Hochrechnungsverfahren im Mikrozensus etwas überzeichnet sein, dies ändert aber nichts am allgemeinen Trend.
Hohe unfreiwillige Teilzeitbeschäftigung im produzierenden Gewerbe
Besonders viele unfreiwillig in Teilzeit Beschäftigte arbeiteten 2015 im Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (18 %) sowie im Bereich der Unternehmensdienstleistungen (14 %). Unfreiwillige Teilzeitbeschäftigung scheint allerdings allmählich an Bedeutung zu verlieren. In den zuvor genannten Bereichen lagen die Anteile im Jahr 2010 noch jeweils bei rund 25 %.
| Alter von ... bis ... Jahren | Insgesamt | Frauen | Männer |
|---|---|---|---|
Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung. / = Keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug | |||
| 15 bis 24 | 10,1 | 11,0 | 8,9 |
| 25 bis 34 | 14,7 | 12,2 | 21,9 |
| 35 bis 44 | 11,8 | 9,2 | 32,0 |
| 45 bis 54 | 14,7 | 13,0 | 27,7 |
| 55 bis 64 | 15,4 | 14,4 | 19,7 |
| 65 und älter | 1,0 | / | / |
| Insgesamt | 12,9 | 11,7 | 17,7 |
Familienpflichten sind für Frauen wichtigster Grund für Teilzeit
Ein großer Teil der Erwerbstätigen arbeitet aus familiären Gründen in Teilzeit: 2015 nannten 23 % die Betreuung von Kindern oder anderen Angehörigen als Grund, 17 % sonstige familiäre Verpflichtungen. Frauen übten deutlich häufiger eine Teilzeitbeschäftigung wegen familiärer Pflichten aus als Männer. 2015 nannten 47 % der Frauen einen der beiden genannten Gründe, aber gerade einmal 10 % der Männer.
35 % der Teilzeitbeschäftigten gaben an, sich aus anderen Gründen keine Vollzeittätigkeit zu wünschen, weitere 10 % nannten eine Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme als Grund ihrer Teilzeittätigkeit. Inwiefern bei diesen Gruppen Teilzeitarbeit freiwillig ausgeübt wird, kann nicht abschließend geklärt werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Veränderungen bei Angeboten für Kinderbetreuung und Pflege Wünsche nach Vollzeit-oder Teilzeitarbeit beeinflussen.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Teilzeitbeschäftigte (ab 15 Jahren), die keine Vollzeitstelle gefunden haben, an allen Teilzeitbeschäftigten (ab 15 Jahren).
Quelle
Arbeitskräfteerhebung
Hinweise zur Interpretation
Als unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte gelten alle Teilzeiterwerbstätigen, die als Hauptgrund für die Teilzeittätigkeit angeben, keine Dauerstelle gefunden zu haben. Diese Definition kann insofern verwirrend sein, als auch bei den anderen Gründen für die Ausübung von Teilzeittätigkeiten nicht zwangsläufig von einer "freiwilligen" Entscheidung ausgegangen werden kann, beispielsweise wenn die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen der Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung im Wege stehen.
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011 - 2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.
Erwerbsbeteiligung von Eltern
In welchem Verhältnis steht die Erwerbsbeteiligung von Eltern zu der von Personen ohne Kinder?
Die Erwerbstätigenquoten von Eltern zeigen, in welchem Maße sich Väter und insbesondere Mütter im Zuge der Familiengründung aus dem Berufsleben zurückziehen.
Bei der Erwerbstätigenquote der Eltern handelt es sich um alle aktiv erwerbstätigen Eltern gemessen an der Bevölkerung. Als aktiv erwerbstätig gelten Personen, die in der Woche vor der Befragung gearbeitet haben. Personen im Urlaub, Sonderurlaub oder in Elternzeit werden nicht mitgezählt.
Der Indikator betrachtet alle Eltern im Alter von 20 bis 49 Jahren mit mindestens einem Kind unter 6 Jahren.
Eine ausgewogene Balance beruflicher und privater Lebensgestaltung ist eine Grundvoraussetzung für Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Für viele Menschen in der Familiengründungsphase ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von zentraler Bedeutung für die Lebensqualität.
Mütter stellen den Beruf für die Familie häufiger zurück
Im Jahr 2015 waren 62 % aller Eltern erwerbstätig. Bei 83 % aller Männer zwischen 20 und 49 Jahren handelte es sich um aktiv erwerbstätige Väter, während die Erwerbstätigenquote der Mütter bei nur 45 % lag.
| Anzahl der Kinder | Insgesamt | Frauen | Männer |
|---|---|---|---|
| Quelle: Ergebnis des Mikrozensus. | |||
| 1 Kind | 64 | 49 | 83 |
| 2 Kinder | 56 | 32 | 82 |
| 3 und mehr Kinder | 44 | 16 | 75 |
| Insgesamt | 62 | 45 | 83 |
Die Tendenz zur Erwerbstätigkeit sinkt mit wachsender Kinderzahl
Während Eltern mit nur einem Kind unter sechs Jahren 2015 zu gut 64 % arbeiteten, nimmt die Tendenz zur Erwerbstätigkeit mit steigender Kinderzahl ab: Die Erwerbstätigenquote von Eltern mit 2 Kindern verringerte sich um 8 Prozentpunkte auf 56 %, die der Eltern mit drei und mehr Kindern betrug 44 %. Dieser Sachverhalt tritt bei den Frauen besonders prägnant in Erscheinung:
Während 49 % der Mütter mit nur einem Kind aktiv erwerbstätig waren, betrug der Anteil der erwerbstätigen Mütter mit 2 Kindern mit 32 % rund 17 Prozentpunkte weniger. Die Erwerbsbeteiligung der Mütter mit 3 und mehr Kindern verringerte sich um weitere 16 Prozentpunkte und betrug 2015 nur 16 %.
Die Erwerbstätigkeit von Vätern wird dagegen erst ab einer Anzahl von 3 Kindern beeinflusst. Während Väter mit einem und zwei Kindern zu 83 % bzw. 82 % aktiv erwerbstätig waren, sank die Quote der Väter ab einer Anzahl von drei Kindern auf 75 %.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Erwerbstätigenquote von aktiv erwerbstätigen Frauen und Männern (im Alter von 20 bis 49 Jahren) mit Kindern unter 6 Jahren in der Familie.
Aktive Erwerbstätigkeit liegt vor, wenn eine Person in der Berichtswoche gearbeitet hat.
Quelle
Mikrozensus
Hinweise zur Interpretation
Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011 - 2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.
Eltern, die Teilzeit arbeiten
Wie hoch ist der Anteil von Vätern und Müttern, die in Teilzeit arbeiten?
Eine hohe Erwerbsbeteiligung insbesondere von Müttern steht nicht allein für eine ausgeglichene Integration in den Arbeitsmarkt. Auch der Umfang der Arbeitszeit muss berücksichtigt werden.
Einbezogen werden nur berufstätige Eltern zwischen 20 und 49 Jahren mit mindestens einem Kind unter 6 Jahren, die in der Woche vor der Befragung gearbeitet haben. Personen im Urlaub, Sonderurlaub oder in Elternzeit werden nicht mitgezählt.
Auch bei Eltern gilt: Erwerbstätigkeit ist nicht gleich Erwerbstätigkeit. Teilzeitarbeit ermöglicht einerseits, Beruf und Familie zeitlich besser zu vereinbaren. Andererseits bedeutet reduzierte Arbeitszeit häufig auch, auf Teile des Verdienstes und der Altersvorsorge zu verzichten sowie eingeschränkte Karrieremöglichkeiten in Kauf zu nehmen.
Teilzeit ist bei berufstätigen Müttern die Regel, bei Vätern die Ausnahme
Im Jahr 2015 waren 62,1 % aller Eltern mit Kindern unter sechs Jahren erwerbstätig. Dabei waren 93,7 % der erwerbstätigen Väter vollzeitbeschäftigt, während nur 6,4 % einer Teilzeittätigkeit nachgingen. Bei den Müttern war das Verhältnis umgekehrt und fiel insgesamt weniger drastisch aus: von ihnen gingen 26,9 % einer Vollzeit- und 73,1 % einer Teilzeitbeschäftigung nach. Mit steigender Kinderzahl wächst auch der Anteil der Väter in Teilzeitjobs. 6,5 % der Väter mit zwei Kindern im Vorschulalter haben eine Stelle mit reduziertem Stundenumfang. Wenn drei Kinder in der Familie leben, steigt der Anteil auf 9,6 %.
| Gegenstand der Nachweisung | Insgesamt | Frauen | Männer |
|---|---|---|---|
| Quelle: Ergebnis des Mikrozensus. | |||
| Eltern mit Kindern unter 6 Jahren | |||
| Vollzeiterwerbstätig | 67,3 | 26,9 | 93,6 |
| Teilzeiterwerbstätig | 32,7 | 73,1 | 6,4 |
| Eltern mit Kindern ab 6 Jahren | |||
| Vollzeiterwerbstätig | 60,5 | 34,4 | 95,6 |
| Teilzeiterwerbstätig | 39,5 | 65,6 | 4,4 |
Teilzeit: Kinder im Vorschulalter machen den Unterschied
Personen, die Kinder ab 6 Jahren haben, gleichen eher der Verteilung der erwerbstätigen Gesamtbevölkerung. Bei ihnen war die Erwerbstätigenquote kleiner (54 %) als bei Eltern mit mindestens einem Kind im Vorschulalter. Personen, die Kinder ab sechs Jahren haben waren jedoch häufiger vollzeitbeschäftigt. Dies gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Während 96 % der Männer mit Kindern ab 6 Jahren einer Vollzeittätigkeit nachgingen, betrug der Anteil bei den Frauen 34 %, dies ist etwa ein Viertel mehr als bei den Frauen mit Kindern im Vorschulalter (27 %).
Mütter machen demnach nach der Geburt Ihrer Kinder viel häufiger berufliche Abstriche als ihre Partner. Allerdings nutzen in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern viele Mütter die Möglichkeit, durch Teilzeitarbeit den Kontakt zum Berufsleben zu halten.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Teilzeitquote von aktiv erwerbstätigen Frauen und Männern (im Alter von 20 bis 49 Jahren) mit Kindern unter 6 Jahren/ab 6 Jahren in der Familie.
Aktive Erwerbstätigkeit liegt vor, wenn eine Person in der Berichtswoche gearbeitet hat.
Quelle
Mikrozensus
Hinweise zur Interpretation
Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011 - 2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.
Zeitaufwand für den Weg zum Arbeitsplatz
Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die am Tag länger als 30 Minuten zum Arbeitsplatz pendeln?
Je schneller der Weg zur Arbeitsstätte zurückgelegt wird, umso mehr Zeit bleibt für Freizeit, Familie und Freunde. Daher ist der Zeitaufwand für das Pendeln zum Arbeitsplatz ein wichtiger Indikator für den Ausgleich zwischen beruflichen und privaten Belangen.
Zwei Drittel brauchen weniger als 30 Minuten zum Arbeitsplatz
Im Jahr 2012 pendelten 70 % der Berufstätigen kürzer als 30 Minuten zum Arbeitsplatz. Gut ein Fünftel (22 %) brauchten mehr als 30 Minuten zum Arbeitsplatz, waren aber weniger als eine Stunde unterwegs. Lediglich fünf Prozent brauchten länger als eine Stunde zur Arbeit.
Der Anteil derer, die länger als eine Stunde zur Arbeit pendeln, ist damit seit 1991 nahezu konstant geblieben. Dagegen ist der Anteil derer, die zwischen 30 und 60 Minuten Fahrzeit auf sich nehmen seit 1991 um rund vier Prozentpunkte angestiegen.
Frauen sind kürzer unterwegs
Um zum Arbeitsplatz zu gelangen, brauchten Männer länger als Frauen. Unter 100 Berufstätigen, die über eine halbe Stunde zur Arbeit unterwegs waren, waren 59 Männer und 41 Frauen. Frauen gingen häufiger Teilzeittätigkeiten nach, für die der Arbeitsweg kürzer ausfiel.
Selbstständige haben kürzere Wege
Selbstständige hatten kürzere Wege zum Arbeitsplatz. Während 27 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer länger als 30 Minuten zur Arbeit unterwegs waren, traf dies nur auf 13 % der Selbstständigen, die Beschäftigte haben, zu. Jeder zweite Selbstständige mit Beschäftigten (44 %) brauchte kürzer als zehn Minuten. Dies traf nur auf jeden fünften Arbeitnehmer zu.
| Pendeldauer | Insgesamt |
|---|---|
| Quelle: Ergebnis des Mikrozensus | |
| Vollzeiterwerbstätige | |
| unter 10 Minuten | 19,7 |
| 10 bis unter 30 Minuten | 47,2 |
| 30 bis unter 60 Minuten | 24,0 |
| 1 Stunde und länger | 5,5 |
| ständig wechselnde Arbeitsstätte | 3,7 |
| Teilzeiterwerbstätige | |
| unter 10 Minuten | 31,5 |
| 10 bis unter 30 Minuten | 48,5 |
| 30 bis unter 60 Minuten | 14,8 |
| 1 Stunde und länger | 2,5 |
| ständig wechselnde Arbeitsstätte | 2,7 |
Die nächste Aktualisierung mit den Daten 2016 erfolgt im Jahr 2017.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen, die für die einfache Wegstrecke zu ihrer Arbeit über 30 Minuten benötigen an allen Erwerbstätigen mit gültigen Angaben zur Pendeldauer.
Quelle
Mikrozensus
Hinweise zur Interpretation
Selbstständige arbeiten häufiger von zu Hause und haben daher eine geringere Pendeldauer, als Arbeitnehmer. Daher sollten diese Gruppen differenziert betrachtet werden.
Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011 - 2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.
Personen in Elternzeit
Wie hoch ist der Anteil von Müttern und Vätern in Elternzeit?
Elternzeit bezeichnet den Zeitraum unbezahlter Freistellung von der Arbeit nach der Geburt eines Kindes. Der Anspruch auf Elternzeit besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Bis zu 12 Monate der Elternzeit können auch noch auf den Zeitraum zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes übertragen werden. Die Elternzeit kann zwischen den Elternteilen aufgesplittet oder nur von einem Elternteil in Anspruch genommen werden.
Der Indikator zeigt den Anteil der Mütter und Väter in Elternzeit gemessen an allen Eltern, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Als Eltern mit Job gelten auch Personen, die länger als drei Monate vom Arbeitsplatz abwesend sind.
Berücksichtigt werden alle Mütter und Väter im Alter von 20 bis 49 Jahren, deren jüngstes Kind unter 6 Jahren ist.
Frauen nehmen Elternzeit deutlich häufiger in Anspruch als Männer
Im Jahr 2015 waren fast ein Viertel aller Mütter, deren jüngstes Kind unter 6 Jahren ist, in Elternzeit. Unter den Vätern traf dies nur auf knapp 2 % zu.
Die Elternzeitquote sinkt mit zunehmendem Alter der Mutter. Während in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen der Anteil der Mütter in Elternzeit bei gut 33 % lag, belief sich dieser bei den 30- bis 39-Jährigen nur noch auf 24 %. Unter den 40- bis 49-jährigen Müttern betrug dieser Anteil lediglich noch 12 %. Bei Vätern lassen sich keine bedeutsamen Altersunterschiede erkennen.
Elternzeitquote bei Eltern mit Kindern unter 3 Jahren deutlich höher
Die Elternzeitquote bei Müttern, deren jüngstes Kind unter drei Jahren ist, lag 2015 mit einem Anteil von 42 % rund 18 Prozentpunkte höher als bei Müttern mit Kindern unter 6 Jahren (24 %). Dies lässt vermuten, dass Mütter den Anspruch auf Elternzeit häufig bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes geltend machen.
Bei den Vätern, deren jüngstes Kind unter drei Jahren ist, stieg zwar der Anteil der Personen in Elternzeit an, dies muss jedoch vor dem Hintergrund der ohnehin geringen Elternzeitquote von Vätern betrachtet werden.
| Eltern mit Kind | Insgesamt | Männer | Frauen |
|---|---|---|---|
| Quelle: Ergebnis des Mikrozensus. | |||
| jüngstes Kind unter 3 Jahren | 20,6 | 2,5 | 41,6 |
| jüngstes Kind unter 6 Jahren | 12,3 | 1,5 | 24,1 |
Elternzeitquote steigt von 2008 auf 2015 um ein Drittel an
Der Anteil der Eltern in Elternzeit, deren jüngstes Kind unter 6 Jahren ist, hat in den letzten sieben Jahren von 9 % auf 12 % um ein Drittel zugenommen.
Schwankte der Anteil der Mütter in Elternzeit bis einschließlich 2010 um die 20 %, so stieg dieser Anteil seit 2011 um knapp drei Prozentpunkte auf 24 % im Jahr 2015 an.
Bei den Vätern zeigt sich der Anstieg der Elternzeitquote deutlicher, wenn auch auf einem deutlich geringeren Niveau. Der Anteil der Väter in Elternzeit war im Jahr 2015 mit 1,5 % 2,5 mal so hoch als im Jahr 2008 (0,6 %).
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der erwerbstätigen Personen in Elternzeit mit jüngstem Kind unter 3 bzw. 6 Jahren in der Familie an allen erwerbstätigen Personen mit jüngstem Kind unter 3 bzw. 6 Jahren in der Familie.
Quelle
Mikrozensus
Hinweise zur Interpretation
Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011 - 2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.
Erwerbstätige, die mehr als eine Tätigkeit ausüben
Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die mehr als eine Tätigkeit ausüben?
Der Indikator Zweitjobquote drückt aus, wie groß der Anteil derjenigen ist, die neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit eine oder mehrere weitere Tätigkeiten ausüben.
Nebenjobs können insbesondere dann als zeitliche Belastung empfunden werden, wenn sie ausgeübt werden, da der Verdienst aus dem Hauptjob nicht ausreicht. Sie können aber auch interessante Erfahrungen und lukrative Zusatzverdienste bei gut Verdienenden bedeuten.
Anstieg der Zweitjobquote
2015 hatten 5 % aller Erwerbstätigen in Deutschland neben ihrer Haupttätigkeit mindestens eine weitere Tätigkeit. Damit standen im Jahr 2015 rund zwei Millionen Personen in mindestens einem weiteren Arbeitsverhältnis. Diese Zahl hat sich seit 2011 um gut 15 % erhöht.
Am häufigsten waren Mehrfachbeschäftigungen bei Erwerbstätigen in mittleren Altersgruppen: So betrug der Anteil der Personen mit einer weiteren Tätigkeit bei den 35- bis 44-Jährigen 5,9 % und bei den 45- bis 54-Jährigen 5,7 %. Junge Menschen unter 25 Jahre (3,2 %) und Personen über 65 Jahre (2,6 %) hatten seltener zwei oder mehr Tätigkeiten.
Nach Geschlecht gab es dagegen geringere Unterschiede: 5,5 % der erwerbstätigen Frauen und 4,6 % der erwerbstätigen Männer gingen einer weiteren Beschäftigung nach. Hintergrund für den höheren Anteil bei den Frauen ist, dass Mehrfachbeschäftigungen häufiger bei Teilzeiterwerbstätigen vorkommen, bei denen wiederum der Frauenanteil deutlich höher ist. Immer mehr Erwerbstätige üben mehr als eine Tätigkeit aus. Seit 1992 hat sich der Wert mehr als verdoppelt.
| Jahr | Insgesamt | Männer | Frauen |
|---|---|---|---|
| Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung. | |||
| 1991 | 2,0 | 2,3 | 1,6 |
| 1992 | 1,8 | 2,1 | 1,4 |
| 1993 | 2,0 | 2,2 | 1,7 |
| 1994 | 1,9 | 2,1 | 1,6 |
| 1995 | 2,7 | 2,9 | 2,5 |
| 1996 | 2,4 | 2,7 | 2,1 |
| 1997 | 2,6 | 2,7 | 2,3 |
| 1998 | 2,8 | 2,9 | 2,6 |
| 1999 | 2,5 | 2,7 | 2,3 |
| 2000 | 2,4 | 2,5 | 2,1 |
| 2001 | 2,4 | 2,5 | 2,2 |
| 2002 | 2,2 | 2,4 | 2,0 |
| 2003 | 2,5 | 2,6 | 2,3 |
| 2004 | 2,7 | 2,7 | 2,7 |
| 2005 | 3,4 | 3,3 | 3,4 |
| 2006 | 3,5 | 3,4 | 3,6 |
| 2007 | 3,7 | 3,6 | 3,9 |
| 2008 | 3,7 | 3,5 | 4,0 |
| 2009 | 3,7 | 3,4 | 4,1 |
| 2010 | 3,6 | 3,4 | 4,0 |
| 2011 | 4,5 | 4,2 | 4,9 |
| 2012 | 4,7 | 4,3 | 5,1 |
| 2013 | 4,8 | 4,4 | 5,3 |
| 2014 | 5,0 | 4,6 | 5,4 |
| 2015 | 5,0 | 4,6 | 5,5 |
37 % sind im Zweitjob selbstständig
Die meisten Erwerbstätigen mit einer zweiten oder weiteren Tätigkeit waren in ihrem Zweitjob als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer tätig (61,4 %). Eine weitere große Gruppe war im Zweitjob selbstständig ohne eigene Beschäftigte (34,1 %). Dagegen gaben sehr wenige Befragte an, in der Nebentätigkeit selbstständig mit Beschäftigten (3,2 %) oder mithelfendes Familienmitglied (1,3 %) zu sein.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen (ab 15 Jahre), die mehr als eine Tätigkeit ausüben
Quelle
Arbeitskräfteerhebung
Hinweise zur Interpretation
Selbstständige und Teilzeitbeschäftigte haben häufiger eine Nebentätigkeit als (sonstige) Arbeitnehmer.
Im Vergleich zu anderen Statistiken (insbesondere der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit) weist die Arbeitskräfteerhebung einen deutlich geringeren Anteil von Erwerbstätigen mit mehreren Tätigkeiten nach. Hintergrund ist, dass die Arbeitskräfteerhebung auf die Auskunft der Befragten zurückgreift, während die Beschäftigungen auf den gesetzlich vorgeschriebenen Meldungen zur Sozialversicherung basiert.
Die Fragestellung in der Arbeitskräfteerhebung wurde von 2004 auf 2005 geändert, so dass die Vergleichbarkeit zwischen diesen beiden Jahren eingeschränkt ist.
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse für die Jahre 2011-2013.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.



