Normalansicht

Navigation und Service

Logo Destatis - Statistisches Bundesamt, Link zur Startseite

Indikatoren

Qualität der Arbeit

Dimension 7: Zusammenarbeit und Motivation

Information zur Dimension 7

Wer arbeitet, verbringt damit einen großen Teil seiner täglichen Zeit. Daher spielt das Miteinander mit Kollegen und Vorgesetzten ebenso eine bedeutende Rolle bei der Bewertung der Qualität einer Arbeit wie die Motivation zur Ausübung der Tätigkeit.


Wesentliche Merkmale der Zusammenarbeit sind die Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten, die Kommunikation mit dem Vorgesetzten aber auch die Existenz von Diskriminierung und Belästigung. Motivation bezeichnet die Identifikation mit der Tätigkeit sowie der Grad zudem die Tätigkeit selbstbestimmt ausgeübt wird.

Beziehung zu Kollegen und Vorgesetzten

Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten, die sich von ihren Vorgesetzten und Kollegen unterstützt fühlen? Um zudem den Informationsaustausch zwischen Beschäftigten und direkten Vorgesetzten zu ermitteln, wird der Anteil der Beschäftigten abgebildet, die in den letzten zwölf Monaten mindestens ein offenes Gespräch über die eigene Arbeitsleistung mit ihrem Vorgesetzten hatten.

Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen einer europaweiten Befragung zu den Arbeitsbedingungen.

Häufig verbringen Erwerbstätige mehr Zeit mit Kolleginnen oder Kollegen und Vorgesetzten als mit Freunden oder der eigenen Familie. Ein gutes Arbeitsklima ist deshalb von zentraler Bedeutung für die Qualität der Arbeit.

Unterstützung durch Kollegen

Ein wichtiger positiver Aspekt von Arbeit ist ein freundliches Arbeitsumfeld. So gaben 2015 insgesamt 66 % der Befragten im Alter von 15 Jahren und älter an, immer bzw. meistens von ihren Kolleginnen und Kollegen unterstützt zu werden.

Knapp die Hälfte der Arbeitnehmer erfahren Unterstützung durch ihre Vorgesetzten

Die Unterstützung durch Vorgesetzte spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Qualität der Zusammenarbeit. Knapp die Hälfte (44 %) der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurde 2015 nach eigener Einschätzung von ihren Vorgesetzten unterstützt. Männer gaben mit 45 % etwas häufiger an, Unterstützung zu erhalten als Frauen (43 %).

Einen Unterschied gibt es auch in den Altersklassen: Die Unterstützung nimmt mit zunehmendem Alter ab. 15- bis 34-Jährige fühlen sich häufiger von ihrem Vorgesetzten unterstützt (50 %) als Personen im Alter von über 35 Jahren (42 %).

Beziehungen zu Vorgesetzten im Jahr 2015
in %
Beziehung zu VorgesetztenInsgesamtFrauenMänner
Quelle: Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)
Mein Vorgesetzter/Chef hilft mir und unterstützt mich444345
Mein direkter Vorgesetzter/Chef gibt mir Feedback zu meiner Arbeit646762

Vier von Fünf Beschäftigten bekommen Feedback zur Arbeitsleistung

Die regelmäßige Rückmeldung von Vorgesetzten über die Arbeitsleistung und die Einbeziehung bei Problemlösungen durch Chef oder Chefin sind Ausdruck der Wertschätzung und damit für die Qualität der Zusammenarbeit relevant. Sie sind für die Motivation der Beschäftigten von großer Bedeutung.

64 % der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gaben an, dass ihr Vorgesetzter ihnen Feedback zu ihrer Arbeit gibt.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer ab 15 Jahre, die Hilfe und Unterstützung durch ihren Vorgesetzten erhalten an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre)
und
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die im Allgemeinen von ihrem Vorgesetzten Feedback zu ihrer Arbeit erhalten an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zum Feedback durch ihren Vorgesetzten.

Definition "gute Beziehung zum Chef"
Arbeitnehmer erhält "immer" oder "meistens" Hilfe und Unterstützung vom Vorgesetzten.
Arbeitnehmer erhält im Allgemeinen von ihrem Vorgesetzten Feedback zu ihrer Arbeit.

Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)

Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).

Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).

Belästigung am Arbeitsplatz

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die belästigt oder bedroht werden?

Belästigungen und Drohungen am Arbeitsplatz sind noch schwerwiegender als Diskriminierung. Belästigungen oder Bedrohungen können sich durch körperliche Gewalt, sexuelle Belästigung oder Mobbing äußern. Sie tragen zu seelischen Belastungen und Stress bei. Nicht nur das individuelle Wohlbefinden, sondern auch die Leistungsfähigkeit und das Selbstwertgefühl der Betroffenen werden dadurch massiv beeinträchtigt.

Die Ergebnisse beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten.

Belästigung am Arbeitsplatz1 im Jahr 2015
in %
Art der BelästigungInsgesamtFrauenMänner

1 In den letzten 12 Monaten vor der Befragung.

/ = Keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.

Quelle: Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)

Verbale Beleidigung111012
Unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche23/
Drohungen3/5
Erniedrigendes Verhalten556
Sexuelle Belästigung12/
Mobbing555
Irgendeine Form der Belästigung161516

Belästigung am Arbeitsplatz betrifft jeden Sechsten

Mobbing, sexuelle Belästigung, körperliche Gewalt oder die Androhung von Gewalt haben gegenüber 2005 und 2010 deutlich zugenommen. 2015 gaben 16 % der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten am Arbeitsplatz belästigt oder bedroht worden zu sein.

Am häufigsten berichteten Erwerbstätige über verbale Beleidigungen am Arbeitsplatz (11 %). Je 5 % der Befragten gaben an, dass sie erniedrigendes Verhalten erfahren haben oder sich Mobbing ausgesetzt sahen. 3 % der Erwerbstätigen wurden am Arbeitsplatz bedroht.

Seltener trafen unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche, körperliche Gewalt und sexuelle Belästigung auf.

Männer sind mit 16 % etwas stärker von Belästigungen betroffen als Frauen mit rund 15 %. Betrachtet man die einzelnen Formen der Belästigung am Arbeitsplatz, werden weitere Unterschiede deutlich: Von Drohungen berichteten 5 % der Männer. Auch verbalen Beleidigungen mussten Männer (12 %) häufiger entgegentreten, als Frauen (10 %). Ein ähnlich starker Unterschied war bei erniedrigendem Verhalten zu erkennen – 6 % der Männer und 5 % der Frauen waren betroffen.

Unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche und sexuelle Belästigung erlebten Frauen deutlich häufiger. Knapp 2 % der befragten Frauen gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten sexuell belästigt worden zu sein. Mit der schwächeren Variante, der ungewollten sexuellen Aufmerksamkeit, mussten sich 3 % der Frauen auseinandersetzen. Jüngere Frauen leiden wesentlich stärker unter diesen beiden Formen der Belästigung.

Da die Messung solcher sensiblen Tatbestände auf subjektiven Angaben basiert, sollten die Ergebnisse zurückhaltend interpretiert werden. Der anfangs benannte Anstieg der Belästigung im Zeitvergleich ist möglicherweise auch dadurch zu begründen, dass sich die Wahrnehmung verändert und solche Themen in der Gesellschaft offener angesprochen werden.

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer, die in den letzten zwölf Monaten (vor der Befragung) bei der Arbeit belästigt oder bedroht werden an allen Arbeitnehmern mit gültigen Angaben zur Belästigung oder Bedrohung am Arbeitsplatz.

Belästigung oder Bedrohung liegen vor bei:
- Verbale Beleidigung
- Unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche
- Drohungen
- Erniedrigendes Verhalten
- Sexuelle Belästigung
- Mobbing

Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)

Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).

Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS)

Diskriminierung am Arbeitsplatz

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die am Arbeitsplatz wegen des Alters, des Geschlechts oder der Nationalität diskriminiert werden?
Die Ergebnisse beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten. Betrachtet werden Erwerbstätige im Alter von 15 Jahren und älter.

Probleme am Arbeitsplatz sind häufig Ursache für gesundheitliche Beeinträchtigung. Verschiedene Formen der Diskriminierung bzw. Benachteiligung tragen zu seelischen Belastungen und Stress bei. Nicht nur das individuelle Wohlbefinden, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Betroffenen werden dadurch zum Teil massiv beeinträchtigt.

Häufigster Grund für Diskriminierung: das Alter

Im Jahr 2015 erfuhren 5,6 % der Erwerbstätigen in Deutschland Diskriminierung am Arbeitsplatz. Der am häufigsten genannte Grund für Benachteiligung war das Alter. Rund 2,7 % der Erwerbstätigen fühlten sich aufgrund ihres Alters benachteiligt. Besonders stark betroffen waren jüngere und ältere Beschäftigte.

Am zweithäufigsten wurden Belästigungen aufgrund des Geschlechts (1,5 %) benannt. Diskriminierung aufgrund der nationalen Herkunft und aufgrund von Behinderung (jeweils 0,8 %) wurden ebenfalls vergleichsweise häufig angegeben. Von der geschlechtsspezifischen Diskriminierung waren fast nur Frauen betroffen: Gut zwei Prozent der Frauen sahen sich wegen ihres Geschlechts benachteiligt, bei Männern spielte diese Art der Benachteiligung kaum eine Rolle. Bei der Diskriminierung der Nationalität ist dieses Verhältnis genau umgekehrt. Hier fühlen sich männliche Befragte eher betroffen, als Frauen.

Generell scheinen eher jüngere Menschen Benachteiligungen aller Art anzugeben. Dies könnte möglicherweise darauf beruhen, dass sie ein anderes Bewusstein dafür besitzen und bei älteren Menschen bereits ein Gewöhnungseffekt eingesetzt hat.

Erwerbstätige in Deutschland waren im europaweiten Vergleich durchschnittlich häufig von Diskriminierungen betroffen. Die insgesamt eher geringen Anteile zeigen, dass diese im Arbeitsleben in Deutschland eher die Ausnahme als die Regel bilden.

Da die Messung solcher sensiblen Tatbestände auf subjektiven Angaben basiert, sollten die Ergebnisse zurückhaltend interpretiert werden.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen (ab 15 Jahre), die am Arbeitsplatz diskriminiert werden an allen Erwerbstätigen (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zu Diskriminierung am Arbeitsplatz.

Definition Diskriminierung:
- Diskriminierung aufgrund des Geschlechts
- Diskriminierung aufgrund des Alters
- Diskriminierung aufgrund der Nationalität
- Diskriminierung aufgrund der Herkunft
- Diskriminierung aufgrund der Religion
- Diskriminierung aufgrund einer Behinderung
- Diskriminierung aufgrund sexueller Neigungen
- Diskriminierung irgendeiner Art

Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)

Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).

Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).

Identifikation mit der Arbeit

Wie hoch ist der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die das Gefühl haben, eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben und sich mit ihrer Arbeit identifizieren?
Die Ergebnisse beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten.

Ein wichtiger Aspekt für die Arbeitsmotivation ist die Identifikation mit der ausgeübten Tätigkeit. Beschäftigte erachten ihre Tätigkeit im Idealfall als wichtig und sinnvoll und können dabei auch ihre eigenen Ideen einbringen.

87 % sehen ihre Arbeit als sinnvoll an

Die meisten Befragten sahen in Ihrer Arbeit 2015 eine sinnvolle Tätigkeit. Durchschnittlich 87 % der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland sahen dies so.



Arbeitnehmer, die sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren
in %
Alter von ... bis ... Jahren20102015
Quelle: Europäische Erhebung über die
Arbeitsbedingungen (EWCS).
15 bis 247482
25 bis 348286
35 bis 448687
45 bis 548588
55 bis 648488
Insgesamt8387

Unterschiede nach beruflicher Qualifikation

Allerdings ist ein deutlicher Unterschied sichtbar, wenn man die für den ausgeübten Beruf benötigte Qualifikation betrachtet: Beschäftigte in höher qualifizierten Berufen sehen ihre Arbeit in stärkerem Maße als sinnvoll an (93 %), als Erwerbstätige in anderen Berufen (83 %).


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die immer bzw. meistens eine sinnvolle Tätigkeit ausüben an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zu ihrer Tätigkeit.

Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)

Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).

Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).

Selbstbestimmung am Arbeitsplatz

Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten, die bei ihrer Arbeit eigene Ideen umsetzen können?
Wie hoch der Anteil der Beschäftigten ist, die ihre Arbeit selbstbestimmt einteilen und ausführen können, ergibt sich aus drei Fragen: Haben die Befragten die Möglichkeit, die Reihenfolge der Aufgaben, die Vorgehensweise und das Arbeitstempo selbst zu bestimmen?
Die Ergebnisse beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten.

Ein wichtiger Aspekt für die Arbeitsmotivation ist die Identifikation mit der ausgeübten Tätigkeit. Beschäftigte erachten ihre Tätigkeit im Idealfall als wichtig und sinnvoll und können dabei auch ihre eigenen Ideen einbringen.

Hoher Grad an Selbstbestimmung bei der Aufgabenerledigung

Betrachtet man die einzelnen Indikatoren zur Selbstbestimmung, wird jeweils ein hoher Grad an Selbstbestimmung deutlich.
Am ehesten konnten die Befragten das Vorgehen bei der Erledigung von Aufgaben selbst beeinflussen (76 %). Die Einteilung des Arbeitstempos durch die Beschäftigten war nicht ganz so selbstverständlich. Fast 70 % der Befragten konnten das Tempo und den Rhythmus der Arbeit selbst einteilen.

Am wenigsten beeinflussbar war die Reihenfolge der Aufgaben. 62 % der Befrag­ten konnten darüber selbst entscheiden.

Alle drei Aspekte gleichzeitig können jedoch wesentlich seltener bestimmt werden. Insgesamt konnten nur 52 % ihre Arbeit in den Punkten Vorgehensweise, Reihenfolge und Rhythmus selbstbestimmt ausüben.

Detaillierte Analysen zeigen, dass sich der Grad der die Selbstbestimmung je nach Tätigkeit sehr stark unterscheidet. In Wirtschaftszweigen und Berufsgruppen, in denen vor allem an Maschinen oder im Handwerk gearbeitet wird, war der Grad der Selbstbestimmung niedriger als in Büroberufen.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die ihre Aufgaben und Arbeitsabläufe selbst bestimmen können an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zur Selbstbestimmung an ihrem Arbeitsplatz
und:
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die bei ihrer Arbeit die eigenen Ideen umsetzen können an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zur Ideenumsetzung bei ihrer Arbeit.

Selbstbestimmung wird definiert als:
- Selbstbestimmung der Reihenfolge der Arbeitsschritte
- Selbstbestimmung bei der Erledigung und dem Vorgehen von/bei Aufgaben
- Arbeitstempo und -rhythmus sind frei bestimmbar

"Eigenen Ideen umsetzen" bedeutet, dass die Arbeitnehmer eigene Ideen "immer" oder "meistens" umsetzen können.

Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS).

Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).

Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).

Arbeitsintensität

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die mit einem hohen Zeitdruck am Arbeitsplatz zurechtkommen müssen oder mit einem sehr hohen Arbeitstempo arbeiten müssen?

Arbeitstempo und Termindruck sind zwei maß­gebliche Indikatoren zur Erfassung der Arbeits­intensität. Eine hohe Arbeitsintensität kann das Wohlbefinden und die Motivation der betroffenen Erwerbstätigen negativ beeinflussen. Die Arbeits­intensität ist daher ein wichtiger Indikator zur Messung der Qualität der Arbeit.

Die Ergebnisse basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten. Erwerbstätige, die angeben mindestens drei Viertel der Zeit mit sehr hohem Arbeitstempo oder unter starkem Termindruck zu arbeiten, gelten als Personen mit hoher Arbeitsintensität.

Erwerbstätige nach Intensität der ArbeitBild vergrößern

40 % der Erwerbstätigen sind hoher Arbeitsintensität ausgesetzt

Im Jahr 2015 gaben 40 % der Erwerbstätigen im Alter von 15 - 64 Jahren an, einer hohen Arbeitsintensität ausgesetzt zu sein. Männer waren dabei mit 44 % etwas stärker betroffen als Frauen (36 %). Insgesamt ist die Belastung durch Termindruck etwas höher als durch Arbeitstempo. Während 31 % der Erwerbstätigen über ein sehr hohes Arbeitstempo berichteten, betrug der Anteil der Erwerbstätigen mit starkem Zeitdruck 33 %. Diese Tendenz zeigt sich auch bei getrennter Betrach­tung der Geschlechter.

Die Ergebnisse zeigen, dass sehr hohes Arbeitstempo und Termindruck häufig gemeinsam auftreten.


Anlagenbediener und Handwerker am stärksten belastet

Insgesamt war im Jahr 2015 der Anteil der Personen mit hoher Arbeitsintensität bei Anlagen- und Maschinenbedienern mit 56 %, Führungskräften (54 %) sowie in Handwerksberufen mit 52 % am höchsten. Ebenfalls stark betroffen sind Hilfsarbeiter mit einem Anteil von 46 %: Im Mittelfeld befinden sich Akademiker (39 %) und Bürokräfte (37 %). Beschäftigte in Dienstleistungsbe­rufen sowie, Techniker schätzten ihre Belastung durch Zeitdruck oder hohes Arbeitstempo mit immer noch über 30 % am geringsten ein.

Anteil der Erwerbstätigen nach Arbeitsintensität 2015
in %
Ausgewählte BerufsgruppenSehr hohes
Arbeitstempo
Starker
Termindruck
Sehr hohes Arbeitstempo
oder starker Termindruck
Quelle: Ergebnisse EWCS
Anlagen- und Maschinenbediener sowie Montierer395056
Führungskräfte375254
Handwerks- und verwandte Berufe434552
Hilfsarbeitskräfte403446
Akademische Berufe293639
Bürokräfte, kaufmännische Angestellte292937
Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe 242833
Dienstleistungsberufe, Verkäufer in Geschäften und auf Märkten282332
Insgesamt313340


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen (15 bis 64 Jahre) mit hohem Arbeitstempo bzw. hohem Termindruck an allen Erwerbstätigen (15 bis 64 Jahre) mit gültiger Angabe zu den Fragen zum Arbeitstempo und dem Termindruck.
Definition hohes Arbeitstempo bzw. starker Termindruck:
Erwerbstätige die mindestens drei Viertel der Arbeitszeit unter hohem Arbeitstempo bzw. Termindruck arbeiten.

Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)

Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).

Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).

Allgemeine Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen

Wie hoch ist die allgemeine Zufriedenheit mit den allgemeinen Arbeitsbedingungen insgesamt?
Dieser Indikator beschreibt, wie zufrieden die deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer insgesamt mit ihren Arbeitsbedingungen sind.
Die Ergebnisse beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten.

Knapp 60 % sind mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden

Auch wenn die Indikatoren zu Zusammenarbeit und Motivation im internationalen Vergleich nicht in allen Aspekten herausragend waren, herrschte in Deutschland auch im Jahr 2015 eine sehr hohe Zufriedenheit mit den allgemeinen Arbeitsbedingungen:



Arbeitnehmer, die mit ihrem Arbeitsplatz insgesamt zufrieden sind
im Jahr 2015
in%
Alter von ... bis ... Jahrensehr
zufrieden
zufriedennicht sehr
zufrieden

/ = Keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.

Quelle: Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)

15 bis 243165/
25 bis 34325710
35 bis 4429619
45 bis 54285912
55 bis 64256114
Insgesamt296011

60 % der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren im Allgemeinen zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen.

In Deutschland waren 60 % der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen. 29 % waren sogar sehr zufrieden. Nur 11 % waren nicht sehr zufrieden.

Die Zufriedenheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist über Geschlecht und Alter gleich stark ausgeprägt. Auch der ausgeübte Beruf, bzw. das Bildungsniveau spielen keine große Rolle. Lediglich nach Branchen gibt es leichte Unterschiede in der Zufriedenheit: Im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Transportbereich sind die Beschäftigten weniger zufrieden.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die mit ihren Arbeitsbedingungen insgesamt betrachtet zufrieden sind an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zur Zufriedenheit mit ihren Arbeitsbedingungen.

Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)

Hinweise zur Interpretation
Zufriedenheit wird durch die Zufriedenheit (Ausprägungen "sehr zufrieden" und "zufrieden") mit den Arbeitsbedingungen in der Haupttätigkeit abgefragt.
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).

Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).

Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen

Können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betriebliche Entscheidungen beeinflussen, die sich auf ihre Arbeit auswirken? Betriebliche Ent­schei­dun­gen bestimmen maßgeblich die Ar­beits­or­ga­ni­sa­tion und die alltäglichen Arbeitsabläufe. Die Teilhabe der Beschäftigten an diesen Entscheidungen beeinflusst somit entscheidend die Qualität ihrer Arbeit.

Die Ergebnisse beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten. Konkret handelt es sich um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die angeben, immer oder meistens an der Verbesserung der Arbeitsorganisation oder den Arbeitsabläufen beteiligt zu sein, bzw. Einfluss auf wichtige, ihre Arbeit betreffende Entscheidungen zu haben.

Knapp die Hälfte der Beschäftigten hat Einfluss auf betriebliche Entscheidungen

Betriebliche Entscheidungen mit Arbeitnehmerbereiligung nach BetriebsgrößeBild vergrößern

Im Jahr 2015 gaben 46 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Alter von 15 bis 64 Jahren an, Einfluss auf betriebliche Entscheidungen zu besitzen. Männer (49 %) haben dabei mehr Einfluss als Frauen (43 %).

Mitsprache steigt mit zunehmendem Alter

Im Verlauf der Erwerbsbiographie steigt die Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen kontinuierlich an. In der Al­ters­grup­pe der 15- bis 24-Jährigen hatte jeder dritte Arbeitnehmer Ein­fluss auf betriebliche Entscheidungen. Bei den 25- bis 44-Jährigen lag der Anteil mit 41 % im Mittelfeld. Bei den 45 bis 54-jährigen konnten 53 % Einfluss auf betriebliche Entscheidungen nehmen. Es ist anzunehmen, dass die altersspezifischen Dif­fe­ren­zen auch auf den Einfluss der Be­triebs­zu­ge­hö­rig­keits­dauer und die gesammelte Arbeitserfahrung im fort­ge­schrit­tenen Erwerbsleben zurückzuführen sind.

Anteil der Arbeitnehmer mit Beteiligung
an betrieblichen Entscheidungen 2015 in %
Alter von ... bis ... Jahrenin %
Quelle: Ergebnisse EWCS
15 - 2436
25 - 3441
35 - 4441
45 - 5453
55 - 6448
Insgesamt46

Unterschiede bei der Art der Beteiligung

Werden die Kriterien der Mitbestimmung separat betrachtet, wird die Beeinflussung von Entscheidungen, die wichtig für die eigene Arbeit sind, häufiger angegeben (36 %), als die Möglichkeit, Verbesserungen der Arbeitsorganisation oder Arbeitsabläufe zu beeinflussen (32 %).

Mitsprache bei Auswahl von Kollegen

Ein Beispiel für die Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen ist es, bei der Auswahl von Kollegen mitsprechen zu können. Bei der Auswahl von Arbeitskollegen konnten 17 % der Beschäftigten Einfluss nehmen. Der Anteil steigt mit dem Alter. Den größten Mitspracheanteil hatten hierbei Beschäftigte im Alter von 45 bis 54 Jahren (19 %). Insgesamt gesehen hatten Männer mit 18 % etwas häufiger Mitspracherecht als Frauen (16 %).

Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmerinnen und Abeitnehmer (ab 15 bis 64 Jahre), mit Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen an allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (15 bis 64 Jahre) mit gültiger Angabe zu den Fragen nach der Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen.
Konkret handelt es sich um Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die angeben, immer oder meistens an der Verbesserung der Arbeitsorganisation oder den Arbeitsabläufen beteiligt zu sein, bzw. Einfluss auf wichtige, ihre Arbeit betreffende Entscheidungen, zu haben.

Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)

Hinweise zur Interpretation
Die Angaben beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).

Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

Impressum – Kontakt – Barrierefrei