Qualität der Arbeit
- Zusammenarbeit und
Motivation
Dimension 7: Zusammenarbeit und Motivation
- Information zur Dimension 7
- Beziehung zu Kollegen
- Beziehung zu Vorgesetzten
- Belästigung am Arbeitsplatz
- Diskriminierung am Arbeitsplatz
- Identifikation mit der Arbeit
- Selbstbestimmung am Arbeitsplatz
- Arbeitsintensität
- Allgemeine Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen
- Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen
Information zur Dimension 7
Zusammenarbeit und Arbeitsmotivation
Wer arbeitet, verbringt damit einen großen Teil seiner täglichen Zeit. Daher spielt das Miteinander mit Kollegen und Vorgesetzten ebenso eine bedeutende Rolle bei der Bewertung der Qualität einer Arbeit wie die Motivation zur Ausübung der Tätigkeit.
Wesentliche Merkmale der Zusammenarbeit sind die Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten, die Kommunikation mit dem Vorgesetzten aber auch die Existenz von Diskriminierung und Belästigung. Motivation bezeichnet die Identifikation mit der Tätigkeit sowie der Grad zudem die Tätigkeit selbstbestimmt ausgeübt wird.
Beziehung zu Kollegen
Wie wird die Qualität der Beziehungen zu Kollegen gemessen? Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten, die angeben, gute Freunde am Arbeitsplatz zu haben?
Häufig verbringen Erwerbstätige mehr Zeit mit Kollegen oder Kolleginnen und Vorgesetzten als mit Freunden oder der eigenen Familie. Ein gutes Arbeitsklima ist deshalb von zentraler Bedeutung, wenn es um die Qualität der Arbeit geht.
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen einer europaweiten Befragung zu den Arbeitsbedingungen.
| Beziehung zu Kollegen | Insgesamt | Frauen | Männer |
|---|---|---|---|
| Quelle: Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS). | |||
| Ich habe sehr gute Freunde bei der Arbeit | 67 | 64 | 69 |
| Meine Kollegen unterstützen mich | 89 | 89 | 89 |
Zwei Drittel haben gute Freunde am Arbeitsplatz
2010 gaben 67 % der Befragten in Deutschland an, gute Freunde am Arbeitsplatz zu haben. Ein weiterer Hinweis auf gute Zusammenarbeit ist die Unterstützung durch Kollegen. 89 % der Befragten gaben an, immer bzw. meistens von ihren Kollegen und Kolleginnen unterstützt zu werden. Unterschiede zwischen Männern und Frauen waren kaum vorhanden.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer ab 15 Jahre, die sehr gute Freunde bei der Arbeit haben.
Definition guter Beziehung zu Arbeitskollegen:
Antwortkategorien "stimme stark zu", "stimme zu" auf die Frage: "Habe sehr gute Freunde bei der Arbeit".
Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)
Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).
Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).
Beziehung zu Vorgesetzten
Wie wird die Qualität der Beziehungen zu Vorgesetzten gemessen? Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten, die angeben, sich von ihren Vorgesetzten unterstützt zu fühlen?
Um den Informationsaustausch zwischen Beschäftigten und direkten Vorgesetzten zu ermitteln, wird der Anteil der Beschäftigten abgebildet, die von ihren Vorgesetzten unterstütz werden oder Feedback erhalten.
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen einer europaweiten Befragung zu den Arbeitsbedingungen.
Gut die Hälfte der Arbeitnehmer erfahren Unterstützung durch ihre Vorgesetzten
Die Unterstützung durch Vorgesetzte spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Qualität der Zusammenarbeit. Knapp die Hälfte (47 %) der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen wurde 2010 nach eigener Einschätzung von ihren Vorgesetzten unterstützt. Frauen gaben mit 51 % etwas häufiger an, Unterstützung zu erhalten als Männer (43 %).enfalls eine wichtige Rolle für die Qualität der Zusammenarbeit. Knapp die Hälfte (47 %) der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen wurde 2010 nach eigener Einschätzung von ihren Vorgesetzten unterstützt. Frauen gaben mit 51 % etwas häufiger an, Unterstützung zu erhalten als Männer (43 %).
Einen Unterschied gibt es auch in den Altersklassen: Die Unterstützung nimmt mit zunehmendem Alter ab. 15- bis 24-Jährige fühlen sich häufiger von ihrem Vorgesetzten unterstützt (60 %) als Personen im Alter von 25 bis 44 Jahren (46 %) und wiederum über 45-Jährigen (44 %).
| Beziehung zu Vorgesetzten | Insgesamt | Frauen | Männer |
|---|---|---|---|
| Quelle: Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS). | |||
| Mein Vorgesetzter/Chef hilft mir und unterstützt mich | 47 | 51 | 43 |
| Mein direkter Vorgesetzter/Chef gibt mir Feedback zu meiner Arbeit | 81 | 80 | 82 |
Vier von Fünf erhalten Feedback zur Arbeitsleistung
Die regelmäßige Rückmeldung von Vorgesetzten über die Arbeitsleistung und die Einbeziehung bei Problemlösungen durch Chef oder Chefin sind Ausdruck der Wertschätzung und damit für die Qualität der Zusammenarbeit relevant. Sie sind für die Motivation der Beschäftigten von großer Bedeutung.
81 % der befragten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gaben an, dass ihr Vorgesetzter ihnen Feedback zu ihrer Arbeit gibt.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer ab 15 Jahre, die Hilfe und Unterstützung durch ihren Vorgesetzten erhalten an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre)
und
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die im Allgemeinen von ihrem Vorgesetzten Feedback zu ihrer Arbeit erhalten an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zum Feedback durch ihren Vorgesetzten.
Definition "gute Beziehung zum Chef"
Arbeitnehmer erhält "immer" oder "meistens" Hilfe und Unterstützung vom Vorgesetzten.
Arbeitnehmer erhält im Allgemeinen von ihrem Vorgesetzten Feedback zu ihrer Arbeit.
Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)
Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).
Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).
Belästigung am Arbeitsplatz
Wie hoch ist der Anteil der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die am Arbeitsplatz belästigt oder bedroht werden?
Belästigung und Drohungen am Arbeitsplatz sind noch schwerwiegender als Diskriminierung. Bedrohte und belästigte Personen fallen häufiger krankheitsbedingt aus.
Belästigungen oder Bedrohungen können sich durch körperliche Gewalt, sexuelle Belästigung oder Mobbing äußern.
Die Ergebnisse beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten. Probleme am Arbeitsplatz sind häufig Ursache für gesundheitliche Beeinträchtigung. Bedrohungen und Belästigungen tragen zu seelischen Belastungen und Stress bei. Nicht nur das individuelle Wohlbefinden, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Betroffenen wird dadurch zum Teil massiv beeinträchtigt.
| Art der Belästigung | Insgesamt | Frauen | Männer |
|---|---|---|---|
1 In den letzten 12 Monaten vor der Befragung. Quelle: Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS). / = Keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug. | |||
| Sexuelle Belästigung | 1,3 | 2,7 | / |
| Mobbing | 5,0 | 4,9 | 5,1 |
| Körperliche Gewalt | 1,8 | / | 2,2 |
| Irgendeine Form der Belästigung | 7,5 | 8,1 | 7,0 |
Belästigung am Arbeitsplatz
Mobbing, sexuelle Belästigung, körperliche Gewalt oder die Androhung von Gewalt haben in den letzten Jahren zugenommen. 2010 gaben 7,5 % der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten am Arbeitsplatz belästigt oder bedroht worden zu sein.
2 % der befragten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen berichteten über Androhung von Gewalt.
Von Belästigungen durch Mobbing waren Männer und Frauen mit rund 5 % gleichermaßen betroffen. Eine ähnliche Belastung stellte die sexuelle Belästigung dar, unter der vor allem Frauen leiden. Gut 1 % der befragten Frauen gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten sexuell belästigt worden zu sein. Mit der schwächeren Variante, der ungewollten sexuellen Aufmerksamkeit, mussten sich 2 % der Frauen auseinandersetzen. Jüngere Frauen leiden wesentlich stärker unter diesen beiden Formen der Belästigung.
Da die Messung solcher sensiblen Tatbestände auf subjektiven Angaben basiert, sollten die Ergebnisse zurückhaltend interpretiert werden.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer, die in den letzten zwölf Monaten (vor der Befragung) bei der Arbeit belästigt oder bedroht werden an allen Arbeitnehmern mit gültigen Angaben zur Belästigung oder Bedrohung am Arbeitsplatz.
Belästigung oder Bedrohung liegen vor bei:
- sexueller Belästigung (nur 2010)
- Mobbing
- körperlicher Gewalt (in 2005 durch drei Indikatoren erfasst [Androhung von Gewalt, Ausübung von Kollegen, Ausübung von Anderen], die zusammengefasst wurden zu körperliche Gewalt [Androhung und Ausübung], um mit 2010 vergleichbar zu sein).
Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)
Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).
Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS)
Diskriminierung am Arbeitsplatz
Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten, die am Arbeitsplatz wegen des Alters, des Geschlechts oder der Nationalität diskriminiert werden?
Die Ergebnisse beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten. Probleme am Arbeitsplatz sind häufig Ursache für gesundheitliche Beeinträchtigung. Verschiedene Formen der Diskriminierung tragen zu seelischen Belastungen und Stress bei. Nicht nur das individuelle Wohlbefinden, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Betroffenen wird dadurch zum Teil massiv beeinträchtigt.
Häufigster Grund für Diskriminierung: das Alter
Im Jahr 2010 erfuhr fast jeder zehnte Beschäftigte (9 %) in Deutschland Diskriminierung am Arbeitsplatz. Der am häufigsten genannte Grund für Diskriminierung war das Alter. Rund 5 % der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen fühlten sich aufgrund ihres Alters diskriminiert. Besonders stark betroffen waren jüngere und ältere Beschäftigte.
Am zweithäufigsten wurden Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts mit 1,3 % oder der Nationalität mit 1,5 % angegeben. Bei der geschlechtsspezifischen Diskriminierung waren fast nur Frauen betroffen: Zwei Prozent der Frauen sahen sich aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert, bei Männern spielte diese Art der Diskriminierung kaum eine Rolle. Bei der Diskriminierung der Nationalität ist dieses Verhältnis genau umgekehrt. Hier fühlen sich männliche Befragte eher betroffen, als Frauen. Bei den anderen Diskriminierungsgründen gaben Frauen häufiger an betroffen zu sein, als Männer.
Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland waren im europaweiten Vergleich nicht besonders stark von Diskriminierungen betroffen. Die insgesamt eher geringen Anteile zeigen, dass diese im Arbeitsleben in Deutschland eher die Ausnahme als die Regel bilden.
Da die Messung solcher sensiblen Tatbestände auf subjektiven Angaben basiert, sollten die Ergebnisse zurückhaltend interpretiert werden.
| Land | in % |
|---|---|
1 In den letzten 12 Monaten vor der Befragung. Quelle: Europäische Arbeitskräfteerhebung. / = Kein Wert vorhanden. | |
| Belgien | 11 |
| Bulgarien | 4 |
| Tschechische Republik | 7 |
| Dänemark | 5 |
| Deutschland | 9 |
| Griechenland | 8 |
| Spanien | 5 |
| Frankreich | 11 |
| Irland | 5 |
| Italien | 3 |
| Luxemburg | 11 |
| Ungarn | 4 |
| Niederlande | 6 |
| Österreich | 7 |
| Polen | 3 |
| Portugal | 4 |
| Slowenien | 7 |
| Slowakei | 5 |
| Finnland | 9 |
| Schweden | 8 |
| Vereinigtes Königreich | 5 |
| Kroatien | 6 |
| Türkei | 6 |
| Norwegen | 5 |
| Schweiz | / |
| EU15 | 7 |
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die am Arbeitsplatz diskriminiert werden an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zu Diskriminierung am Arbeitsplatz.
Definition Diskriminierung:
- Diskriminierung durch ungewollte sexuelle Aufmerksamkeit
- Diskriminierung aufgrund des Geschlechts
- Diskriminierung aufgrund des Alters
- Diskriminierung aufgrund der Nationalität
- Diskriminierung aufgrund der Herkunft
- Diskriminierung aufgrund der Religion
- Diskriminierung aufgrund einer Behinderung
- Diskriminierung aufgrund sexueller Neigungen
- Diskriminierung irgendeiner Art
Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)
Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).
Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).
Identifikation mit der Arbeit
Wie hoch ist der Anteil der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die das Gefühl haben, eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben und sich mit ihrer Arbeit identifizieren?
Die Ergebnisse beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten.
Ein wichtiger Aspekt für die Arbeitsmotivation ist die Identifikation mit der ausgeübten Tätigkeit. Beschäftigte erachten ihre Tätigkeit im Idealfall als wichtig und sinnvoll und können dabei auch ihre eigenen Ideen einbringen.
84 % sehen ihre Arbeit als sinnvoll an
Die meisten Befragten sahen in Ihrer Arbeit 2010 eine sinnvolle Tätigkeit. Durchschnittlich 84 % der befragten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland sahen dies so. Damit lagen sie im EU-Vergleich mit 83 % im Durchschnitt. Es gab weder unterschiedliche Ergebnisse für Männer und Frauen noch für einzelne Altersgruppen.
| Alter von ... bis ... Jahren | 2005 | 2010 |
|---|---|---|
| Quelle: Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS). | ||
| 15 bis 24 | 62 | 74 |
| 25 bis 34 | 81 | 82 |
| 35 bis 44 | 78 | 86 |
| 45 bis 54 | 81 | 85 |
| 55 bis 64 | 76 | 84 |
| Insgesamt | 77 | 83 |
Unterschiede nach beruflicher Qualifikation
Allerdings ist ein deutlicher Unterschied sichtbar, wenn man die für den ausgeübten Beruf benötigte Qualifikation betrachtet: Beschäftigte in höher qualifizierten Berufen sehen ihre Arbeit in stärkerem Maße als sinnvoll an (90 %), als Erwerbstätige in anderen Berufen (79 %).
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die immer bzw. meistens eine sinnvolle Tätigkeit ausüben an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zu ihrer Tätigkeit.
Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)
Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).
Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).
Selbstbestimmung am Arbeitsplatz
Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten, die bei ihrer Arbeit eigene Ideen umsetzen können?
Wie hoch der Anteil der Beschäftigten ist, die ihre Arbeit selbstbestimmt einteilen und ausführen können, ergibt sich aus drei Fragen: Haben die Befragten die Möglichkeit, die Reihenfolge der Aufgaben, die Vorgehensweise und das Arbeitstempo selbst zu bestimmen?
Die Ergebnisse beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten.
Ein wichtiger Aspekt für die Arbeitsmotivation ist die Identifikation mit der ausgeübten Tätigkeit. Beschäftigte erachten ihre Tätigkeit im Idealfall als wichtig und sinnvoll und können dabei auch ihre eigenen Ideen einbringen.
Selbstbestimmung im EU-Durchschnitt
Keine Unterschiede waren beim Einbringen eigener Ideen festzustellen. In der EU hatten durchschnittlich 39 % der Befragten fast immer und häufig die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen. Deutschland entspricht mit diesem Anteil genau dem Durchschnitt.
Je älter ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin ist, desto häufiger können eigene Ideen eingebracht werden. Bei den 15- bis 24-Jährigen gaben 25 % an, dass ihre Ideen umgesetzt werden. Am Ende einer Erwerbslaufbahn steigt der Anteil auf über 50 %.
Wer seine Aufgaben und Arbeitsabläufe selbstbestimmt planen kann, wird eher in der Lage sein, sich für die Tätigkeit zu motivieren und gute Leistungen zu erbringen.
| Alter von ... bis ... Jahren | 2005 | 2010 |
|---|---|---|
| Quelle: Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS). | ||
| 15 bis 24 | 32 | 25 |
| 25 bis 34 | 50 | 31 |
| 35 bis 44 | 49 | 40 |
| 45 bis 54 | 45 | 43 |
| 55 bis 64 | 47 | 49 |
| Insgesamt | 46 | 39 |
Hoher Grad an Selbstbestimmung bei der Aufgabenerledigung
Betrachtet man die einzelnen Indikatoren zur Selbstbestimmung, wird jeweils ein hoher Grad an Selbstbestimmung deutlich.
Am ehesten konnten die Befragten das Vorgehen bei der Erledigung von Aufgaben selbst beeinflussen (fast 70 %). Die Einteilung des Arbeitstempos durch die Beschäftigten war nicht ganz so selbstverständlich. Etwas über 60 % der Befragten konnten das Tempo und den Rhythmus der Arbeit selbst einteilen.
Am wenigsten beeinflussbar war die Reihenfolge der Aufgaben. Lediglich 55 % der Befragten konnten darüber selbst entscheiden.
Alle drei Aspekte können jedoch wesentlich seltener bestimmt werden. Insgesamt konnten nur 44 % ihre Arbeit in den Punkten Vorgehensweise, Reihenfolge und Rhythmus selbstbestimmt ausüben.
Detaillierte Analysen zeigen, dass sich der Grad der die Selbstbestimmung je nach Tätigkeit sehr stark unterscheidet. In Wirtschaftszweigen und Berufsgruppen, in denen vor allem an Maschinen oder im Handwerk gearbeitet wird, war der Grad der Selbstbestimmung niedriger als in Büroberufen.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die ihre Aufgaben und Arbeitsabläufe selbst bestimmen können an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zur Selbstbestimmung an ihrem Arbeitsplatz
und:
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die bei ihrer Arbeit die eigenen Ideen umsetzen können an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zur Ideenumsetzung bei ihrer Arbeit.
Selbstbestimmung wird definiert als:
- Selbstbestimmung der Reihenfolge der Arbeitsschritte
- Selbstbestimmung bei der Erledigung und dem Vorgehen von/bei Aufgaben
- Arbeitstempo und -rhythmus sind frei bestimmbar
"Eigenen Ideen umsetzen" bedeutet, dass die Arbeitnehmer eigene Ideen "immer" oder "meistens" umsetzen können.
Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS).
Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).
Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).
Arbeitsintensität
Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die mit einem hohen Zeitdruck am Arbeitsplatz zurechtkommen müssen oder mit einem sehr hohen Arbeitstempo arbeiten müssen?
Arbeitstempo und Termindruck sind zwei maßgebliche Indikatoren zur Erfassung der Arbeitsintensität. Eine hohe Arbeitsintensität kann das Wohlbefinden und die Motivation der betroffenen Erwerbstätigen, negativ beeinflussen. Die Arbeitsintensität ist daher ein wichtiger Indikator zur Messung der Qualität der Arbeit.
Fast jeder zweite Erwerbstätige ist hoher Arbeitsintensität ausgesetzt
Im Jahr 2010 gab mit 48 % fast die Hälfte der Erwerbstätigen an, einer hohen Arbeitsintensität ausgesetzt zu sein. Männer waren dabei mit 50 % etwas stärker betroffen als Frauen (46 %). Insgesamt ist die Belastung durch Arbeitstempo etwas höher als durch Termindruck. Während 38 % der Erwerbstätigen über ein sehr hohes Arbeitstempo berichteten, betrug der Anteil der Erwerbstätigen mit starkem Zeitdruck 40 %. Diese Tendenz zeigt sich auch bei getrennter Betrachtung der Geschlechter.
Die Ergebnisse zeigen, dass sehr hohes Arbeitstempo und Termindruck häufig gemeinsam auftreten.
Intensität der Arbeit ist unter den 25- bis 34-Jährigen am höchsten
Die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen wies mit 56 % am häufigsten eine hohe Arbeitsintensität auf. Erwerbstätige, die am Anfang oder am Ende ihres Erwerbslebens stehen, waren dagegen am seltensten hoher Intensität ausgesetzt: Mit einem Anteil von jeweils 43 % bei den 15- bis 24-Jährigen und den 55- bis 64-Jährigen war hohe Arbeitsintensität auch hier nicht selten.
Anlagenbediener und Handwerker am stärksten belastet
Insgesamt war im Jahr 2010 die Intensität der Arbeit bei Anlagen- und Maschinenbedienern mit 72 % sowie in Handwerksberufen mit 64 % am höchsten. Erwerbstätige in Dienstleistungsberufen, Bürokräfte, Techniker und Führungskräfte schätzten ihre Belastung durch Zeitdruck und Arbeitstempo mit immer noch über 40 % am geringsten ein.
| Ausgewählte Berufsgruppen | Sehr hohes Arbeitstempo | Starker Termindruck | Sehr hohes Arbeitstempo oder starker Termindruck |
|---|---|---|---|
| Quelle: Ergebnisse EWCS | |||
| Anlagen- und Maschinenbediener sowie Montierer | 57,1 | 59,0 | 72,3 |
| Handwerks- und verwandte Berufe | 56,6 | 52,5 | 64,2 |
| Hilfsarbeitskräfte | 43,2 | 38,1 | 48,4 |
| Akademische Berufe | 33,0 | 38,3 | 46,8 |
| Dienstleistungsberufe, Verkäufer in Geschäften und auf Märkten | 39,1 | 29,7 | 42,3 |
| Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe | 32,6 | 35,2 | 41,8 |
| Führungskräfte | 34,7 | 29,7 | 40,9 |
| Bürokräfte, kaufmännische Angestellte | 33,4 | 32,3 | 39,9 |
| Insgesamt | 39,8 | 38,3 | 48,1 |
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbstätigen (15 bis 64 Jahre) mit hohem Arbeitstempo bzw. hohem Termindruck an allen Erwerbstätigen (15 bis 64 Jahre) mit gültiger Angabe zu den Fragen zum Arbeitstempo und dem Termindruck.
Definition hohes Arbeitstempo bzw. starker Termindruck:
Erwerbstätige die mindestens drei Viertel der Arbeitszeit unter hohem Arbeitstempo bzw. Termindruck arbeiten.
Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)
Hinweise zur Interpretation
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).
Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).
Allgemeine Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen
Wie hoch ist die allgemeine Zufriedenheit mit den allgemeinen Arbeitsbedingungen insgesamt?
Dieser Indikator beschreibt, wie zufrieden die deutschen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen insgesamt mit ihren Arbeitsbedingungen sind.
Die Ergebnisse beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten.
Knapp 90 % sind mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden
Auch wenn die Indikatoren zu Zusammenarbeit und Motivation im internationalen Vergleich nicht in allen Aspekten herausragend waren, herrschte in Deutschland auch im Jahr 2010 eine sehr hohe Zufriedenheit mit den allgemeinen Arbeitsbedingungen:
| Alter von ... bis ... Jahren | sehr zufrieden | zufrieden | nicht sehr zufrieden | überhaupt nicht zufrieden |
|---|---|---|---|---|
| Quelle: Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS). | ||||
| 15 bis 24 | 26 | 63 | 7 | 4 |
| 25 bis 34 | 29 | 60 | 9 | 2 |
| 35 bis 44 | 32 | 57 | 9 | 1 |
| 45 bis 54 | 22 | 64 | 11 | 3 |
| 55 bis 64 | 23 | 63 | 13 | 1 |
| Insgesamt | 27 | 61 | 10 | 2 |
88 % der deutschen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen waren im Allgemeinen zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen. Damit liegen sie über dem EU-Durchschnitt von 81 %.
Dänemark ist mit 95 % Spitzenreiter, die EU-Kandidatenländer haben nur eine Zufriedenheitsquote von 65 %. In Deutschland waren 61 % der befragten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen. 27 % waren sogar sehr zufrieden. Nur 10 % waren nicht sehr zufrieden und eine Minderheit war überhaupt nicht zufrieden (2 %).
Die Zufriedenheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist über Geschlecht und Alter gleich stark ausgeprägt. Auch der ausgeübte Beruf, bzw. das Bildungsniveau spielen keine große Rolle. Lediglich nach Branchen gibt es leichte Unterschiede in der Zufriedenheit: Im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Transportbereich sind die Beschäftigten weniger zufrieden.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer (ab 15 Jahre), die mit ihren Arbeitsbedingungen insgesamt betrachtet zufrieden sind an allen Arbeitnehmern (ab 15 Jahre) mit gültigen Angaben zur Zufriedenheit mit ihren Arbeitsbedingungen.
Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)
Hinweise zur Interpretation
Zufriedenheit wird durch die Zufriedenheit (Ausprägungen "sehr zufrieden" und "zufrieden") mit den Arbeitsbedingungen in der Haupttätigkeit abgefragt.
Die Angaben basieren auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).
Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).
Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen
Können Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen betriebliche Entscheidungen beeinflussen, die sich auf ihre Arbeit auswirken? Betriebliche Entscheidungen bestimmen maßgeblich die Arbeitsorganisation und die alltäglichen Arbeitsabläufe. Die Teilhabe der Beschäftigten an diesen Entscheidungen beeinflusst somit entscheidend die Qualität ihrer Arbeit.
Knapp die Hälfte der Beschäftigten hat Einfluss auf betriebliche Entscheidungen
Im Jahr 2010 gaben 45 % der Arbeitnehmer im Alter von 15 bis 64 Jahren an, Einfluss auf betriebliche Entscheidungen zu besitzen. Geschlechtsspezifische Unterschiede sind nicht erkennbar.
Mitsprache steigt mit zunehmendem Alter
Im Verlauf der Erwerbsbiographie steigt die Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen kontinuierlich an. In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen hatte nur knapp jeder vierte Arbeitnehmer Einfluss auf betriebliche Entscheidungen. Bei den 25- bis 34-Jährigen lag der Anteil bei gut einem Drittel. Mit 52 % bzw. 53 % war der Anteil der Beschäftigten mit Einfluss auf betriebliche Entscheidungen in den beiden letzten Altersgruppen am höchsten. Es ist anzunehmen, dass die altersspezifischen Differenzen auch auf den Einfluss der Betriebszugehörigkeitsdauer und die gesammelte Arbeitserfahrung im fortgeschrittenen Erwerbsleben zurückzuführen sind.
| Anteil der Arbeitnehmer mit Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen 2010 in % | |
|---|---|
| Alter von ... bis ... Jahren | in % |
| Quelle: Ergebnisse EWCS | |
| 15 - 24 | 23,7 |
| 25 - 34 | 37,3 |
| 35 - 44 | 48,3 |
| 45 - 54 | 52,4 |
| 55 - 64 | 52,7 |
| Insgesamt | 45,1 |
Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen nach Betriebsgröße
Insgesamt zeigt sich eine U-förmige Verteilung des Einflusses von Arbeitnehmern an betrieblichen Entscheidungen in Bezug auf die Betriebsgröße. Dieser war demnach in sehr kleinen und großen Betrieben am höchsten. Während der Anteil der Beschäftigten in Betrieben mit unter fünf Personen bei 56 % lag, betrug dieser bei Firmen mit über 500 Beschäftigten sogar 64 %. Die Betriebsgrößenklasse der 50 bis unter 100 Beschäftigten wies mit 35 % den kleinsten Anteil aus und lag zehn Prozentpunkte unter dem Durchschnitt.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmerinnen und Abeitnehmer (ab 15 bis 64 Jahre), mit Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen an allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (15 bis 64 Jahre) mit gültiger Angabe zu den Fragen nach der Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen.
Konkret handelt es sich um Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die angeben, immer oder meistens an der Verbesserung der Arbeitsorganisation oder den Arbeitsabläufen beteiligt zu sein, bzw. Einfluss auf wichtige, ihre Arbeit betreffende Entscheidungen, zu haben.
Quelle
Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)
Hinweise zur Interpretation
Die Angaben beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten im Rahmen der Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS).
Weitere Informationen zum European Working Conditions Surveys (EWCS).
Link zur Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen European Working Conditions Surveys (EWCS).



