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Indikatoren

Qualität der Arbeit

Dimension 4: Beschäftigungssicherheit und Sozialleistungen

Information zur Dimension 4

Neben der Höhe des Erwerbseinkommens ist die Stabilität eines Beschäftigungsverhältnisses von großer Bedeutung. Nur so lässt sich die Finanzierung des Lebensunterhaltes längerfristig sicherstellen und Planungen für die Zukunft machen, die oft mit finanziellen Verbindlichkeiten verknüpft sind. Gerade Beschäftigte mit befristetem Arbeitsvertrag verfügen hier über wenig Planungssicherheit - etwa für die Familiengründung. Hinzu kommt, dass der Verlust des Arbeitsplatzes als psychisch belastend wahrgenommen werden kann und das Finden einer neuen Stelle problematisch und langwierig sein kann.


Bei Arbeitsplatzverlust oder bei Eintritt in den Ruhestand bedarf es einer sozialen Sicherung, die die Finanzierung des Lebensunterhaltes weiterhin gewährleistet. Hier spielen der Zugang zur Arbeitslosen- und die Rentenversicherung eine wichtige Rolle. Die Absicherung im Krankheitsfall oder betriebliche Altersvorsorge werden in Dimension 2 berücksichtigt.

Dauer der Beschäftigung beim aktuellen Arbeitgeber

Wie lange sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland bei ihrem aktuellen Arbeitgeber beschäftigt?

Die Dauer der Beschäftigung beim aktuellen Arbeitgeber kann als wichtiger Indikator für die Stabilität der Beschäftigung angesehen werden, die sich auch auf die Zufriedenheit der Beschäftigten auswirken kann. So ist es wahrscheinlich, dass Beschäftigte, die sich in ihrem Beruf und beim Arbeitgeber wohlfühlen, auch seltener den Arbeitsplatz wechseln. Betrachtet werden folgend alle Arbeitnehmer ab 25 Jahren.

Beschäftigung beim aktuellen Arbeitgeber nach Berufen im Alter von ... bis unter ... JahrenBild vergrößern

Knapp die Hälfte der Beschäftigten arbeitet mindestens zehn Jahre beim aktuellen Arbeitgeber

Gut 45,7 % der befragten Erwerbstätigen waren 2016 seit mindestens zehn Jahren bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt. Fast 19,2 % arbeiteten seit fünf bis zehn Jahren am gleichen Arbeitsplatz und ein Drittel gab eine Beschäftigungsdauer von weniger als fünf Jahren an. Diese Verteilung der Beschäftigungsdauer hat sich während der letzten 10 Jahre nicht wesentlich verändert.

Kurze Beschäftigungsdauer durch Befristung

Von den Beschäftigten, die seit zehn Jahren und länger bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt waren, hatten nur 0,8 % einen befristeten Arbeitsvertrag. Der Anteil der Befristungen lag bei kürzerer Beschäftigungsdauer deutlich höher: 37,2 % derjenigen mit einer Beschäftigungsdauer von unter einem Jahr und 18,5 %, die zwischen einem und drei Jahren beim aktuellen Arbeitgeber beschäftigt waren, besaßen 2016 einen befristeten Arbeitsvertrag.

Männer häufig länger beschäftigt

Während sich die Anteile zwischen Männern und Frauen, die weniger als zehn Jahre in ihrem derzeitigen Betrieb arbeiteten, kaum unterscheiden, sind Männer mit 46,9 % etwas häufiger zehn Jahre und länger beschäftigt als Frauen mit 44,4 %.

Erwerbstätige1 nach Dauer der Beschäftigung beim aktuellen Arbeitgeber und Art des Vertrages im Jahr 2016 in %
BeschäftigungsverhältnisUnter
1 Jahr
1 bis
unter
3 Jahr
3 bis
unter
5 Jahre
5 bis
unter
10 Jahre
10 Jahre
und mehr

1 Erwerbstätige ab 25 Jahre.


Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung

mit einem festen
Arbeits­vertrag
62,581,392,796,799,2
mit einem befristeten
Arbeits­vertrag
37,218,57,13,20,8

Berufseinstieg in Teilzeit?

Teilzeitbeschäftigungen sind bei kürzerer Betriebszugehörigkeit häufiger. 37,0 % der Männer und Frauen, die seit weniger als einem Jahr in ihrem Beruf tätig waren, arbeiteten in Teilzeit. Dieser Anteil verringert sich mit zunehmender Beschäftigungsdauer: Nur noch 25,1 % der Personen, die seit zehn Jahren und mehr bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber beschäftigt sind, arbeiteten in Teilzeit.

Nach Berufsgruppen betrachtet sind Hilfsarbeitskräfte am seltensten lange bei einem Arbeitgeber beschäftigt. Nur ein Drittel von ihnen hat eine Betriebsbindung von über zehn Jahren. Auch bei Dienstleistungsberufen ist die Dauer der Beschäftigung bei einem Arbeitgeber eher kürzer.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Arbeitnehmer (ab 25 Jahre), die seit weniger als einem, einem bis unter drei, drei bis unter fünf, fünf bis unter zehn bzw. zehn Jahren oder länger beim aktuellen Arbeitgeber arbeiten an allen Arbeitnehmern (ab 25 Jahre).

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Befristet Beschäftigte

Wie hoch ist der Anteil der befristeten Arbeitsverträge bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern? Bei der Berechnung der Befristungsquote werden alle abhängig Beschäftigten ab 25 Jahren berücksichtigt.
Jüngere Arbeitnehmer, die sich im Übergang vom Bildungs- zum Beschäftigungssystem befinden und häufig befristete Verträge haben, fließen nicht in die Berechnung ein. Auch die Gruppe der Auszubildenden, in der befristete Beschäftigung weit verbreitet ist, wird dadurch weitgehend nicht berücksichtigt. Der Indikator erfasst daher nicht das ganze Ausmaß befristeter Beschäftigung.

Befristet Beschäftigte in EU-Staaten nach GeschlechtBild vergrößern

Jeder zwölfte Arbeitsvertrag hat ein Verfallsdatum

2016 waren in Deutschland 8,5 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 25 Jahren befristet beschäftigt. Die Befristungsquote von Frauen mit 8,9 % und Männern mit 8,2 % unterscheidet sich dabei im Vergleich zu früher kaum mehr. 25 Jahre zuvor fiel der Unterschied noch etwas größer aus. 1991 waren 6,9 % der Frauen und 5,2 % der Männer in einem befristeten Arbeitsverhältnis beschäftigt. Die meisten, (56,8 %), der befristet Beschäftigten besaßen 2016 einen Arbeitsvertrag mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr. Bei 21,2 % der Befragten betrug die Befristung ein bis unter zwei Jahre, bei weiteren 11,2 % zwei bis unter drei Jahre. 10,8 % gaben an, einen Vertrag mit einer Laufzeit von mehr als drei Jahren zu besitzen.

Befristungen steigen seit 2015 leicht an

Seit 1991 ist die Befristungsquote von 5,9 % um rund drei Prozentpunkte auf 8,5 % angestiegen. Zu beachten ist, dass der Anstieg auf Grund methodischer Änderungen etwas überzeichnet dargestellt wird. Der Anteil legte in der Vergangenheit meist in konjunkturellen Schwächephasen stärker zu, während er in Aufschwungphasen leicht zurückging. In Folge der Finanzmarktkrise ging der Anteil befristet Beschäftigter dagegen im Jahr 2009 sogar leicht ab, um in den beiden darauffolgenden Jahren wieder moderat anzusteigen. Ab 2012 sank die Befristungsquote erneut. Seit 2015 steigt der Anteil der Beschäftigten wieder leicht an.

Abhängig Beschäftigte1 mit befristetem Arbeitsvertrag
in %
JahrAlter von ... bis ... Jahren
Ins-
gesamt
25 bis 3435 bis 4445 bis 5455 bis 6465 +

1 Abhängig Beschäftigte ab 25 Jahre.

Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung

19915,98,45,04,44,412,8
19935,78,44,94,13,39,6
19956,29,35,34,24,15,4
19976,510,15,54,04,45,3
19997,411,96,64,74,34,6
20016,811,35,94,44,47,0
20036,512,15,43,94,27,2
20058,015,96,74,64,57,7
20078,517,07,25,14,57,1
20098,617,77,05,34,57,9
20118,918,77,45,54,46,5
20128,617,87,35,24,26,6
20138,317,77,14,93,87,0
20148,217,37,44,63,67,1
20158,417,97,64,63,67,3
20168,518,17,84,73,87,5

Deutschland im europäischen Mittelfeld

Im europäischen Vergleich lag Deutschland im Jahr 2016 mit einer Befristungsquote von 8,5 % unter dem EU-Durchschnitt von 11,3 % und bewegte sich im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsländern im Mittelfeld. Besonders hoch waren die Befristungsquoten in Polen mit rund 23,8 % und Spanien mit 23,6 %. Zu den sechs Ländern mit Befristungsquoten unter 5 % gehörten das Vereinigte Königreich, Bulgarien, Lettland, Estland, Litauen sowie Rumänien, welches die niedrigste Befristungsquote hatte (1,2 %). Im internationalen Vergleich ist eine niedrigere Befristungsquote jedoch nicht immer mit höherer Beschäftigungssicherheit gleichzusetzen, da die nationalen Regelungen des Kündigungsschutzes unterschiedlich sind.

In den meisten Staaten waren die Befristungsquoten der Frauen höher. Deutschland zählte hier zu den Ländern mit den geringsten Unterschieden zwischen Männern und Frauen.

Mit jeweils etwa 11,9 % waren in Deutschland die Befristungsquoten für Angehörige akademischer Berufe sowie für Hilfsarbeitskräfte und 9,9 % in Dienstleistungsberufen am höchsten.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteile der befristeten Beschäftigten ab 25 Jahre an allen abhängig Beschäftigten ab 25 Jahre.

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Für die Ergebnisse zur befristeten Beschäftigung gibt es zusätzliche Hinweise:
Der Anstieg der befristetet Beschäftigten ist durch das geänderte Hochrechnungsverfahren im Jahr 2005 im Vergleich zu 2004 überzeichnet.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Unfreiwillig befristet Beschäftigte

Wie hoch ist der Anteil der unfreiwillig befristet Beschäftigten? Der Indikator zeigt den Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich in einem befristeten Arbeitsverhältnis befinden, da sie keine Dauerstelle gefunden haben. Berücksichtigt werden befristet Beschäftigte ab 25 Jahren.

Beschäftigte können aus unterschiedlichen Gründen befristete Arbeitsverträge haben. Ausbildungs- und Probeverträge bringen automatisch eine Befristung mit sich. Im Rahmen der Ar­beits­kräf­te­er­he­bung wird auch erfragt, ob eine Festanstellung durch den Beschäftigten gesucht, aber nicht gefunden wurde. Befragte, die angeben, eine Festanstellung gesucht, aber nicht gefunden zu haben, gelten als „unfreiwillig“ befristet Beschäftigte. Die längerfristige berufliche und persönliche Lebensplanung wird durch zeitlich befristete Ar­beits­ver­träge erschwert.

Befristet Beschäftigte mit dem Wunsch nach FestanstellungBild vergrößern

36,5 % der Beschäftigten arbeiten unfreiwillig befristet

2016 gaben 36,5 % der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an, ein befristetes Arbeitsverhältnis eingegangen zu sein, weil sie keine Dauer­stelle gefunden hatten. 31,6 % nannten einen Probevertrag als Befristungsgrund und 25,7 % befanden sich in Ausbildung. Rund 6,2 % hatten bewusst ein be­fris­te­tes Bes­chäf­ti­gungs­ver­hält­nis gewählt.

Frauen gaben mit 37,8 % etwas häufiger an, unfreiwillig befristet beschäftigt zu sein, als Männer mit 35,2 %. Mit 50,4 % war der Anteil unfreiwillig befristet Beschäftigter bei den Hilfskräften am höchsten. Beschäftigte bei Unternehmensdienstleistern gaben mit 40,5 % ebenfalls recht häufig an befristet beschäftigt zu sein, da sie keine Dauer­stelle gefunden haben.

Befristet Beschäftigte1, die sich unfreiwillig in einem befristeten Arbeitsverhältnis befinden im Jahr 2016
in %
Alter von ... bis ... JahrenInsgesamtFrauenMänner

1 Befristet Beschäftigte ab 25 Jahre.

/ = Keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.

Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung

25 bis 3428,429,927,1
35 bis 4441,240,741,7
45 bis 5447,347,846,7
55 bis 6457,756,559,1
65 und älter///
Insgesamt36,537,835,2

Ungewollte Zeitverträge sind seit 2007 auf dem Rückzug

Während sich beim Anteil der Beschäftigten, die sich unfreiwillig in befristeten Arbeitsverhältnissen befanden, bis 2007 eine steigende Tendenz zeigt, ist er seitdem tendenziell wieder gesunken. Der Anteil der unfreiwilligen Zeitverträge erreichte 2016 mit 36,5 % in etwa das Niveau von 2002 und lag damit rund 16 Prozentpunkte niedriger als beim bisherigen Höchststand im Jahr 2007 von 51,8 %.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der befristet Beschäftigten ab 25 Jahre in unfreiwilliger Befristung an allen abhängig Beschäftigten ab 25 Jahren mit gültigen Angaben zur unfreiwilligen Befristung.

Unfreiwillige Befristung liegt vor, wenn der Erwerbstätige "keine Dauerstelle gefunden" hat.

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Für die Ergebnisse zur befristeten Beschäftigung gibt es zusätzliche Hinweise:
Der Anstieg der befristetet Beschäftigten ist durch das geänderte Hochrechnungsverfahren im Jahr 2005 im Vergleich zu 2004 überzeichnet.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Zeitarbeit

Zeit- oder Leiharbeit bezeichnet ein Beschäftigungsverhältnis, in dem ein Unternehmen einen Arbeitnehmer an Dritte weitervermittelt, bzw. "verleiht" (Arbeitnehmerüberlassung).

Ein derartiges Dreiecksverhältnis kann sowohl Vor- als auch Nachteile für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit sich bringen: Zum einen bewirkt es möglicherweise einen Ausweg aus vorheriger Arbeitslosigkeit. Außerdem bietet Zeitarbeit häufig die Möglichkeit in kurzer Zeit mehrere verschiedene Unternehmen kennen zu lernen. Zum anderen ist die Dauer von Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen deutlich kürzer, was auf eine geringere Stabilität der Beschäftigung und damit einhergehende größere Unsicherheit in Bezug auf Löhne der Beschäftigten hindeutet.

Der Indikator betrachtet den Anteil der Zeitarbeiter gemessen an allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ab 25 Jahren.

Anteil der Zeitarbeiter in ausgewählten BerufsgruppenBild vergrößern

2,6 % der Beschäftigten sind Zeitarbeiter

2016 waren 2,6 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Zeitarbeitsfirmen beschäftigt. Von 2009 auf 2010 erfuhr der Anteil der Zeitarbeitnehmer einen Anstieg von 2,1 % auf 2,7 %. Dieser Anstieg kann zum einen auf die Wirtschaftskrise zurückgeführt werden. Zum anderen ermöglichte die Änderung des Gesetzes zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität die Inanspruchnahme von Kurzarbeit in der Zeitarbeit. Nach 2010 ist der Anteil der Zeit- und Leiharbeitnehmer weitestgehend konstant geblieben.



Zeitarbeit als Vollzeitjob

Für die meisten der befragten Zeitarbeiterinnen und Zeitarbeiter stellte diese Tätigkeit 2016 eine Vollerwerbstätigkeit dar: 85 % von ihnen gaben an, diesen Beruf als Vollzeittätigkeit auszuüben. Nur 15 % sind teilzeitbeschäftigt. Im Vergleich dazu betrug die Teilzeitquote bei allen Beschäftigten ab 25 Jahren 28,4 %.

Anteil der Zeitarbeiter1 an den abhängig Beschäftigten im Jahr 2016
in %
Alter von ... bis ... JahrenInsgesamtFrauenMänner

1 Zeitarbeiter ab 25 Jahre.

/ = Keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.

Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung

25 bis 343,52,24,7
35 bis 442,91,83,8
45 bis 542,21,72,8
55 bis 642,11,52,7
65 und älter1,2//
Insgesamt2,61,83,4

Zeitarbeiter häufig Männer mittleren Alters

Betrachtet man Männer und Frauen getrennt voneinander, fällt auf, dass Männer beinahe doppelt so häufig als Zeitarbeiter im Einsatz sind wie Frauen, rund zwei Drittel der Beschäftigten in Zeitarbeit sind Männer, ein Drittel sind Frauen.

Leiharbeit häufig bei Handwerksberufen und Hilfsarbeitskräften

Der hohe Männeranteil spiegelt sich auch in den Berufsfeldern wieder, in denen Zeitarbeiter in erster Linie eingesetzt werden. Der größte Teil der befragten Zeitarbeiterinnen und Zeitarbeiter arbeitete in Handwerks- und verwandten Berufen (24,3 %), in denen in der Regel eher Männer anzutreffen sind oder sind Hilfsarbeitskräfte mit 19,8 %. Mit einigem Abstand folgten Anlagen- und Maschinenbediener sowie Montierer mit 14,5 %, sowie Bürokräfte und kaufmännische Angestellte mit 13,6 %. Der größte Anteil an Zeitarbeitern ist bei den 25 bis 34-jährigen Erwerbstätigen anzutreffen: In dieser Altersgruppe sind 4,7 % der erwerbstätigen Männer und 2,2 % der Frauen als Zeitarbeiterinnen und Zeitarbeiter im Einsatz.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Leih- und Zeitarbeitnehmer (ab 25 Jahre) an allen abhängig Beschäftigten (ab 25 Jahre).

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Leih- und Zeitarbeiter werden in der Arbeitskräfteerhebung über eine separate Frage erfasst (Selbsteinschätzung der Befragten).

Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Solo-Selbstständige

Der Indikator zeigt den Anteil der „Solo-Selbstständigen“ an allen Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 64 Jahren. Als Solo-Selbstständige gelten Selbstständige, die keine Mitarbeiter beschäftigen.

Solo-Selbstständige müssen nicht nur die Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung eigenverantwortlich finanzieren, sie tragen auch im Vergleich zu Selbstständigen mit Mitarbeitern in der Regel ein erhöhtes unternehmerisches Risiko.

Selbstständige, die auf sich allein gestellt sind, befinden sich häufig in der Startphase ihres Unternehmens. Diese Form der Selbstständigkeit ist oft durch Instabilität und Unsicherheit gekennzeichnet, da Arbeitsausfälle nicht kompensiert werden können.

5,1 % der Erwerbstätigen sind Selbstständige ohne Mitarbeiter

2016 waren 5,1 % aller Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren Selbstständige ohne weitere Mitarbeiter. Bei den Frauen war der Anteil geringer und lag bei 4,4 %, bei den Männern betrug er 5,8 %.



Solo-Selbstständige im Jahr 2016
in %
Alter von ... bis ... JahrenAnteil an den Erwerbstätigen
InsgesamtFrauenMänner
Quelle: Ergebnis der Arbeitskräfteerhebung
15 bis 241,10,81,3
25 bis 343,32,83,7
35 bis 445,55,06,1
45 bis 546,25,37,0
55 bis 647,15,88,2
Insgesamt5,14,45,8

Staatliche Fördermöglichkeiten beeinflussen die Entwicklung

Im Vergleich zu 1991 ist der Anteil der Selbstständigen, die auf sich allein gestellt sind, um 1,5 Prozentpunkte gestiegen. Damals lag er bei 3,6 %.

Der Anteil der Solo-Selbstständigen hat von 1991 bis 2005 kontinuierlich zugenommen. Die Wachstumsphase ab 2003 dürfte dabei eng mit dem durch die sogenannten Hartz-Gesetze eingeführten Existenzgründerzuschuss, auch "Ich-AG" genannt, zusammenhängen.

Mitte 2006 wurde er durch den Gründungszuschuss ersetzt, für den es einen kleineren Kreis an Berechtigten gibt. Entsprechend ist der Anteil der Solo-Selbstständigen im Zeitraum danach wieder leicht zurückgegangen. Nach einer Phase der Stagnation von 2009 bis 2012 sinkt der Anteil der Solo-Selbstständigen weiter.

Der größte Teil der Solo-Selbstständigen war 2016 in der Land- und Forstwirtschaft anzutreffen (20,7 %). Auch im Bereich des Grundstücks- und Wohnungswesens (14,0 %) sowie im Unternehmensdienstleistungsbereich und Kommunikations- und Informationsgewerbe (11,0 %) gab es viele Selbstständige, die keine weiteren Mitarbeiter beschäftigten.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Solo-Selbstständigen (15 bis 64 Jahre) an allen Erwerbstätigen (15 bis 64 Jahren).

Solo-Selbstständige sind Selbstständige, die keine Mitarbeiter beschäftigen.

Quelle
Arbeitskräfteerhebung

Hinweise zur Interpretation
Bei zeitlichen Vergleichen sollten Änderungen in der arbeitsmarktpolitischen Förderung der Selbstständigkeit beachtet werden (z.B. zeigt diese einen Höchststand an Förderfällen in Jahr 2005).

Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

Beschäftigte mit Anspruch auf Arbeitslosengeld

Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten, die bei Arbeitslosigkeit Anspruch auf eine Lohnersatzzahlung haben?
Leistungsansprüche bestehen für abhängig Beschäftigte, die in den letzten zwei Jahren mindestens ein Jahr lang Beiträge zur Arbeitslosenversicherung geleistet haben. Bezugsgröße sind Beschäftigte im Alter zwischen 15 und 64 Jahren. Nicht eingerechnet werden Beamte, die durch ihren Beamtenstatus unkündbar und daher nicht von Arbeitslosigkeit bedroht sind.

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung liegt derzeit bei 3 % des Bruttoentgeltes und wird je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Das im Bedarfsfall gezahlte Arbeitslosengeld I liegt bei 60 % des Bruttogehaltes im zurückliegenden Jahr. Sind Kinder vorhanden, liegt es bei 67 %. In der Regel wird für ein Jahr gezahlt.
Danach erhalten alle erwerbsfähigen Personen Arbeitslosengeld II, das allerdings keine Versicherungsleistung darstellt und sich an der Bedürftigkeit der Betroffenen orientiert.

Die Mindestbeitragszeit zum Erwerb eines Anspruchs auf Arbeitslosengeld wurde bei der Berechnung nicht berücksichtigt, wodurch der Anteil der Versicherten mit Ansprüchen auf Lohnersatzzahlungen in der Realität etwas niedriger liegt.

88,3 % der Beschäftigten sind arbeitslosenversichert

2016 hatten 88,3 % der Beschäftigten bei Verlust ihres Arbeitsplatzes Anspruch auf die Zahlung von Arbeitslosengeld I.
Der Anteil der gegen Arbeitslosigkeit abgesicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat sich seit 2000 etwas verringert. Damals lag er bei 88,7 % und fiel dann bis 2006 auf 85,5 % ab, und ist seit 2007 wieder um 2,5 Prozentpunkte gestiegen. Zu dieser Entwicklung hat vor allem die Ausweitung geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse beigetragen, für die kein entsprechender Versicherungsschutz besteht.

Die Zahl der voll sozialversicherungspflichtig Beschäftigten war zwischen 2000 und 2005 rückläufig, während die Zahl geringfügig Teilzeitbeschäftigter in Folge gesetzlicher Änderungen im Jahr 2003 in diesem Zeitraum gestiegen ist.
Seit 2006 ist die Zahl der voll sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wieder angestiegen. Da die Zahl der geringfügig Beschäftigten weniger stark zugenommen hat, ist der Anteil der Beschäftigten mit Arbeitslosenversicherung seit 2009 wieder von 86,0 % auf 88,3 % angestiegen.

Anteil der Arbeitslosversicherten an den abhängig Beschäftigten 2006 und 2016 in %
Geschlecht

Insgesamt

Und zwar
DeutscheAusländer
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
30. Juni 2016
Frauen84,185,175,0
Männer92,392,689,7
Insgesamt88,388,983,5
30. Juni 2006
Frauen79,580,269,2
Männer91,391,687,2
Insgesamt85,586,079,5

Ausländische Arbeitnehmer sind etwas seltener arbeitslosenversichert

Der Versicherungsgrad von Ausländern war etwas niedriger als der der deutschen Staatsbürger: 2016 waren 83,5 % der ausländischen gegenüber 88,9 % der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeitslosenversichert. Der Unterschied hat sich seit 2006 leicht verringert: Damals betrug der Unterschied zwischen den deutschen und den ausländischen Beschäftigten sieben Prozentpunkte.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der voll-sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort.

Quelle
Bundesagentur für Arbeit

Hinweise zur Interpretation
Da nur voll-sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung einzahlen, werden hier diese beiden Gruppen betrachtet. Alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beinhalten demgegenüber neben den voll-sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auch die ausschließlich gering entlohnten Beschäftigten und die ausschließlich kurzfristig Beschäftigten.
Selbstständige, die freiwillig in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung einzahlen, sind nicht berücksichtigt.

Methodische Hinweise zur Beschäftigungsstatistik finden Sie unter Bundesagentur für Arbeit.

Gesetzlich Rentenversicherte

Wie hoch ist der Anteil der Erwerbs­personen, die gesetzlich rentenversichert sind? Erwerbs­personen sind alle, die arbeiten oder Arbeit suchen, also Erwerbs­tätige und Erwerbs­lose. Renten­ansprüche von Personen, die keine Arbeit suchen, werden nicht berücksichtigt.

In Deutschland zahlen in 2016 alle Angestellten bis zur Beitrags­bemessungs­grenze 18,7 % ihres Brutto­einkommens in die gesetzliche Renten­versicherung ein. Den Beitrag übernimmt zur Hälfte der Arbeitgeber. Im Jahr 2016 lag die Beitrags­bemessungs­grenze in den alten Ländern bei 6 200 Euro Monats­einkommen und in den neuen Ländern bei 5 400 Euro. Auch für registrierte Arbeits­lose zahlt die Arbeits­agentur einen Renten­beitrag, so dass daraus Renten­ansprüche entstehen. Selbstständige können sich freiwillig in der gesetzlichen Renten­versicherung versichern. Aus der Höhe und Dauer der Einzahlung ergibt sich später die Alters­rente.

Bis Ende 2011 bestand nach Vollendung des 65. Lebensjahrs Anspruch auf Rente, ohne dass es zu Abzügen gekommen ist. Dieses Renten­eintritts­alter wird seit Anfang 2012 nach und nach auf 67 Jahre angehoben.
Alle Personen zwischen 15 und 64 Jahren, die noch keine Rente beziehen, wurden befragt, ob sie freiwillig oder pflicht­versichert sind.

Erwerbsbevölkerung überwiegend rentenversichert

Im Jahr 2016 waren 82,7 % der Erwerbs­personen in Deutschland gesetzlich rentenversichert. Der Großteil der Versicherten war 2016 in der gesetzlichen Renten­versicherung pflichtversichert (79,3 %). Demgegenüber standen 3,4 % freiwillig Versicherte.

Diese Quoten unterschätzen allerdings das Ausmaß der sozialen Absicherung im Ruhestand, da Pensionsansprüche der Beamten hier nicht berücksichtigt werden. Auch Personen, die nur privat für das Alter vorsorgen, wurden nicht berücksichtigt.

Der Indikator sagt nichts darüber aus, in welcher Höhe sich die Renten­ansprüche der Versicherten bewegen und ob diese für die Versorgung im Alter ausreichen.
Niedrige Beiträge oder viele Unterbrechungen bei der Beitrags­zahlung können später zu einer relativ niedrigen gesetzlichen Rente führen. Die betriebliche und private Vorsorge spielen daher im Alter eine immer größere Rolle.

Gesetzlich rentenversicherte Erwerbspersonen, die noch keine Rente beziehen in %
GeschlechtPflicht-
versichert
Freiwillig
versichert
Freiwillig
oder pflicht-
versichert
Quelle: Ergebnis des Mikrozensus
2016
Frauen80,62,883,5
Männer78,13,982,0
Insgesamt79,33,482,7
2012
Frauen78,53,081,4
Männer76,04,180,2
Insgesamt77,23,680,8

Fast jeder Fünfte nicht gesetzlich versichert

Personen, die nicht in der gesetzlichen Renten­versicherung versichert sind, sind entweder Beamte oder andere Erwerbs­tätige, die privat oder gar nicht versichert sind.

Tatsächlich handelt es sich bei 39,6 % der Nicht-Versicherten um Selbstständige und bei weiteren 29,0 % um Beamte. Aber auch 30,2 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind nicht gesetzlich versichert. Hierbei handelt es sich vermutlich vor allem um gering­fügig Beschäftigte.


Informationen zum Indikator

Beschreibung/Definition
Anteil der Erwerbspersonen (15 - 64 Jahre), die Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung sind und noch keine Rente beziehen an allen Erwerbspersonen (15 - 64 Jahre).

Quelle
Mikrozensus

Hinweise zur Interpretation
Die zeitliche Vergleichbarkeit ist aufgrund von Frageänderungen teilweise eingeschränkt.

Der Mikrozensus wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt. Methodische Veränderungen mit Auswirkungen auf die Ergebnisse wurden insbesondere in den Jahren 2005 und aktuell für die Jahre ab 2011  durchgeführt. Die Ergebnisse in diesen Jahren sind daher nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Die aktuelle Veränderung berücksichtigt in der Hochrechnung die Bevölkerungseckwerte aus der Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus und revidiert die Ergebnisse ab dem Jahr 2010.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Qualitätsberichten und Methodeninformationen.

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

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