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Land- & Forstwirtschaft, Fischerei

Erhebungsaufbau

Landwirtschaftszählung 2010

Organisation und Aufbau

Die Landwirtschaftszählung fand im ersten Halbjahr 2010 statt. Betriebe wurden hier­für zum einen direkt befragt (Primär­erhebung). Wenn möglich, wurden auch Verwaltungs­daten genutzt (Sekundärstatistik). Ein grund­legendes Anliegen bei den Ent­scheidungen zur Erhebungs­organisation war die weitest­gehende Ent­lastung der Landwirtinnen und -wirte von ihren statistischen Auskunfts­pflichten.

Die Landwirtschaftszählung gliedert sich in eine Haupt­erhebung und eine Erhebung über landwirtschaftliche Produktions­methoden (ELPM).

Haupterhebung

Schwerpunkte der Haupterhebung sind Fragen zu Bodennutzung und Tierbeständen, Eigentums- und Pachtverhältnissen, Öko-Landbau, Arbeitskräften und Beschäftigung im Betrieb (auch in nicht-landwirtschaftlichen Tätigkeiten), Hofnachfolge sowie Berufsbildung der Betriebsleiterin oder des Betriebsleiters beziehungsweise der Geschäftsführerin oder des Geschäftsführers. Zudem umfasst der Bogen noch einzelne Fragen zu weiteren Themen, zum Beispiel Energieerzeugung. Diese Fragen wurden zum größten Teil auch in den vergangenen Landwirtschaftszählungen erfragt, so dass zeitliche Vergleiche möglich sind.

Zur Entlastung der auskunftspflichtigen Landwirtinnen und Landwirte wurden einzelbetriebliche Daten teilweise von den Agrarverwaltungen übernommen, so dass diese Merkmale nicht mehr die Landwirtin oder der Landwirt erfragen muss. So werden beispielsweise Daten zu Förderprogrammen zur ländlichen Entwicklung (ELER) sowie Angaben über Rinder aus Verwaltungsdaten übernommen. Dazu ist es erforderlich, von den Landwirtinnen und -wirten die entsprechenden Kennnummern der Förderanträge, unter denen der Betrieb bei der Verwaltung erfasst ist, abzufragen. Voraussetzung für eine Übernahme von Verwaltungsdaten ist aber die inhaltlich-methodische Übereinstimmung der Angaben zwischen amtlicher Statistik und Verwaltung.

Erhebung über landwirtschaftliche Produktionsmethoden (ELPM)

In mittels Stichprobenverfahren zufällig ausgewählten Betrieben werden weitere Fragen über angewendete Bodenbearbeitungs- und Erosionsschutzverfahren, Stall- und Weidehaltung, Anlage und Pflege von Landschaftselementen sowie Anfall, Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdünger gestellt.

Bei der Nacherhebung zur Bewässerung wird nach dem Umfang der bewässerten Fläche, dem Bewässerungsverfahren und der Herkunft des Wassers gefragt. Sie richtet sich abweichend von den übrigen Fragen der Erhebung über landwirtschaftliche Produktionsmethoden an alle Betriebe mit Bewässerung.

Mit der Haupterhebung der Landwirtschaftszählung werden gleichzeitig die Datenanforderungen der Bodennutzungshaupterhebung für das Jahr 2010 erfüllt.


Berichtskreis

Zur Entlastung von kleineren Betrieben wurden die Erfassungsgrenzen zur Landwirtschaftszählung 2010 gegenüber früheren Landwirtschaftszählungen angehoben. Die Anhebung erfolgte von 2 Hektar auf 5 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF). Auch die Mindesterfassungsgrenzen für Tierbestände und Flächen bestimmter Kulturen wurden teilweise angehoben beziehungsweise neu eingeführt. So wurden 2010 auch Betriebe aufgrund ihrer Ziegenhaltung (20 oder mehr Ziegen) oder der Pilzzucht (0,1 Hektar oder mehr Fläche) in die Erhebung einbezogen, um die Landwirtschaft in Deutschland umfassender abzubilden.


Vergleichbarkeit zu den Vorerhebungen

Landwirtschaftszählungen liefern eine Vielzahl an Daten über Viehbestände, Bodennutzung, Arbeitskräfte und weitere Strukturdaten. Beim Vergleich der Erhebungen ist aber stets zu beachten, dass – aufgrund geänderter Fragestellungen und der durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft sinnvollen Anhebung der unteren Erfassungsgrenzen (1979, 1999, 2010) – Vergleiche nicht in allen Fällen uneingeschränkt möglich sind.

Die Landwirtschaftszählung 2010 gibt erstmals Auskunft zu einer Reihe von neuen Fragestellungen. Für diese liegen naturgemäß keine Vorerhebungswerte vor. Dies betrifft zum Beispiel die Daten, die in der Erhebung über landwirtschaftliche Produktions­methoden erfragt werden.

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