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Einfluss demografischer Prozesse auf die Bevölkerungsstruktur

Die Bevölkerungsstruktur wird durch die demographischen Prozesse – Fertilität, Mortalität und Migration – beeinflusst. Die Grafik veranschaulicht, wie Geburten, Sterbefälle und Außenwanderungen die Bevölkerungsstruktur während der letzten hundert Jahre verändert haben.

Die einzelnen Geburtsjahrgänge von 1915 bis 2016 sind hier einerseits im Jahr ihrer Geburt und andererseits im Jahr 2016 abgebildet: Die Jahrgangsgröße für Frauen (rechts) und für Männer (links) im Jahr der Geburt wird jeweils mit Balken dargestellt. Die Linienkonturen zeigen die jeweiligen Jahrgänge im Jahr 2016.

Auf und Ab bei Geburtenzahlen verursacht demografische Wellen

Die Geborenenzahl hat sich während der letzten hundert Jahre halbiert. Der langfristige Geburtenrückgang verlief aber nicht kontinuierlich und wurde mehrfach unterbrochen. Neben den tiefen Kerben, die gegen Ende der beiden Weltkriege entstanden sind (in den Jahren 1917 und 1918 sowie 1945 und 1946), gehörten auch Phasen mit einem Geburtenanstieg dazu.

Der erste Anstieg erfolgte nach 1933 infolge der Familienpolitik der Nationalsozialisten. Die zwischen 1934 und 1941 geborenen Menschen stellen derzeit eine relativ große Seniorengeneration im Alter von Mitte 70 bis Anfang 80 und profitieren dabei von der gestiegenen Lebenserwartung.

Der zweite Geburtenanstieg hat nach dem zweiten Weltkrieg begonnen und mündete Mitte der 1960er Jahre im sogenannten Babyboom. Die hohen Geburtenzahlen zwischen 1950 und 1970 mit jährlich über eine Million Neugeborenen führten zum Entstehen einer vergleichsweise großen Generation, die man als Babyboomer bezeichnet. Anschließend sind die Geburtenzahlen deutlich gesunken, sodass nach dem Babyboom der 1960er-Jahre der sogenannte Babybust der 1970er-Jahre folgte.

Durch solche Geburtenschwankungen entstehen demografische „Wellen“, die zu problematischen Disparitäten im Altersaufbau führen können. Der Babyboom der 1960er-Jahre sorgte lange Zeit für ein großes Erwerbspersonenpotenzial. Wenn aber die Babyboomer in den nächsten Jahren nach und nach ins Rentenalter eintreten und nach ihnen die deutlich schwächer besetzten Jahrgänge der 1990er-Jahre ins Erwerbsalter folgen, werden die umlagefinanzierten sozialen Sicherungssysteme viel stärker als bisher belastet.

Einfluss von Nettozuwanderung und Sterblichkeit

Die mittleren Jahrgänge waren im Jahr 2016 stärker als im Jahr ihrer Geburt. Dies ist durch Migration zu erklären: Als diese Jahrgänge im Alter zwischen 17 Jahren und Mitte 50 waren, kamen gleichaltrige Menschen aus dem Ausland dazu. Die Zuzüge waren dabei höher als die Summe der Fortzüge ins Ausland und der Sterbefälle. Trotzdem konnte der Wanderungsüberschuss die aufgrund von Geburtenschwankungen entstandenen Disparitäten zwischen den Altersgruppen nicht ausgleichen.

Bei den Geburtsjahrgängen 1941 und früher ist der Einfluss der mit dem Alter steigenden Sterblichkeit in der Grafik gut zu erkennen. Ihre Jahrgangsstärke nahm im Vergleich zum Zeitpunkt der Geburt deutlich ab.

Der aktuelle Altersaufbau wird die Bevölkerungsentwicklung der nächsten drei Jahrzehnte prägen.

Weiterführende Informationen:

Zusatzinformationen

Auf einen Blick

Bevölkerung31.12.201782,8 Mill.
Erwerbstätige2. Quartal 201844,8 Mill.
Wirtschafts­wachstum (BIP)2. Quartal 20180,5 %
Inflations­rate Verbraucher­preise (VPI)August 20182,0 %
Anteil am Brutto­inlands­produkt
Staatlicher Finanzierungs­saldo20171,0 %
Öffentlicher Schulden­stand201764,1 %

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2018

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