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Wanderungsbewegungen in Ost- und Westdeutschland

In Ost- und West­deutschland sind unterschied­liche demo­grafische Entwick­lungen zu beobachten. Die Gründe hierfür sind komplex; großen Einfluss haben jedoch die Wanderungs­muster beider Regionen. In Ost­deutschland sind sie sind mit­verant­wortlich für den Rückgang und die schnellere Alterung der Bevölkerung. In West­deutschland wirken sie dagegen der Alterung der Bevölkerung eher entgegen und tragen außerdem zu einem höheren Anteil der Menschen mit Migrations­hinter­grund bei. Zurück­zuführen ist dies sowohl auf die Ost-West­wanderung innerhalb Deutschlands als auch auf die unter­schiedlich verlaufende Außen­wanderung (über die Grenzen Deutschlands) in beiden Regionen.

Ostdeutschland: Abwanderung geht langsam zurück

Wanderungssaldo Ost-Westwanderung für Ostdeutschland (ohne Berlin) je Tsd. Einwohner nach AltersgruppenBild vergrößern Das Wanderungs­geschehen in Ost­deutschland (hier ohne Berlin) war lange durch die Abwanderung in die alten Bundes­länder geprägt.

Seit der deutschen Vereinigung 1990 waren die Fortzüge nach West­deutschland in allen Jahren höher als die Zuzüge. Die dadurch ent­stehenden Bevölkerungs­verluste konnten nur in wenigen Jahren durch Zuzüge aus dem Ausland ausge­glichen werden, so dass die Bevölkerung in Ost­deutschland insgesamt zurück­gegangen ist. Verschärft wurde diese Ent­wicklung dadurch, dass vor allem junge Erwachsene abgewandert sind. Dadurch ist die ost­deutsche Bevölkerung insgesamt schneller gealtert. Es sind außer­dem mehr junge Frauen als junge Männer abgewandert, was in der Vergangen­heit zusätzlich zu einem Defizit an Frauen im gebär­fähigen Alter geführt hat.

Seit 2009 geht die Abwanderung nach West­deutschland allerdings zurück, so dass der Wanderungs­saldo zwischen den neuen und alten Bundes­ländern inzwischen nahezu ausge­glichen ist. Besonders auffällig ist dabei der Rückgang der Wanderungs­verluste bei den 18- bis unter 25-Jährigen, der vor allem auf die Mobilität der Studier­enden zurück­zuführen ist, die vermehrt in Ost­deutschland studieren.

Einwohnerzahl West­deutschlands steigt durch Wanderungen

Westdeutschland hat in der Vergangenheit von der Ab­wanderung von Ost nach West profitiert, auch bedingt durch die Alters­struktur der Zugewanderten. Aufgrund der höheren Einwohner­zahl fallen die Gewinne für West­deutschland jedoch nicht so sehr ins Gewicht wie die Verluste für Ost­deutschland.

Einen größeren Einfluss als die Ost-West­wanderung hat hier die Außen­wanderung. West­deutschland wurde auch schon vor der deutschen Vereinigung durch die hohe Zuwanderung aus dem Ausland geprägt. Diese Bevölkerungs­gewinne bewirken, dass die Einwohner­zahl in West­deutschland trotz niedriger Geburten­zahlen weiter ansteigt. Aber auch die Struktur der Bevölkerung verändert sich hierdurch. Dadurch dass Zuwanderer im Durch­schnitt jünger sind als die ein­heimische Bevölkerung, wirkt die Zuwanderung der Alterung entgegen. Auch der Anteil der Menschen mit Migrations­hintergrund ist dadurch in West­deutschland deutlich höher als in Ost­deutschland.

Weiterführende Informationen:

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