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Sind die Auswirkungen der erhöhten Flüchtlings­zahl in den aktuellen Ergebnissen zum BIP enthalten?

Die Ausgaben für Schutz­suchende sind grund­sätzlich im Brutto­inlandsprodukt (BIP) enthalten, weil die Berechnung vor allem an Umsätze und Ausgaben anknüpft. So sind z.B. die unent­geltlich bereit­gestellten Sach­leistungen (z.B. Erst­ausstattung, Decken, Feldbetten), die Schutz­suchende vom Staat erhalten, in den Konsum­ausgaben des Staates erfasst. Auch der zusätzliche Aufwand des Staates für die Flüchtlings­betreuung und -verwaltung fließt in die staatlichen Konsum­ausgaben ein.

Monetäre Leistungen des Staates, wie beispiels­weise Geld­leistungen für den Lebens­unterhalt und persönliche Bedürfnisse, werden nicht als Konsum­ausgaben des Staates gebucht, sondern zunächst als Übertragung an die Flüchtlinge. Dies hat keine Auswirkungen auf die Höhe des BIP. Sobald Schutz­suchende die Geld­leistungen für Konsum­zwecke verwenden, sind sie in den Konsum­ausgaben der privaten Haushalte enthalten. Ein getrennter Nachweis der Ausgaben von bzw. für Flüchtlinge(n) ist nicht möglich.

Die quantitativen Auswirkungen der Flüchtlingsmigration auf das BIP und seine Komponenten sind schwierig zu bestimmen, da diese von sehr vielen verschiedenen Faktoren und Schätzparametern abhängen. Es gibt hierzu allenfalls gewisse Anhaltspunkte aus verschiedenen Expertenschätzungen (z.B. Gemeinschaftsdiagnose, Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, DBResearch). Ob direkte Ausgaben der öffentlichen Hand für die Flüchtlingsmigration zu Mehrausgaben und zu einem BIP-Anstieg führen, hängt in erster Linie davon ab, ob Staatsausgaben für andere Zwecke im Gegenzug reduziert werden.

© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2017

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