2024 waren in der EU 9,6 % aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 25 Jahren befristet beschäftigt. Überdurchschnittlich verbreitet waren zeitlich befristete Verträge zum Beispiel in der Landwirtschaft (24 %), in der Kunst-, Unterhaltungs- und Freizeitbranche (19 %) sowie in privaten Haushalten (18 %).
Deutschland unter EU-Durchschnitt
Im europäischen Vergleich lag Deutschland im Jahr 2024 mit einer Befristungsquote von 7,1 % unter dem EU-Durchschnitt von 9,6 %. Am häufigsten waren befristete Verträge unter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Niederlanden (17,8 %) und in Spanien (14,0 %). Zu den Ländern mit Befristungsquoten von unter 5 % zählten zum Beispiel Rumänien und Litauen (je 1,5 %) sowie Lettland (2,4 %) und Estland (2,9 %). Im internationalen Vergleich ist eine niedrigere Befristungsquote jedoch nicht unbedingt mit höherer Beschäftigungssicherheit gleichzusetzen, da die nationalen Regelungen des Kündigungsschutzes unterschiedlich sind.
Frauen häufiger betroffen
Im EU-Durchschnitt war die Befristungsquote unter Frauen mit 10,6 % höher als unter Männern (8,8 %). Diese Abstufung zwischen Frauen und Männern ließ sich in der Merheit der EU-Staaten beobachten. Den größten Unterschied gab es in Zypern, wo die Befristungsquote unter Frauen (17,1 %) 7,3 Prozentpunkte höher als unter Männern (9,8 %) lag.
Informationen zum Indikator
Beschreibung/Definition
Anteile der befristeten Beschäftigten ab 25 Jahre an allen abhängig Beschäftigten ab 25 Jahre.
Methodische Hinweise
In Deutschland wurde der Mikrozensus mit der integrierten Arbeitskräfteerhebung im Jahr 2020 neugestaltet. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Neuregelung des Mikrozensus 2020.
Quelle
Eurostat, Arbeitskräfteerhebung. Datenbankauszug 09.09.2025.
Aktuelle Daten
Eurostat Datenbank
Hinweise zur Interpretation
Bei der Berechnung der Befristungsquote werden alle abhängig Beschäftigten ab 25 Jahren berücksichtigt. Jüngere Arbeitnehmer, die sich im Übergang vom Bildungs- zum Beschäftigungssystem befinden und häufig befristete Verträge haben, fließen nicht in die Berechnung ein. Auch die Gruppe der Auszubildenden, in der befristete Beschäftigung weit verbreitet ist, wird dadurch weitgehend nicht berücksichtigt. Der Indikator erfasst daher nicht das ganze Ausmaß befristeter Beschäftigung.
Die Arbeitskräfteerhebung wurde in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Erfassung des Erwerbsstatus kontinuierlich methodisch verbessert. Dadurch sind Zeitvergleiche teilweise eingeschränkt.
Weitere Informationen
Befristet Beschäftigte in Deutschland
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"Qualität der Arbeit"