Verbraucherpreisindizes Methodenpapiere
Sondereffekt im Dezember 2024: Umstellung auf den Erhebungskatalog 2025 (Stand: 16. Januar 2025)
Der Verbraucherpreisindex für Deutschland (VPI) wird in regelmäßigen Abständen einer Revision unterzogen und auf ein neues Basisjahr umgestellt. In Vorbereitung der Umstellung auf das kommende Basisjahr 2025 (voraussichtlich im Jahr 2028) erfolgt die Erhebung der Verbraucherpreise ab Dezember 2024 turnusgemäß nach einem neuen Erhebungskatalog. Neben der systematischen Prüfung und Überarbeitung der Erhebungspositionen steht bei dieser Umstellung die Implementierung neuer Güterklassifikationen im Mittelpunkt. Diese bringen grundlegende strukturelle Änderungen mit sich.
Die Berechnung des Verbraucherpreisindex (VPI) und des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) berücksichtigt für die Strukturen der Erhebung und des Ergebnisnachweises die "Systematik der Einnahmen und Ausgaben der privaten Haushalte“ (SEA) bzw. die Europäische Klassifikation der Verwendungszwecke des Individualkonsums "European Classification of Individual Consumption according to Purpose“ (ECOICOP). Diese Klassifikationen basieren auf der "Classification of Individual Consumption According to Purpose" (COICOP) der Vereinten Nationen. Sie wurde mit ihrer Neufassung (COICOP 2018) grundlegend überarbeitet, was zu Änderungen auch von SEA und ECOICOP führte. Mit den vorliegenden neuen Ausgaben SEA 2021 und ECOICOP Version 2 wurde eine neue Basisstruktur für die Verbraucherpreisstatistik geschaffen. In den neuen, aufeinander abgestimmten Ausgaben der Klassifikationen wurde beispielsweise die bisherige Abteilung 12 “Andere Waren und Dienstleistungen“ aufgeteilt. Die Abteilung 12 umfasst nach der neuen Struktur nur noch "Versicherungs- und Finanzdienstleistungen“, der größere Teil wird nunmehr der neuen Abteilung 13 "Körperpflege u.a. Waren und Dienstleistungen“ zugeordnet. Abteilungsübergreifende Wechsel erfolgen auch an anderen Stellen, insbesondere zwischen den Abteilungen 08 (neu: "Information und Kommunikation“) und 09 (neu: "Freizeit, Sport und Kultur“). Gleichzeitig beinhaltet die überarbeitete Struktur eine Vielzahl von abteilungsinternen Wechseln. Hiervon ist besonders die Abteilung 01 "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ betroffen. Darüber hinaus kommt es vor allem in der Abteilung 06 "Gesundheit“ zu einer inhaltlichen Neustrukturierung. Detaillierte Informationen zum Hintergrund der Neuausrichtung und zu den Änderungen sind im Aufsatz von Patrick Elgg, Revision der Klassifikationen für die Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte, in: Wirtschaft und Statistik (WiSta), 3/2022, beschrieben.
Strukturveränderungen variieren je nach Abteilung
Diese wesentlichen Änderungen wirken sich auch auf den VPI aus, der ab der Umstellung auf das Basisjahr 2025 (voraussichtlich in 2028) im Ergebnisnachweis die Struktur der neuen Klassifikationen abbilden wird. Mit der Implementierung wurde im Umstellungsmonat Dezember 2024 gestartet, um für das kommende Basisjahr 2025 die Struktur gemäß der neuen Klassifikationen zukünftig umfänglich ausweisen zu können. Es handelt sich daher um einen einmaligen Sondereffekt im Dezember 2024, da in diesem Monat der Übergang vom bisherigen Erhebungskatalog auf den neuen Erhebungskatalog im Hinblick auf das künftige Basisjahr 2025 stattfand. Der Ergebnisnachweis für Dezember 2024 ist somit dahingehend beeinträchtigt, dass die Abbildung der Preisveränderung von November 2024 zu Dezember 2024 durch die Verschiebungen teilweise gestört ist.
Einige Güterbereiche sind von den klassifikationsbedingten Strukturverschiebungen nicht betroffen. Dies sind unter anderem die Wohnungsmieten, die Pauschalreisen und Zigaretten. Auch der Energiebereich ist kaum von den klassifikationsbedingten Änderungen betroffen.
Berechnung der Preisentwicklung weniger stark beeinträchtigt
Die Preiserhebung selbst ist bei Strukturveränderungen nicht beeinträchtigt. Die Berechnung wird zwar von den Strukturveränderungen beeinflusst, die Preisentwicklung konnte aber bei vielen der von den Strukturveränderungen betroffenen Positionen durch eine zusätzlich aufgesetzte parallele Berechnung regulär ermittelt werden. Für die verbleibenden von den Strukturveränderungen betroffenen Positionen wurden Imputationsverfahren genutzt. Somit konnte die Qualität des VPI und des HVPI insgesamt auch für den Berichtsmonat Dezember 2024 sichergestellt werden.
Verbraucherpreisindex für Deutschland - Methodenpapier zur Strom- und Gaspreiserhebung -
Verbraucherpreisindex für Deutschland - Methodenpapier zur Erhebung der Positionen Strom und Gas
Analysen zur Revision 2023 in der Verbraucherpreisstatistik
Der Verbraucherpreisindex wird in regelmäßigen Abständen einer Revision unterzogen und auf ein neues Basisjahr umgestellt. Mit dem Berichtsmonat Januar 2023 erfolgte die Umstellung von der bisherigen Basis 2015 auf das Basisjahr 2020. Eine solche Anpassung der Preismessung ist notwendig, um die geänderten Konsumgewohnheiten und Marktverhältnisse im Zeitablauf in der Preisentwicklung abzubilden. Die auf Basis 2020 neuberechnete Inflationsrate für das Jahr 2022 betrug mit + 6,9 % einen Prozentpunkt weniger als auf der bisherigen Basis 2015. Damit liegt die Revisionsdifferenz höher als bei früheren Revisionen. Neben der Aktualisierung der Wägungsschemata, insbesondere des Wägungsschemas für Waren und Dienstleistungen, beeinflussten noch weitere methodische Verbesserungen die Revision 2023.
Auszug aus der Publikation "WISTA - Wirtschaft und Statistik", 4/2023
Autoren: Christoph-Martin Mai, Ute Egner
Verbraucherpreisindex für Deutschland - Wärmepreisindex -
Verbraucherpreisindex für Deutschland - Wärmepreisindex - Informationen zur Umstellung auf das Basisjahr 2020
Zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Preiserhebung für den Verbraucherpreisindex / Harmonisierten Verbraucherpreisindex
Zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Preiserhebung für den Verbraucherpreisindex / Harmonisierten Verbraucherpreisindex
Auswirkungen der Digitalisierung auf die Preisstatistik
Die adäquate statistische Erfassung der Auswirkungen des digitalen Wandels ist sowohl für die Messung der Inflation als auch der Messung der Produktivitätsentwicklung in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen mit Herausforderungen unterschiedlichster Art verbunden. Die Preisstatistik ist bei beiden Themengebieten betroffen, da die Ergebnisse der Preisstatistik auch zur Berechnung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts und damit der Produktivitätsentwicklung herangezogen werden. Das vorliegende Methodenpapier erläutert die Auswirkungen der Digitalisierung aus preisstatistischer Sicht und thematisiert dabei auch ausgewählte Folgen für die Deflationierung in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.
Nutzung von Scannerdaten in der Preisstatistik – eine Untersuchung anhand von Marktforschungsdaten
Digital verfügbare Kassendaten des Einzelhandels, sogenannte Scannerdaten, sind eine vielversprechende Datenquelle für die Preisstatistik. Im Vergleich mit der traditionellen Preismessung treten bei der Nutzung von Scannerdaten jedoch teilweise völlig neue Herausforderungen auf. Um zu evaluieren, in welcher Form Scannerdaten in der deutschen Verbraucherpreisstatistik genutzt werden können, kaufte das Statistische Bundesamt einen Datensatz mit Kassendaten ausgewählter Lebensmittel und Getränke von einem Marktforschungsinstitut. Dieser Datensatz bildete die Basis für eine Untersuchung im Rahmen eines Projekts, bei der drei verschiedene Ansätze zur Indexberechnung mittels Scannerdaten getestet wurden. Die ermittelten Preisindizes wurden anschließend mit den Ergebnissen des Verbraucherpreisindex verglichen.
Auszug aus der Publikation "WISTA - Wirtschaft und Statistik", 2/2019
Autor: Matthias Bieg
Die neue Mietenstichprobe in der Verbraucherpreisstatistik
Die Wohnungsmieten sind mit einem Gewicht von 21% die wichtigste Einzelposition im Verbraucherpreisindex. Ihre Preisentwicklung wird mithilfe einer Mietenstichprobe gemessen. Diese Mietenstichprobe wurde auf eine neue Grundlage gestellt. Auf Basis des Anschriftenregisters des Zensus 2011 konnte erstmals eine geschichtete Zufallsstichprobe aufgebaut werden. Hierzu war eine Vorbefragung im Jahr 2013 notwendig. Außerdem wurde die Durchführung der monatlichen Mietenerhebung vereinheitlicht, sie entspricht nun dem zwischenzeitlich eingeführten europäischen Standard. Maßnahmen wie die Einführung des Online-Meldeverfahrens IDEV und eines standardisierten Papierfragebogens sichern die Qualität der Erhebung nachhaltig ab. Die neue Mietenstichprobe ermöglicht neben tiefer gegliederten Mietpreisindizes voraussichtlich weitere Auswertungen im Sinne einer multifunktionalen Preisstatistik.
Auszug aus der Publikation "WISTA - Wirtschaft und Statistik", 5/2016
Autor: Bernhard Goldhammer
Dynamische Preissetzung als Herausforderung für die Verbraucherpreisstatistik
Mithilfe von automatisierten Algorithmen können Internetgeschäfte die Preise von Gütern – abhängig von verschiedenen Parametern – in kurzen Zeitabständen ändern. Diese Form der Preisgestaltung wird als dynamische Preissetzung bezeichnet. Für den deutschen Verbraucherpreisindex (VPI) und den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) werden derzeit monatlich etwa 10 000 Preise im Internet erhoben, im Regelfall zu einem festgelegten Zeitpunkt. Dynamische Preissetzung im Internet stellt die Verbraucherpreisstatistik vor die Herausforderung, die Preisentwicklung weiterhin repräsentativ zu erfassen und dabei auch volatile Preise zu verarbeiten. Daher untersuchte im Jahr 2017 eine Studie zur dynamischen Preissetzung das Preissetzungsverhalten von Internetgeschäften. Es wurden ausschließlich Produkte aus der Stichprobe des VPI/HVPI beobachtet; als Technik für die Erfassung der Preise wurde Web Scraping eingesetzt.
Auszug aus der Publikation "WISTA - Wirtschaft und Statistik", 2/2018
Autoren: Christian Blaudow, Florian Burg
Weiterentwicklung der Stichprobe in der Verbraucherpreisstatistik
Der zentrale Indikator zur Beurteilung der Geldwertentwicklung ist auf europäischer Ebene der Harmonisierte Verbraucherpreisindex. Auf nationaler Ebene erfüllt der auf derselben Datenbasis berechnete Verbraucherpreisindex diesen Zweck. Die Stichprobe für diese Indizes ist in den letzten Jahren in enger Zusammenarbeit zwischen dem Statistischen Bundesamt und den Statistischen Ämtern der Länder weiterentwickelt worden.
Dieser Beitrag erläutert das Schichtungskonzept der Verbraucherpreisstatistik und zeigt, wie Änderungen in Handel und Konsumentenverhalten in der Verbraucherpreisstatistik aufgenommen werden. Die Auswahl der Preise konnte in den letzten Jahren deutlich verfeinert werden. Der Beitrag zeigt zudem, wie die Verbraucherpreisstatistik den Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels begegnet.
Auszug aus der Publikation "WISTA - Wirtschaft und Statistik", 5/2016
Autoren: Karsten Sandhop, Timm Behrmann
Berechnung eines regelbedarfsrelevanten Verbraucherpreisindex für die Fortschreibung der Regelbedarfsstufen nach SGB XII
Um die Preisentwicklung regelbedarfsrelevanter Güter zu bestimmen, wird ein spezieller „regelbedarfsrelevanter Preisindex“ (RPI) benötigt, dessen Berechnung durch das Statistische Bundesamt der vorliegende Beitrag aus "Wirtschaft und Statistik" beschreibt.
Sind ärmere Haushalte stärker von Inflation betroffen? – Eine äquivalenzeinkommensspezifische Analyse
Die Inflationsrate - gemessen am Verbraucherpreisindex - befindet sich in Deutschland derzeit auf einem niedrigen Niveau. In den vergangenen Jahren sorgten jedoch vor allem starke Teuerungen in den Bereichen Lebensmittel und Energie für öffentliche Diskussionen. Die besondere Problematik von Preissteigerungen in diesen Bereichen liegt darin, dass ärmere Haushalte im Vergleich zu reicheren Haushalten durch diese überproportional belastet werden, da ärmere Haushalte hierfür im Durchschnitt einen größeren Anteil ihrer Ausgaben aufwenden müssen. Welchen Umfang diese Unterschiede aufweisen, ob dies auch auf die Preisentwicklung des gesamten Konsums zutrifft oder ob Preisentwicklungen anderer Bereiche für eine Neutralisierung oder sogar eine umgekehrte Entwicklung sorgen, wird in diesem Beitrag für den Zeitraum Januar 2005 bis Juli 2014 betrachtet.
Auszug aus der Publikation "WISTA – Wirtschaft und Statistik", November 2014
Autoren: Dipl.-Volkswirt Benjamin Held, Promovend am Alfred-Weber-Institut der Universität Heidelberg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Industrial Ecology (INEC) der Hochschule Pforzheim